Walter Beckers

Walter Beckers

Hardenbergstr. 43-45
41236 Mönchengladbach
Tel.: 0 21 66 / 41 601



Biografie

Geboren am 16. November 1947 in Alsdorf bei AachenAusbildung: Volksschule in Erkelenz, Lehre: Großhandelskaufmann (IHK), 3,5 Jahre Kfm. Berufsaufbauschule in Mönchengladbach-Mülfort: Fachschulreife; Vier Jahre Abendgymnasium Düsseldorf / Mönchengladbach-Odenkirchen / Dülken / Viersen: Abitur (Kempen/Krefeld); 1,5 Jahre Fachschule für EDV in Hochdahl: Betriebswirt EDV (staatl. gepr.); Acht Semester Studium der Informatik / BWL an den Universitäten Bonn und Nürnberg; sechs Monate Auslandsaufenthalt in London; Control Data Institut (CDI) in Frankfurt/M: Programmierer; 1 Jahr CDI in Düsseldorf: Fachmann für Großrechner-Betriebssysteme (MVS/UNIX); Fünf Monate Semantec in Köln: Netzwerktechniker.

Berufliche Tätigkeiten: Mainframe-Programmierer in Düsseldorf, Zwei Jahre EDV-Dozent für die Ausbildung von Großrechner-Programmierern bei der Deutschen Angestellten Akademie in Düsseldorf sowie in der Bundeswehrkaserne Hilden. Acht Jahre nebenberuflich VHS-Dozent für EDV-Kurse in Mönchengladbach; Tätigkeit als IT-Vertriebsbeauftragter für Hard- und Software im Minicomputer- und Großrechner-Bereich bei diversen Unternehmen und seit 1996 als IT-Consultant im Auftrage einer Unternehmensberatung für die Vermittlung von freiberuflichen Programmierern in Deutschland zuständig.

Mit seinem ersten Roman Die Headhunter Connection hat Walter Beckers in hervorragender Weise das Kunststück vollbracht, ein ursprünglich als Lehrbuch geplantes Werk zu einem spannenden Roman fortzuentwickeln. Beiläufig verschafft das Buch eingebettet in einer lebendigen Szenenfolge - dem Leser Einblick in einen Zweig der modernen Dienstleistungswirtschaft, der den meisten unbekannt sein dürfte. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit werden in speziellen Unternehmensberatungen IT-Fachleute als Freiberufler oder als eigene Angestellte an andere Unternehmen vorübergehend für die Erledigung bestimmter Projekte der Informationstechnik ausgeliehen. Der Autor beschreibt dabei den rasanten Aufstieg einer kleinen prosperierenden IT-Consulting-Firma und deren späteren Fall als Folge verfehlter Geschäftspolitik. Er lässt den Leser an dem stressreichen Beruf eines IT-Vermittlers teilhaben,wobei aber die einfühlsame Darstellung der persönlichen Schicksale von Menschen in seinem beruflichen und privaten Umfeld nicht zu kurz kommt.

In der Szene wird dieses Ausleihgeschäft auch als Bodyleasing bezeichnet. Ob man dieses Geschäft als eine moderne Variante des Sklavenhandels bezeichnen kann, sollte der Leser selbst beurteilen.

Walter Beckers hat feste Pläne für seine literarische Arbeit in der Zukunft. Auf seinen nächsten Roman darf man gespannt sein.



Bibliografie

2003 "Die Headhunter Connection". Roman.Berg.-Gladbach, ISBN 3-87314-383-6   IT-Fachbeiträge in diversen Zeitschriften und Zeitungen

 

Leseprobe

Leseproben aus dem Roman Die Headhunter Connection, Seiten 173-174 u. 312-313

Auf dem Weg dorthin erfahre ich noch einiges über so manchen Schriftsteller, der hier durch die Lande zog und sein Publikum fand. Iljana kann wie ein Buch sprechen, wenn sie über ihre vergangenen Jahre und den damaligen Zeitgeist mit ihren Literaten, Politikern und sonstigen Künstlern nachdenkt. Wir überqueren eine weitere Straße und hören bereits die Klänge der Band, als die Tür geöffnet wird und zwei junge Pärchen das Lokal betreten. Augenblicke später stehen wir vor der Tür. Während ich die Tür öffne, vernehmen wir ein Stück von Hannes Wader. Im Anschluss daran die unverkennbare Art eines Liedes von Reinhard Mey. Die Kneipe ist bereits ziemlich voll. Am Schanktisch vorne links finden wir zwei Stehplätze. Wir gehen hinüber und bestellen zwei Schwarzbier. Das anwesende Publikum ist bunt gemischt. Studenten, Schüler und einige ältere Semester wie ich sind darunter. Bei dem vorgetragenen Lied oder Sprechgesang ist es relativ still in diesem Pub. Die Leute scheinen aufmerksam zuzuhören. Man unterhält sich fast im Flüsterton. Am Ende der ersten Darbietung applaudieren alle. Dazwischen kommen einige Pfiffe der Anerkennung, soweit ich das zu deuten vermag. Auf der Bühne verneigen sich drei junge Herren und eine etwas ausgeflippt aussehende noch jüngere Dame. Der Bandleader stellt die Gruppe auf eine etwas improvisierte Weise vor, während das Publikum jedem Künstler eine Portion Beifall zukommen lässt. Es sieht für einen Moment nach einer kurzen Gitarreneinstimmung aus, dann folgt das nächste Stück. Die Rockklänge sind mir unbekannt. Iljana bemerkt es und sagt: Das müsstest du eigentlich kennen, es ist eines der bekannteren Stücke der Puhdys. Die Scheiben wurden auch im Westen gehandelt. Leider kenne ich nicht jedes Stück, auch den Namen dieser Gruppe höre ich zum ersten Mal. Iljana erklärt mir, dass ungefähr Ende der 50er-Jahre eine Anordnung erlassen wurde, wonach mindestens 60 Prozent der im Rundfunk gespielten Musik aus den Ostblockstaaten sein musste. Da Cover-Produktionen nicht erlaubt waren, sahen sich die jungen Musiker gezwungen, eigene Schöpfungen hervorzubringen. Das führte schließlich zu einem eigenen Musikstil, der sich deutlich von den im Westen produzierten Stücken unterschied. ...

