Die Klarinette ist wie eine Katze. Sie kann sich zart und anmutig auf Samtpfötchen anschleichen. Im nächsten Moment schießt sie in die Höhe, ist scharf und kraftvoll wie ein Raubtier. Mal ist sie ein fröhliches, verspieltes junges Kätzchen. Aber sie kann auch seidig, voll und warm klingen wie eine Katzendame, die sich schnurrend in der Sonne räkelt.
Dieses Holzblasinstrument ist mit etwa 750 Gramm Gewicht leichter als eine Milchtüte. Aber es hat einen riesigen Tonumfang von fast vier Oktaven. Die Klarinette hat 32 Tonlöcher. Da wir bekanntlich nicht ganz so viele Finger haben, helfen uns 25 Klappen, diese Löcher zu verschließen. Klarinette zu spielen hat etwas sehr Ursprüngliches, ein bisschen, wie auf einem Grashalm eine Melodie zu blasen. Ihr typischer Ton wird nämlich auf einem dünnen Stück Bambus erzeugt, dem Rohrblatt. Man spannt es in das Mundstück ein. Wenn durch den Spalt zwischen Blatt und Mundstück Luft strömt, entsteht der Ton. Ein Trichter unten am Instrument verstärkt ihn. Es gibt fünf gebräuchliche Klarinetten-Größen. Anfänger spielen fast immer B-Klarinette. Am tiefsten klingt die Kontrabass-Klarinette. Sie ist genauso schmal wie die anderen Klarinetten, aber gebogen wie ein Saxophon. Wer dieses Instrument spielt, muss mit der Frage leben, ob sein Saxophon eine Hungerkur gemacht hat.






