Fagott? Wie bitte? Wer dieses Instrument spielt, muss sich daran gewöhnen, dass neun von zehn Menschen gar nicht wissen, was das ist. Das Fagott ist kein Selbstdarsteller, sondern eher lichtscheu. Dabei spielt es im Orchester eine zentrale Rolle: In der Familie der Holzbläser hat es die tiefste Stimme. Es ist wie mit den Wurzeln eines Baumes. Wenn sie nicht gut im Boden verankert sind, wackelt der ganze Baum. Und die Fagotte werden gebraucht, um die tiefen Streicher mit den Holzbläsern zu verbinden - teilweise untergründig, denn ihr Klang ist zu warm und weich, um andere zu übertönen. Wegen seiner Sanftheit wird es auch „das Instrument der Liebe“ genannt.
So wie manchmal zwischen Hund und Herrchen eine gewisse äußere Ähnlichkeit besteht, sagt man im Spaß, dass Fagottisten oft lang und dünn sind. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Das Instrument ist jedenfalls ein Lulatsch. Es besteht aus einem 2,60 Meter langen Rohr, das wie ein U unten einmal geknickt ist. Warum das Rohr so lang ist? Je länger, desto tiefer: So kann der Fagottist, wenn er in sein Mundstück aus Schilf bläst, die schönen dunklen und honigfarbenen Töne erzeugen. Aber es ist nicht nur ein Brummbär, sondern hat einen Tonumfang von dreieinhalb Oktaven. In der Höhe ist der Klang klar und weich. Dieses Instrument kann sehr sanft und lyrisch klingen. Aber ebenso charakteristisch sind seine kurzen, hüpfenden Töne, die an einen drolligen Clown erinnern. Wenn in der Oper jemand auf die Nase fällt oder eine Blumenvase zerspringt, kann man wetten, dass dann das Fagott zu hören ist.
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