Mit dem Begriff des Kinder- und Jugendschutzes werden Konzepte und Handlungen bezeichnet, die geeignet sind, junge Menschen im Prozess ihres Aufwachsens vor gefährdenden Einflüssen zu schützen und die soziale Integration junger Menschen in die Gesellschaft unterstützen. Kinder und Jugendliche brauchen Schutz und Unterstützung, um sicher und gesund aufzuwachsen. Gefährdungen stellen u.a. der Missbrauch von Suchtmitteln, durch Medien verbreitete Inhalte und verschiedene Arte von Gewalt an jungen Menschen dar. Der Kinder- und Jugendschutz begleitet sie dabei, Verantwortung zu übernehmen, ihre Grenzen zu kennen und selbstbewusst durchs Leben zu gehen.
Aufgaben und Ziele
Ziel ist es, pädagogische Angebote zu schaffen und präventive Maßnahmen zu entwickeln, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Risiken, Gefahren und deren Folgen zu informieren und zu beraten. Dies geschieht unter anderem durch:
- Planung und Durchführung von Informations-, Präventions- und Öffentlichkeitsveranstaltungen
- Erstellung und Bereitstellung von Informationsmaterialien, Kampagnen
- Beratung von Institutionen, Gewerbetreibenden, Veranstaltenden, Eltern, Kindern und Jugendlichen
- Kooperation mit Schulen, Jugendämtern, Vereinen, Einrichtungen, Polizei und Ordnungsamt
- Netzwerkpflege mit Akteur*innen im Sozialraum
Der Kinder- und Jugendschutz besteht aus drei Bereichen:
Gesetzlicher Kinder- und Jugendschutz: Hier geht es um klare Regeln und Gesetze, die Kinder und Jugendliche schützen – zum Beispiel das Jugendschutzgesetz oder das Jugendarbeitsschutzgesetz. Sie sorgen dafür, dass junge Menschen nicht mit Gefahren wie Alkohol, Gewalt oder jugendgefährdenden Inhalten in Kontakt kommen.
Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz: Dieser Bereich hilft jungen Menschen, Risiken früh zu erkennen, offen über schwierige Themen zu sprechen und gute Entscheidungen zu treffen – egal ob bei Medien, Suchtmitteln oder Konflikten.
Struktureller Kinder- und Jugendschutz: Hier werden die Lebensbedingungen im Alltag von Kindern und Jugendlichen verbessert, etwa durch sichere Freizeitorte, Unterstützung in Schulen oder Hilfen für Familien.
Wichtige Themen im Kinder- und Jugendschutz:
Suchtprävention: Aufklärung zu Alkohol, Nikotin, Cannabis, Medikamenten, illegalen Drogen und Glücksspiel
Gesundheitsprävention: Aufklärung zu Risikoverhalten, Energydrinks, Schönheitsideale oder Körperdruck, Umgang mit Stress
Sexualprävention: Aufklärung, Schutz vor Missbrauch und Gewalt, Förderung von Selbstbestimmung und Respekt
Vorbeugung von Extremismus und Diskriminierung: Sensibilisierung im Umgang mit religiösen, politischen und gruppenbezogenen Feindbildern, aber auch Stärkung von Selbstwert und Konfliktfähigkeit und Umgang mit Gruppendruck und Mobbing
Jugendarbeitsschutz: Informationen über Rechte und Pflichten beim ersten Job, Ausbildung und Nebenjobs
Medienkompetenz: Aufklärung über den sicheren und bewussten Umgang mit digitalen Medien, Schutz vor problematischen Inhalten und verantwortliches Verhalten im Netz


