Querflöte spielen lässt sich gut mit einer leeren Flasche üben: Einfach die Unterlippe anlegen, knapp drüber hinwegblasen, und schon entsteht ein Ton. Genau das ist auch der Trick bei der Querflöte. Sie ist ein „Schneideton-Instrument“. Anders als bei allen anderen Blasinstrumenten steckt der Flötist das Mundstück nicht in den Mund oder verschließt es mit den Lippen. Sondern er bläst halb darüber hinweg und dadurch entsteht der Ton. Dabei werden die Lippen gespannt und bilden einen kleinen Schlitz. Das klingt ein bisschen kompliziert - ist es aber gar nicht. Schon in der ersten Stunde kann ein halbwegs geschickter Schüler sich über seine ersten schönen Töne freuen.
Der Tonumfang der Querflöte entspricht der rechten Hälfte der Klavier-Tastatur. Bei ihren hohen, warmen Klängen denken wir schnell an Vogelgezwitscher. In dem Musikmärchen „Peter und der Wolf“ steht die Flöte für den Gesang des Vogels. Und wenn Querflötisten in der Natur spielen, kann man eine witzige Beobachtung machen: Die Vögel in den Bäumen fangen aufgeregt an mitzusingen.
Von der Blockflöte unterscheidet die Querflöte sich in mehreren Punkten: Sie wird nach rechts gehalten, hat Klappen und ist nicht aus Holz, sondern aus Nickel, Silber oder Gold. Dass sie trotzdem zur Familie der Holzblasinstrumente gehört, liegt nur daran, dass sie früher aus Holz gebaut wurde. Das ist wie beim Düsseldorfer Zoopark, der nur so heißt, weil dort früher ein Zoo war. Die heutigen Flöten aus Metall haben den Vorteil, dass sie im großen Orchester lauter und kräftiger sind. Ein Flötist im Orchester kann mehrere Instrumente spielen: die kleine, hohe Piccolo-Querflöte, die „normale“ Sopranflöte und die großen Schwestern Alt- und Bass-Querflöte. Je tiefer der Ton, desto größer das Instrument. Die Bass-Flöte ist gebogen wie ein „J“. Das ist sehr hilfreich, denn sie wiegt knapp zwei Kilogramm und ein Konzert kann lang sein. Durch den Bogen ist das Rohr kürzer und zieht nicht so nach unten, wenn es zur Seite gehalten wir. Denn aus dem Physikunterricht wissen wir: Je länger der Hebel, desto größer die Kraft.






