Das Ehepaar Carl (1833-1913) und Clara (1843-1921) Brandts, geborene Schüller, besaß ein Haus mit Garten auf der Kaiserstraße 47 in Mönchengladbach. Im Andenken an die Eltern vermachte ihr Sohn Reinhold Brandts mit seiner Frau Paula, geborene Therstappen, die gesamte Immobilie in Form einer Stiftung am 17. März 1926 der Stadt Mönchengladbach. An diese großzügige Schenkung war die Bedingung geknüpft, dass das Haus zur „würdigen Unterbringung der Stadtbibliothek sowie zu Archiv- und Museumszwecken“ genutzt wurde.

Im Januar 1927 zog die Stadtbibliothek dort ein, erstmals in ein eigenes Gebäude; die feierliche Einweihung erfolgte am 16. Mai.

Im Zuge einer Neuorganisation 1933 wurde das Haus Bismarckstraße 99 zum Haus für Wissenschaft und Volksbildung und nahm u. a. die Stadtbibliothek im Erdgeschoss auf. Das Haus Kaiserstraße 47 beherbergte nun die Bestände des Kunstmuseums. Es wurde 1944 durch Kriegseinwirkungen zerstört.

Nach dem Krieg wurde auf diesem Areal die heutige Stadtbibliothek errichtet und am 9. April 1964 unter Anwesenheit von Dr. Rudolf Brandts, Archivar und Angehöriger der Stifterfamilie, eingeweiht. Seit 2015 führt die Zentralbibliothek Mönchengladbach, die mittlerweile in die Denkmalliste aufgenommen wurde, die Bezeichnung „Carl-Brandts-Haus“.
Der Textilfabrikant Carl Brandts war der Bruder von Franz Brandts (1834-1914), dem Gründungsmitglied und ersten Vorsitzenden des Volksvereins für das katholische Deutschland (1890-1933). Die Bibliothek des Volksvereins ist Teil des Bestandes der Zentralbibliothek. Die Portraits von Carl und Clara Brandts befinden sich im Lesesaal.