Bei einem Balg denken wir an ein freches, verzogenes Kind. Der Balg des Akkordeons kann auch ungezogen sein. Aber nur, wenn jemand nicht weiß, wie man den fächerförmigen Mittelteil auseinanderzieht und zusammendrückt. Seinen Namen hat der Akkordeon-Balg aber vom Blasebalg, denn er wird mit Luft angetrieben. Der Balg ist die Lunge des Instruments. Im Rhythmus der Musik atmet und keucht er.
Den Akkordeonisten und sein Instrument verbindet eine innige Nähe: Er hält es in den Armen wie ein Baby. Beim Spielen wiegt er es hin und her. Und wenn ihm beim Auftritt vor Aufregung laut das Herz klopft, dann hört man über den Balg verstärkt das „Poch, poch - poch, poch“.
Die Familie der Aerophone hat viele Sprösslinge: Manche Akkordeon-Typen haben für die rechte Hand Tasten und für die linke Knöpfe, andere nur Knöpfe. Und auch ein reines Knopf-Akkordeon ist längst nicht wie das andere. In der Musikschule darf jeder Schüler aussuchen, welcher Typ ihm liegt. Der Lehrer hat Pech: Er muss alle spielen können.






