Erarbeitungsprozess

Am Anfang des Prozesses stand die Erkenntnis, dass die Innenstadt von Rheydt im Vergleich mit anderen, in Größe und Struktur ähnlichen Innenstadtbereichen in Deutschlands, von einem schleichenden Funktionsverlust betroffen ist. Damit einhergehend ist ein steigender Leerstand in den Geschäftslagen, eine schwindende Vitalität und eine rückläufige Besucherfrequenz. In der Konsequenz war ein nach und nach unansehnlicher werdender öffentlicher Raum und private Bausubstanz absehbar.

Im Jahr 2007 wurde die BV Rheydt-Mitte darüber informiert, dass die Stadt Mönchengladbach ein tragfähiges Konzept für die Innenstadt von Rheydt erarbeiten lassen möchte, das Wege für die künftige Entwicklung aufzeigt (vgl. Vorlage VII/2576).

Abschließend fertig gestellt wurde das Konzept - inklusive des "Fachbeitrag Soziale Stadt" - im Jahr 2010. Auf dessen Grundlage werden seit diesem Zeitpunkt Fördermittel des Landes NRW, des Bundes und der Europäischen Union zur Umsetzung einer Vielzahl von städtebaulichen und sozialintegrativen Maßnahmen eingesetzt. 2015 wurde das Konzept fortgeschrieben und für die Beantragung weiterer Mittel eingesetzt.

Die Förderung aus dem Programm Soziale Stadt endete mit Fertigstellung der letzten Maßnahme „Umbau Maria Lenßen Garten“ im Jahr 2023. 

Im Frühjahr 2024 wurde das Förderprogramm Soziale Stadt Rheydt nach10 Jahren Städtebauförderung erfolgreich abgeschlossen, was mit einem großen Abschlussfest im Quartiersbüro gefeiert wurde. Die umgesetzten Maßnahmen haben vor allem im öffentlichen Raum gewirkt und konnten dort zahlreiche Verbesserungen erzielen.

Mönchengladbach-Rheydt ist ein Ortsteil mit rd. 41.000 Einwohnern im Stadtbezirk Süd. Rheydt ist, neben der rd. 4km entfernten Innenstadt Mönchengladbachs, ein weiteres bedeutungsvolles Zentrum der Stadt. Es bündelt Verwaltungs- und Kultureinrichtungen sowie vielseitigen Einzelhandel und Gastronomie. Seine starke funktionale Struktur und die Identität der Bewohner ergeben sich aus der langjährigen Eigenständigkeit vor der Gebietsreform im Jahr 1975.

Auch wenn Rheydt insbesondere von Einwohnern der südlichen Stadtteile Mönchengladbachs als Zentrum geschätzt wird, leidet es seit Jahren, wie viele Zentren, unter zunehmenden Funktionsverlusten. Neben den raumstrukturellen Themen sind soziale Probleme des Stadtteils offensichtlich. Der sehr hohe Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen sowie die erheblichen Sprach- und Bildungsdefizite machen deutlich, dass die Rheydter Innenstadt einen hohen Bedarf an Förder- und Integrationsangeboten hat.

Durch unterschiedliche Konzepte konnten bereits Verbesserungen im Stadtteil erreicht werden. Einen wichtigen Beitrag dazu hat die Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen „Soziale Stadt“ geleistet. Hierüber sind mehrere Millionen Euro Fördergelder nach Rheydt geflossen, welche zur Aufwertung städtebaulicher Missstände eingesetzt wurden. Durch die intensive Begleitung des Stadtteils durch die Stadtverwaltung und das Quartiersmanagement, welches verstetigt und ab 2022 über Haushaltsgelder bis Ende 2024 weitergeführt wurde, konnte ein Beitrag dazu geleistet werden, Rheydt als attraktiven Standort zu stärken, in dem man wohnen, einkaufen und verweilen kann. 

Mit dem Ende des Förderzeitraums endete auch die Beauftragung des Quartiersmanagements. Damit die geschaffenen Projekte, insbesondere nicht verstetigten sozialen Projekte, weiterhin betreut werden und Bestand haben, wurden diese in die Zuständigkeit der Stadtteilkoordination übergeben.

Durch die Arbeit der Stadtteilkoordination, welche seit Ende 2024 im Dezernat V unter dem Dach der Sozialplanung angesiedelt ist, wird ein Beitrag dazu geleistet, Rheydt als attraktiven Standort zu stärken, in dem man wohnen, einkaufen und verweilen kann. Durch den Einbezug aktiver Akteure aus dem Stadtteil und damit einhergehende neue Impulse wird Rheydt zukunftsfähig gemacht. 

Näheres zur Arbeit der Stadtteilkoordination, Beteiligungsformaten und Veranstaltungen finden Sie hier und auf Instagram.

Was genau in Rheydt während der ersten und zweiten Förderphase passiert ist, können sie dem Sachbericht entnehmen, der zum Förderende der Politik vorgelegt wurde (3044/X).

