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Altes. Neu. Denken

Entwicklung eines Wissens- und Innovationscampus auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums Mönchengladbach

Das ehemalige Polizeipräsidium soll in den nächsten Jahren zu einem Wissens- und InnovationsCampus entwickelt werden. Aber was heißt das eigentlich konkret – und was hat das mit Strukturwandel zu tun?

Das „Rheinische Manchester“ hat man Mönchengladbach einmal genannt. Hier, auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums, soll nun ein „Wissens- und InnovationsCampus“ entstehen, was eher nach der Universitätsstadt Oxford klingt als nach der Arbeitermetropole Manchester. Warum kommt man ausgerechnet hier auf so eine Idee? Vielleicht, weil man gerade im Rheinischen Manchester angesichts der Entwicklungen in der Textilindustrie eines verstanden hat: Die Welt verändert sich sehr schnell. Digitalisierung, Klimawandel, und nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigen, dass es immer schwieriger wird, auch nur ein paar Jahre vorauszudenken und genau zu wissen, was morgen ist. Entsprechend groß ist die Herausforderung, die Stadt auf den Strukturwandel im Rheinischen Revier vorzubereiten und so aufzustellen, dass sie in einigen Jahren genau richtig aufgestellt ist.

 

Wissen

Trotzdem ist eine Vielzahl von Akteuren in Mönchengladbach und über die Stadtgrenzen hinaus überzeugt, dass ein Wissens- und InnovationsCampus genau das Richtige wäre, weil ein solcher Campus die Stadt auf dem Weg zur sogenannten Wissensgesellschaft einstellen würde. Denn gerade in einer schnelllebigen Welt, in der z.B. Unternehmen ihre Standorte strategisch wählen und sich dort ansiedeln, wo sie die besten Bedingungen vorfinden, wird Wissen zur wichtigsten Ressource. Dabei geht es gar nicht so sehr um Wissen im Sinne von Fakten, die man im Internet nachlesen könnte, oder im Sinne von Fachwissen, das schnell überholt sein kann. Vielmehr geht es darum, das Lernen zu lernen, sich also immer neues Wissen anzueignen und es anzuwenden, um die jeweils aktuellen Probleme zu lösen. Dafür sollen schon die Jüngsten begeistert werden, weshalb zu den bisherigen Nutzungsideen für das weitläufige Areal eine Junior-Uni oder eine Coding School ebenso gehört wie der Einsatz von „Games“ als Lerninstrument.

 

Innovation

Auch wenn Mönchengladbach damit noch nicht zum Rheinischen Oxford werden mag, ist die Stadt als einer der Standorte der Hochschule Niederrhein in unmittelbarer Nähe des Wissens- und Innovationscampus dennoch in einer tollen Startposition. Dies gilt nicht nur im Bildungsbereich, wo die Bildungsangebote des Wissenscampus von Kooperationen mit der Hochschule profitieren können und umgekehrt junge Menschen für ihren weiteren Bildungsweg, der ja auch an die Hochschule Niederrhein führt, vorbereitet werden. Denn die Hochschule Niederrhein ist eben kein universitärer Elfenbeinturm, sondern eine Hochschule für angewandte Wissenschaften. Sie ist deshalb ein wichtiges Pfund, wenn es darum geht, die Wirtschaft in Mönchengladbach und im Rheinischen Revier im Strukturwandel zu unterstützen und Ideen aus der Wissenschaft auch in die Praxis zu überführen.

Denn nichts Anderes versteht man schließlich unter „Innovation“, also den erfolgreichen Übergang („Transfer“) neuer Ideen und Erkenntnisse in die konkrete Nutzung durch Wirtschaft und Gesellschaft. Genau das ist es, was für einen erfolgreichen Wandel nötig ist. Dabei spielen besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und solche, die gerade erst als „Start-Ups“ eine neue Idee an den Markt bringen, eine wichtige Rolle. Deshalb sollen auf dem Wissens- und Innovationscampus auch Angebote geschaffen werden, die genau diese Treiber des Wandels fördern. Die Palette der Ideen reicht dabei von konkreten Schulungsangeboten für angehende Gründer und KMU über Büroräume bis hin zu Möglichkeiten des Gründerwohnens.

