Michael Nolden

Michael Nolden

Barbarossastr. 11
41061 Mönchengladbach
Tel. 0151 - 11614538
E-Mail: kontakt@michaelnolden.de


Biografie

Geboren 1967 in Mönchengladbach, wo ich aufwuchs, zur Schule ging, lebe und arbeite. Als Kind war ich schon immer eine Leseratte. Den Einstieg bildeten die "Fünf Freunde", später wurde das Spektrum immer breiter. Von Karl May, Burg Schreckenstein las ich mich weiter zu erwachsener Literatur und ließ kein Genre aus. Die ersten schriftlichen Gehversuche, mit ganz kleinen Schritten allerdings, erfolgten schon in der Grundschulzeit. Das richtige Interesse, der Drang selbst zu schreiben, wurde durch die Teilnahme an der Theater-AG auf dem Gymnasium wach gerufen. Für "Der eingebildete Kranke" von Molière wurde ein Hauptdarsteller gesucht. Ich meldete mich und wurde genommen. Diese Zeit weckte die Leidenschaft für den gesprochenen und gespielten Text. Neben der Bundeswehrzeit, Ausbildung zum Mediengestalter, Studium (Geschichte & Medienwissenschaft) und späterem Beruf schrieb ich weiter. Kurzgeschichten, Roman, Theaterstück. Während meiner Zeit als Leiter einer Laienspielgruppe der Pfarre St. Elisabeth kamen mit "Wo ist Jim-Bob?" und "Der Unmensch" zwei meiner Komödien zur Aufführung. Mein Theaterstück "Rumpelstilz", eher tragisch als komisch, fand bei dem "Theaterverlag Johannes Hertel" in Baden-Baden eine fünfjährige Heimat. Mittlerweile sind die Verlagsinhaber im wohlverdienten Ruhestand. Textarbeit wurde ein immer größerer Bestandteil meiner beruflichen Tätigkeit neben Mediengestaltung, Webdesign, Konzeption und Illustration. Dies schlug sich auch in meinem Projekt "Der kleine Krieger" nieder, das unter www.kleinerkrieger.de viele Bilder, Beschreibungen einer eigens erstellten Fantasy-Welt und Geschichten kostenlos zum Schmökern bereithält. Durch die Besuche der Veranstaltung LesARTen des BIS Zentrums für offene Kulturarbeit entstand in jüngster Vergangenheit immer mehr Begeisterung am "erzählten Text". Seither habe ich eine Vielzahl von Geschichten extra für "das Vorlesen" geschrieben. Daraus ging auch die Teilnahme an der 3.Mönchengladbacher Kriminacht 2007 hervor. Die Geschichte "Nichts zu verlieren" wurde kurze Zeit später in einer Sammlung veröffentlicht.


Bibliografie

1995-2000
Rumpelstilz (Theaterverlag Johannes Hertel, Baden-Baden)

2008
"Nichts zu verlieren" - Frau Hagedorn, Heinz-Berti und der Kurt: Kriminalgeschichten der 3. Mönchengladbacher Kriminacht 2007 (Engelsdorfer Verlag, ISBN 3867036519)

2009
"...Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!" - Wie es zur größten Katastrophe der Menschheit kam. Hörbuch. (Navarra Verlag, Köln, ISBN 9783869080338)

Die große Mond-Lüge? Waren jemals Menschen auf dem Mond? Die Wahrheit über die amerikanischen Mondlandungen! Hörbuch. (Navarra Verlag, Köln, ISBN 9783869080666)

Frank-Walter Steinmeier - Politiker in Zeiten der Krise. Hörbuch. (Navarra Verlag, Köln, ISBN 9783869081014)

Angela Merkel - Kanzlerin in Zeiten der Krise. Hörbuch. (Navarra Verlag, Köln, ISBN 9783869081007)

Deutschland einig Vaterland?Hörbuch. Die Geschichte der Wiedervereinigung (Navarra Verlag, Köln, ISBN 978386908099)

