Walter Menzel

Walter Menzel

Rübezahlweg 20
41065 Mönchengladbach
Tel.: 02161/ 60 26 43




Biografie

Geboren am 15. August 1919 in Bolkenhain (Schlesien); nach dem Besuch der Volksschule, der Berufs- und Friseurfachschule zwei Jahre lang Ausübung des Friseurberufes als Geselle in Berlin; 1952 - 1967 Straßenbahnschaffner bei den Verkehrsbetrieben der Stadt Mönchengladbach; 1967 - 1979 Verwaltungsangestellter beim Ordnungsamt Mönchengladbach; seit 1980 im Ruhestand. Der Autor ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Seine Lieder und Gedichte sind zum Teil heiterer, zum Teil besinnlicher Art. Die Frage, warum er diese Lieder und Gedichte schreibe, beantwortet Walter Menzel im Vorwort zu seinem Buch "Wenn der Graf Balderich ...": "Warum ich diese Lieder und Gedichte schrieb? - Nun, da tauchte vor etlichen Jahren in fröhlicher Runde einmal die Frage auf: Wer kennt denn von euch ein Mönchengladbacher Lied? - Erstaunte Gesichter reihum! - Keiner kannte eins. Ich auch nicht! - Wie meinst Du denn das? - Nun, so wie ich frage! - Bitte der Kölner besingt sein Köln; der Berliner sein Berlin; der Münchener sein München! - Wien ist geradezu berühmt für seine Lieder! In aller Welt besingt man diese und viele andere Städte. Mönchengladbach gehört nicht dazu! (...) Und da tauchte auch schon gleich die zweite Frage auf: Warum eigentlich nicht? - Ist Mönchengladbach denn keine schöne, liebenswerte Stadt? - (...) Und so kam mir der Gedanke: Vielleicht sollte ich einmal versuchen, ein paar Verse oder Lieder über diese Stadt zu schreiben, um sie ins rechte Licht zu rücken! - Also setzte ich mich eines Tages hin und fing selbst an Texte und Melodien, die mir über Mönchengladbach einfielen, zu schreiben. - Aber auch andere Lieder und Gedichte für Kinder und gute Freunde. - Und, siehe da, sie gefielen." (S. 5/6)

Für viele sind aber die "anderen" Gedichte, beispielsweise über Liebe, Einsamkeit und Tod wegen ihrer emotionalen Tiefe von großem Wert. Angeregt Lieder zu schreiben und zu komponieren wurde er auch durch die langjährige Leitung des Kinderchores "Stadtwerke-Spatzen". Für den "Verein der Stadtwerke" schrieb er außerdem drei Weihnachtsmärchen, die als Sing- und Tanzspiele zu Weihnachtsfeiern in der Kaiser-Friedrich-Halle mit Erfolg aufgeführt wurden.


Bibliografie

1999
"Wenn der Graf Balderich..." : Mönchengladbacher und andere Lieder und Gedichte. Mit Illustrationen von Willy Uhrig (Unsere Heimat Mönchengladbach in Wort und Bild; Bd. 11)


Leseprobe

Wenn der Graf Balderich

1. Jeden Nachmittag, da muß ich um halb drei
bei dem alten Grafen Balderich vorbei.
Am Abteiberg steht er auf dem Sockel still und stumm
und schaut sich gar nicht um.
Und so dacht' ich stets bei mir,
lieber Graf, was weißt du hier schon von Gladbach?
Steig herab und komm mit mir!

Refrain: Wenn der Graf Balderich,
der sonst nur auf dem Sockel steht,
des Nachts, wenn alles schläft,
durch Mönchengladbachs Straßen geht,
dann schüttelt er sein Haupt und brummt:
"Mein Gladbach, was bist du modern,
aber trotzdem hab' ich dich noch immer gern,
aber trotzdem hab' ich dich noch immer gern!"

2. Eines Nachts jedoch, da kam ich um halb eins
leicht beschwingt von einem Gläs'chen guten Wein's
bis zum Grafen, und sieh' da, ich kriege einen Schreck,
der alte Graf war weg!
Ja, der Sockel, der war leer,
und ich dacht', das gibt's nicht mehr,
denn der alte Graf ging langsam vor mir her!

Refrain: Wenn der Graf Balderich, ...

3. Auf dem Alten Markt blieb er dann plötzlich steh'n,
um den kleinen Vitus sich dort anzuseh'n.
"Meine Zeit", sagt er,"was haben sie mit dir gemacht?"
Sankt Vitus aber lacht:
"Dafür bin ich exquisit,
doch Moment, ich komme mit!"
Und so talpten wir durch Gladbach nun zu dritt.

Refrain: Wenn der Graf Balderich, ...

4. Seit der Zeit, weiß ich, es steht der alte Graf,
gar nicht immer auf dem Sockel treu und brav.
Nein, des Nachts da klettert er beim Mondschein
Dort herab und holt Sankt Vitus ab.
Und dann geh'n sie inspizier'n,
und vielleicht auch kritisier'n,
was man Neues in der Stadt tat fabrizier'n.

Refrain: Wenn der Graf Balderich

(aus: Wenn der Graf Balderich ..., S. 13 /14)


Den Verliebten

Nicht alles, was im Sonnenschein
an Blumen ist zu finden,
ist Liebe. - Dieses Blümelein
wächst nicht in Wiesengründen.

Die echte, große Liebe blüht
wie's Edelweiß, hoch oben,
wo jede andre Blume flieht,
weil dort auch Stürme toben.

Doch wißt, der Weg bis dahin ist
fürwahr gar recht beschwerlich.
Drum seid, daß keiner das vergißt,
euch gegenseitig ehrlich!

Wenn ihr das Blümeein holen wollt,
müßt ihr zusammen gehen.
Noch keiner hat's allein geholt.
Nein, höchstens nur gesehen!

(aus: Wenn der Graf Balderich ..., S. 131/132)


Neue Hoffnung

(Eine Mutter am Grabe ihres Kindes)

Ein volles Jahr ist heut vergangen,
daß ich an deinem Bettchen saß
und unter Hoffen, unter Bangen
mich und die ganze Welt vergaß.

Ich war in hunderttausend Nöten.
Du warst ein kleiner Engel mir.
In jenen Stunden lernt ich beten!
Und dennoch gingst du fort von mir.

Die Morgenglocken klangen leise,
da drückt ich dir die Äuglein zu.
Ein Englein ging auf große Reise;
Mein kleines Kind zur ew'gen Ruh.

Es war am Anfang schwer zu tragen.
Es schien, als ging mit dir das Glück.
Doch heute will ich's Vater sagen
Mir scheint, du kommst zu uns zurück!

(aus: Wenn der Graf Balderich ..., S. 136)