29.06.2026

Was ein Holz-Smartphone über Smart City verrät

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Was ein Holz-Smartphone über Smart City verrät

Von Mönchengladbach nach Neuss

Am Digitaltag in Neuss am 26. Juni 2026 wurde sichtbar, was interkommunale Zusammenarbeit ganz praktisch bedeuten kann: Das Mönchengladbacher Holz-Smartphone, das bereits 2024 bei den Beteiligungsveranstaltungen zur Stadt-App Mönchengladbach zum Einsatz kam, half nun auch in Neuss dabei, Ideen, Wünsche und Anregungen für eine zukünftige App sichtbar zu machen.

Wie entwickelt man eine Stadt-App, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit viele Kommunen, darunter auch Neuss und Mönchengladbach.

Bereits 2024 wurde das Holz-Smartphone bei mehreren Beteiligungsveranstaltungen zur Stadt-App Mönchengladbach eingesetzt. Dabei konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen, Wünsche und Erwartungen an eine kommunale App direkt einbringen. Die gesammelten Rückmeldungen halfen dabei, Anforderungen zu priorisieren und die Entwicklung der Stadt-App an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten.

Nun kam das Holz-Smartphone auch in Neuss zum Einsatz. Dort lud die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Digitaltags dazu ein, die Weiterentwicklung der bestehenden Landesgartenschau-App (LAGA-App) hin zu einer zukünftigen Stadt-App für Neuss mitzugestalten. Die Rahmenbedingungen der beiden Projekte sind unterschiedlich, die Fragen dahinter jedoch sehr ähnlich: Welche digitalen Angebote wünschen sich die Menschen vor Ort? Welche Informationen sind im Alltag relevant? Und wie können Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die Entwicklung eingebunden werden?


  

Mehr als ein Beteiligungsinstrument

Das Holz-Smartphone ist dabei mehr als ein Beteiligungsinstrument. Es steht für eine Form der Zusammenarbeit, die im Smart-City-Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnt: Erfahrungen teilen, voneinander lernen und bestehende Lösungen gemeinsam weiterentwickeln.

Dass das Modell nun in Neuss zum Einsatz kam, ist kein Zufall. Bereits seit einiger Zeit stehen beide Städte im Austausch zu den Themen Bürgerbeteiligung und Stadt-App. Dabei werden Erfahrungen, Methoden und Werkzeuge geteilt und für die jeweiligen Anforderungen vor Ort weiterentwickelt.

Sichtbar wird dieser Gedanke auch am Holz-Smartphone selbst. Statt ein eigenes Modell zu bauen, hat die Stadt Neuss das Mönchengladbacher Holz-Smartphone übernommen und für die eigenen Anforderungen erweitert. Ergänzt wurde beispielsweise ein digitales Formular zur Erfassung der Rückmeldungen. So wird eine bestehende Idee weitergedacht und an die Anforderungen einer anderen Kommune angepasst.

 

Gemeinsam weiterentwickeln

Ein ähnlicher Gedanke prägt auch die Entwicklung der Stadt-App Mönchengladbach. Sie basiert auf der Open Smart City App, die ursprünglich in Solingen entwickelt wurde und inzwischen von mehreren Kommunen gemeinsam weiterentwickelt wird. Erfahrungen, neue Funktionen und Erkenntnisse fließen dabei zurück in das gemeinsame Projekt und können so auch anderen Städten zugutekommen.

Ob Holz-Smartphone oder Stadt-App: Dahinter steht derselbe Ansatz. Nicht jede Kommune muss für jede Herausforderung bei null beginnen. Wissen, Methoden und Werkzeuge können geteilt, angepasst und gemeinsam weiterentwickelt werden. Das schafft Raum für die Fragen, die wirklich wichtig sind: Was brauchen die Menschen vor Ort und wie können digitale Angebote sie im Alltag unterstützen?

Das Holz-Smartphone stand am Digitaltag nur für einen Tag in Neuss. Was bleibt, ist die Idee dahinter: Gute Lösungen müssen nicht immer neu erfunden werden. Sie können geteilt, weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst werden.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis. Das Holz-Smartphone verrät, dass Smart City nicht bei Technologie beginnt. Smart City beginnt dort, wo Städte ihr Wissen teilen, voneinander lernen und gemeinsam weiterbauen.

 

Weiterführende Links:

Pressemitteilung der Stadt Neuss zum Digitaltag 2026