Hans-Dietrich Genscher - Ein Leben für die Politik. Hörbuch. (Navarra Verlag, Köln, ISBN 9783869080550)

2010
31 Tage Krimidrama, Hörspiel mit den Sprechern: Engelbert von Nordhausen, Simon Roden Laufzeit: ca. 180 Min. (Navarra Verlag, Köln, ISBN 9783869081137)

2011
Jeanne
(Navarra Verlag, Köln)


Mehr Informationen, Projekte im Internet unter:

www.michaelnolden.de www.kleinerkrieger.de www.comicblog.de


Leseprobe

(aus "Nichts zu verlieren")

Eine Beerdigung kann eine lustige Angelegenheit sein, wenn es nicht die eigene ist. So hatte sich der Tote bereits vor vielen Jahren einmal schelmisch ausgedrückt. Ich erinnere mich mit einem Schaudern an den Ausspruch meines ehemaligen Herren, denn es fiel mir tatsächlich schwer, ein Lächeln, wenn nicht sogar ein heiteres Lachen, zu unterdrücken. Rings um mich herum standen all diejenigen, die hofften, in den vorderen Plätzen für ein fettes Erbe zu stehen. Am Grab stand die Witwe mit gesenktem Kopf. Blonde Haare lugten vorwitzig hinter dem schwarzen Schleier hervor und machten aus Frau Vanessa Schüppe eine Witwenparodie. Ich war Butler bei dem Verstorbenen, konnte die dritte Frau Schüppe aber immer noch nicht leiden. Wie jung sie eigentlich war, hatte ich nicht herausfinden können, aber ihre Interessen wichen deutlich von denen meines Herrn ab. Alleine die Lieder, die sie hörte, die von irgendwelchen stimmlosen Früchtchen dahergeträllert wurden, kollidierten stark mit dem exquisiten Geschmack von Herrn Schüppe, der nun überall sein konnte, nur nicht in seinem Sarg. Es war eine Tatsache, dass die versammelte Meute vor einer leeren Holzkiste stand, die mich so belustigte. Gepolstert und mit Samt ausgeschlagen, mit feinsten Hölzern gezimmert, mit edelsten Griffen versehen und einem riesigen Orchideenstrauß auf dem Deckel, blieb dieser Sarg dennoch eine leere Kiste. Schüppe, der Lebemann und Abenteurer, ein Privatier von Hause aus, war verschwunden, als es wieder einen Berg zu bezwingen, ein Meer zu überqueren oder eine Wüste zu durchwandern gab. So recht wusste das niemand. Ich hatte der Polizei von den Reisevorbereitungen meines Herrn berichtet, all den Kleinigkeiten, die er während jeder längeren Abwesenheit bei sich führte. Dabei waren es wirklich nur Kleinigkeiten wie ein besonderer Kamm, ein Satellitentelefon, Pässe, Kreditkarten und Bargeld. Schüppe pflegte sich vor Ort mit den benötigten Materialien und Fahrzeugen zu versorgen, und Reiseziele nannte er nie. Vier Jahre hatte seine junge Frau gewartet, bevor sie es wagte, einen Antrag für die Sterbeurkunde zu stellen. Nachweislich war Schüppe nirgends mehr aufgetaucht und hatte seit dem Tag seiner Abreise auch kein Geld mehr von seinen Konten verbraucht. In dieser Zeit hatte ich damit begonnen, eine Art Tagebuch zu führen. Es diente mir zur eigenen Kontrolle meiner Tätigkeiten. Zuerst waren es nur Listen gewesen, die noch die Vergangenheit betrafen. War das Verschwinden meines Herrn auch mir anzulasten? Hatte ich ihm nicht alles bereitgelegt? Waren meine Vorbereitungen fehlerhaft gewesen?. Später, als ich mir selber eingestand, wie sehr ich in die Jahre kam, wurde ich ausführlicher und dokumentierte das, was mir geschah, mit einer noch größeren Sorgfalt.