Die Stadt Mönchengladbach wurde 2010 mit der Innenstadt Rheydt in das Programm Soziale Stadt NRW aufgenommen. Hierbei sind von 2010 bis 2015 rund 50 Projekte angeschoben und in großen Teilen umgesetzt worden. Insgesamt sind bereits 27 Millionen Euro aus EFRE-, Bund-, und Landesmitteln investiert worden. Die großen baulichen Veränderungen lassen sich in der Innenstadt deutlich ablesen. Zu den zentralen Projekten der Förderphase gehörten u.a.: 

  • Neugestaltung des Marktplatzes als neue Mitte
  • Umgestaltung Markt- und Harmoniestraße / Sparkassenvorplatz
  • Umgestaltung Marienplatz
  • Umgestaltung Hugo-Junkers-Park, Sanierung Pahlkebad
  • Umsetzung der „Bespielbaren Stadt“

Neben den baulich-räumlichen Veränderungen hat das Sozialdezernat zahlreiche Projekte und Kooperationen im Sozial- und Bildungsbereich angestoßen. Als besonderes Projekt kann hier die Interkulturelle Familienbibliothek hervorgehoben werden.

Besonders erfreulich ist, dass einige der Projekte über ihre Förderung hinaus aus dem städtischen Haushalt heraus weitergeführt werden können, sodass eine nachhaltige Wirkung für den Stadtteil erzielt werden konnte.

 

Einen Überblick über den Ablauf der ersten Förderphase und die Ergebnisse bietet die Dokumentation zur Sozialen Stadt Rheydt, die im Februar 2017 veröffentlicht wurde und hier zum Download bereitsteht.

Bereits in der Endphase der ersten Förderphase ist deutlich geworden, dass die durchgeführten Projekte und Maßnahmen zwar deutliche Verbesserungen für Rheydt und seine Bewohner erzielt haben, gleichwohl aber noch weiterer Handlungsbedarf bestand. Dieser konnte im Rahmen der Umsetzung des Innenstadtkonzepts nicht mehr bearbeitet werden, sodass sich die Stadt Mönchengladbach zur Fortschreibung des Innenstadtkonzepts als Integriertes Handlungskonzept entschlossen hat.

Neben einer weiteren Stärkung der Innenstadt, werden im Integrierten Handlungskonzept die angrenzenden Wohnbereiche mit in das Fördergebiet eingeschlossen. Hier bestehen vor allem Defizite in der Gestaltung des Wohnumfelds und des öffentlichen Raums. Über das Hof- und Fassadenprogramm, welches private Investoren animieren soll, ihre Immobilie aufzuwerten und so für eine Verbesserung der gesamten Optik im Quartier beitragen soll, werden die Wohnstraße im Von-Galen-Quartier aufgewertet. In diesem Bereich wurde auch der Platz an der Keplerstraße vor der St.-Josefs-Kirche neu gestaltet und bietet jetzt eine multifunktionale Rasenfläche, die durch die Bewohnerschaft genutzt werden kann.

Innerstädtische Grünflächen werden in der zweiten Förderphase ebenfalls aufgewertet und erlebbar gemacht. Die Parkfläche am Theater in Rheydt wird neu gestaltet und soll künftig allen Bewohnern Grund geben, diesen zu besuchen. Und auch der Garten am Maria-Lenßen-Wohnheim wird verschönert und soll durch Urban Gardening Projekte neu belebt werden.

Die Projekte der neuen Förderphase, die auf insgesamt sieben Handlungsfelder verteilt sind, befinden sich in der Endphase und werden 2022 abgeschlossen.

Begleitet wird die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes vom Büro Höcker Project Managers.

 

Die abschließende Evaluierung der Fördermaßnahmen zeigt, dass im sozialen Bereich und im öffentlichen Raum zwar einige positive Entwicklungen erzielt werden konnten, jedoch weiterhin ein Defizit auf privaten Grundstücken und bei privaten Immobilien vorhanden ist.

Um hier gezielter tätig zu werden, wurden von November 2024 bis April 2025 sogenannte Vorbereitende Untersuchungen (VU) durchgeführt und im Juli 2025 wurde das Sanierungsgebiet „Rheydt Zentrum“ per Satzung beschlossen (Beschluss und weiterführende Informationen).

Mit dem Abschluss der VU und dem Beschluss der Sanierungssatzung wurden die Grundlagen geschaffen, um weitere Fördermittel zur Erreichung der Sanierungsziele zu beantragen. Durch die Ausweisung des formellen Sanierungsgebiets „Rheydt Zentrum“ soll innerhalb des Gebiets ein umfassender Entwicklungsprozess in Gang gesetzt werden, der an die vorange-gangenen Maßnahmen und Konzepte anknüpft und auf eine maßgebliche Verbesserung der weiterhin bestehenden städtebaulichen Missstände abzielt

Das Innenstadtkonzept Rheydt und der Fachbeitrag Soziales sowie das Integrierte Handlungskonzept Mönchengladbach- Rheydt zur zweiten Förderphase können unten stehend eingesehen werden.

Innenstadtkonzept Rheydt (1. Förderphase)

Fachbeitrag Soziales (1. Förderpahse)

IHK Mönchengladbach-Rheydt

(2. Förderphase)

Ansprechpartner/in

Frau Hennecken
Tel.: (02161) 25 - 8625

 

Adresse

Rathaus Rheydt
Markt 10
41236 Mönchengladbach

Hinweis: Am einfachsten gelangen Sie zu uns über den Eingang G (Standortkarte). Hier können Sie den Fahrstuhl bis in das 3. Geschoss nehmen.