Das Saxophon ist ein Zwitterwesen. Sein Erfinder Adolphe Sax wollte ein Instrument schaffen, das lauter ist als die Klarinette, aber so sanft und lieblich wie die Geige. 1842 wurde das Saxophon patentiert. Tatsächlich kann es jedes Orchester übertönen. Und mit seinem weiten Trichter nähert es sich dem warmen Klang des Horns an.
Es gibt sieben Ausführungen vom Sopranino- bis Kontrabass-Saxophon. So kann es in jeder Tonlage mitmischen. Saxophonisten lieben ihr Instrument gerade wegen seiner riesigen Ausdrucksmöglichkeiten. Es kann ein Schreihals sein, aber auch ein Flüstern im Wind. Der Klang reicht von überirdisch bis sehr erdig, von scharf und aggressiv bis verträumt. Dadurch ist es das ideale Instrument, um farbenreich Geschichten zu erzählen.
Eigentlich ist unlogisch, dass das Saxophon zur Familie der Holzbläser gehört. Die Begründung ist dürftig: weil das Rohrblatt aus Schilfrohr ist. Das Rohrblatt ist der Teil des Mundstücks, der beim Blasen die Luft in Schwingung versetzt und den Ton erzeugt. Aber da sprechen wir von einem schmalen, gerade mal sieben Zentimeter langen Teil. Der Rest ist: Blech, Blech und noch mal Blech.
Mit dem Saxophon ist es wie beim Essenkochen: Manche zaubern ein tolles Menü, indem sie sich minutiös an das Rezept halten. Andere werfen in den Topf, was da ist. Und komponieren jedes Mal ein anderes Gericht. Auch das kann köstlich schmecken. Wer gerne improvisiert, hat mit dem Saxophon einen wunderbaren Partner.