Inzwischen bedienen wir uns mit Kaffee. Die größte Ungewissheit ist gewichen. Wir wissen, dass es erst einmal so wie bisher weitergeht. Den neuen Cef werden wir gleich zu Gesicht bekommen. Es ist auch für jeden nachvollziehbar, das Max künftig andere Prioritäten für sein weiteres Leben verfolgen möchte. Manche von uns haben wahrscheinlich den gleichen Gedanken wie ich. Zu welchem Preis hat Max die Firma verkauft? Nach etwa zehn Minuten betreten beide Herren den Raum. Guten Tag, meine Damen und Herren, grüßt der eine. Ich darf euch Herrn Meiser als neuen Inhaber und Geschäftsführer vorstellen. Herr Meiser, bitte! Herr Luck hat Ihnen bereits die Neuigkeiten mitgeteilt. Wir werden uns in den nächsten Tagen näher kennen lernen. Ich bin davon überzeugt, dass wir gut miteinander zurechtkommen werden. Wie ich von Ihrem Chef erfahren habe, übernehme ich eine erfolgreiche Mannschaft mit einem ausgeprägten Teamgeist. Genau das brauchen wir, um weiterhin am Ball zu bleiben. Nun zu mir. Seit rund zehn Jahren bin ich im IT-Geschäft tätig. Zuvor war ich längere Zeit bei einem Chemieunternehmen angestellt. In den letzten sieben Jahren war ich in der Geschäftsführung zweier Unternehmen. Wir haben Produkte für die Medizintechnik hergestellt und verkauft. Meine Kunden waren vor allem Kliniken, Forschungseinrichtungen und Ärzte. Ich kenne die Vertriebstätigkeit aus eigener Erfahrung und kann daher auch Ihre Arbeit sehr gut nachvollziehen. Sie haben in mir nicht nur einen neuen Chef, sondern auch einen Partner, der Sie unterstützen möchte. Nehmen Sie dieses Angebot bitte ernst. Ich freue mich über eine gute Zusammenarbeit und möchte auf Ihre Fragen gerne gleich antworten bitte. Welche Fragen stellt man dem Neuen? Ihn mit kritischen Fragen provozieren, sollte man tunlichst vermeiden. Im Vergleich zu Max ist er eine sehr schlanke und dynamisch wirkende Person Anfang 40. Volles glatt gekämmtes Haar, Brillenträger, vielleicht 1,80 m groß mit blasser Gesichtsfarbe. Er macht auf mich einen etwas nervösen Eindruck, der vielleicht mit Lampenfieber vergleichbar ist. Heike kennt keine Hemmungen. Werden wir unser Geschäft so wie bisher weiterführen oder bringen Sie neue Pläne mit? Eine gute Frage, ha, ha. Erst einmal lassen wir alles so, wie es ist. Ich habe vor, das Unternehmen weiter zu vergrößern, indem wir noch mehr Berater unter Vertrag bringen. Auch möchte ich den Produktvertrieb als neuen Bereich dazunehmen. Das werden ausgesuchte Hard- und Softwareprodukte sein. Wieder ein Moment der Stille, die von Max unterbrochen wird. Ja, wie ihr seht, ist Herr Meiser jemand, dem ich ruhigen Gewissens die Geschicke des Unternehmens überlassen darf. Ich wünsche, dass ihr Herrn Meiser mit aller Kraft bei der Verwirklichung seiner Ziele unterstützen werdet. Ihnen, Herr Meiser, wünsche ich weiterhin sehr viel Erfolg! Er drückt ihm mit ausdrucksstarker Gestik die Hand, dann verlassen beide den Besprechungsraum. Wir bleiben noch einige Minuten zusammen. Ob er uns auch das Du anbietet?, fragt Heike. Er sieht eher etwas konservativ aus, vielleicht täusche ich mich auch, antworte ich. ...