Kompensationsmanagement
Unter Kompensationsmanagement versteht man die Planung und Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen, um Eingriffe in Natur und Landschaft zu kompensieren.
Zu den Aufgaben des Kompensationsmanagement gehört die Beschaffung und Sicherung geeigneter Flächen, die Planung und Betreuung von Maßnahmen wie zum Beispiel der Schaffung von Öko-Konten und die Koordination mit Eigentümern und Behörden. Das Ziel ist, die negativen Auswirkungen von Bau- oder Entwicklungsprojekten auf die Umwelt auszugleichen.
Kompensationsmanagement der Stadt Mönchengladbach
In der Stadt Mönchengladbach ist das Kompensationsmanagement bei der Unteren Naturschutzbehörde angesiedelt. Das Kompensationsmanagement der Stadt Mönchengladbach nutzt die gesetzliche Möglichkeit nach § 16 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), Kompensationsflächen zu bevorraten. Das bedeutet, dass der ökologische Ausgleich (Kompensation) bereits vor dem Eingriff in Natur und Landschaft stattfindet.
Diese Vorgehensweise bietet zwei wesentliche Vorteile:
- Komplexere und hochwertigere Kompensationsprojekte können geplant und umgesetzt werden.
- Der Ausgleich erfolgt bilanziell bereits im Voraus, bevor der eigentliche Eingriff stattfindet.
Finanzierung der Kompensationsprojekte über Ersatzgelder
Die Finanzierung von Kompensationsmaßnahmen ist im § 15 Bundesnaturschutzgesetz und im § 31 Landesnaturschutzgesetz geregelt.
Wird ein Eingriff in die Natur und Landschaft z.B. durch ein Bauvorhaben zugelassen oder durchgeführt, obwohl die Beeinträchtigungen nicht zu vermeiden oder nicht in angemessener Frist auszugleichen oder zu ersetzen sind, hat der Verursacher Ersatz in Geld zu leisten. Die Ersatzzahlung bemisst sich nach den durchschnittlichen Kosten der nicht durchführbaren Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen einschließlich der Kosten für deren Planung und Unterhaltung sowie die Flächenbereitstellung unter Einbeziehung der Personal- und sonstigen Verwaltungskosten. Die Ersatzzahlung ist zweckgebunden für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege möglichst in dem betroffenen Naturraum zu verwenden, für die nicht bereits nach anderen Vorschriften eine rechtliche Verpflichtung besteht.
Umsetzung
Die Kompensationsflächen werden zu Biotopen mit einer sehr hohen ökologischen Wertigkeit entwickelt. Dafür werden Flächen angekauft, Gewässer renaturiert, Blühwiesen angelegt oder Flächen aufgeforstet. Dabei achtet das Kompensationsmanagement darauf, dass die angelegten Kompensationsflächen großflächig und zusammenhängend entwickelt werden, um einen möglichst hohen ökologischen Wert zu erreichen und dabei gleichzeitig den Pflegeaufwand möglichst gering zu halten. Die Umsetzung eines Projektes dauert in der Regel ein bis zwei Jahre, wobei die Planungsphase den größten Zeitanteil hat und die praktische Umsetzung der Maßnahme nur wenige Monate dauert.

