 

Campus

Ziemlich konkurrenzfähig gegenüber selbst angesehenen Eliteunis ist das Flair, welches das Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums schon heute ausmacht. Daher muss betont werden, dass es hier jedoch keineswegs elitär zugehen soll. Denn letztlich soll der Campus ein Ort für alle sein, auch für diejenigen, die vielleicht bei ihrem ersten Besuch noch weder Bildungsangebote noch Gründungsideen im Kopf haben. Das Gelände bietet ausreichend Platz und Charme, um hier auch erfolgreich Kultur-, Sport- und Freizeitangebote zu machen und somit viele Menschen zusammenzubringen. Wenn dadurch auch die Neugier auf das geweckt wird, was sonst am Campus passiert, ist Mönchengladbach auf dem Weg zur Wissensgesellschaft schon wieder ein Stück weiter.

Das Gelände

Hier soll Wissen Stadt finden

Eine ehemalige Polizeikaserne, dann auch noch erbaut in politisch dunklen Zeiten – das klingt im ersten Moment noch nicht nach einem Hort der Aufklärung. Doch wäre das Gelände an der Theodor-Heuss-Straße nicht der erste Ort, der eine schwierige Vergangenheit ins Gegenteil umkehrt. Die „Burg Vogelsang“ etwa, einst als Kaderschmiede der Nationalsozialisten erbaut, ist heute ein internationaler Ort der Begegnung. Das Gelände des alten Polizeipräsidiums kommt dagegen schon architektonisch weit weniger düster daher. Überwältigend ist vielmehr die Größe des Geländes und der weitläufigen Grünflächen und die durch die denkmalgeschützten Gebäude erzeugte Atmosphäre: Hat man sich deshalb von den historischen Tatsachen erst einmal ein Stück weit befreit, scheint die geplante Nutzung als Campus plötzlich ziemlich naheliegend. Im Wortsinne „naheliegend“ ist das Gelände im Übrigen auch in Bezug auf die beiden „Zentren“ Gladbach und Rheydt. Damit erhält das Projekt letztlich eine neue Symbolik als städtebauliches Bindeglied einer Stadt, die ihre Zukunft gerade mit einer neuen Strategie schreiben will: Gemeinsam Mönchengladbach.

Der Verein

Diese Mönchengladbacher wollen es: Wissen

Mönchengladbach ist im Rheinischen Revier besonders. Denn anders als die meisten anderen, eher ländlich geprägten Kommunen des Reviers ist Mönchengladbach eine echte Großstadt. Damit einher gehen besondere Herausforderungen und ja, echte Großstadtprobleme. Gleichzeitig kann die Stadt auf das besondere Potenzial einer Großstadt zurückgreifen: eine engagierte Bürgerschaft. Denn in dieser bei Weitem nicht perfekten Stadt machen sich viele Menschen Gedanken über die Zukunft ihrer Heimat und sind auch bereit, ihre Ideen mit Verve voranzutreiben und in die Tat umzusetzen. Auf diese Weise wurde vor Jahren schon der Masterplan MG 3.0 entwickelt. Und nun, vor dem Hintergrund des Strukturwandels, die Idee eines Wissens- und InnovationsCampus auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums. Um der Idee Nachdruck zu verleihen, wurde Ende 2019 der Wissenscampus e.V. gegründet. Das von den Mitgliedern beauftragte und miterarbeitete Nutzungskonzept war der ideelle Grundstein für das Projekt: Auf seiner Grundlage konnte beim Land NRW eine Zustimmung für den Ankauf erreicht und eine antragsreife Projektskizze entwickelt werden. Jetzt, mit der Chance zum Ankauf und der Beantragung erster Fördergelder, wird es ernst. Zeitnah müssen die Ideen nun konkretisiert werden – sicher mithilfe der Stadtgesellschaft und allen voran der Vereinsmitglieder des Wissenscampus e.V.