Im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2019/2020 wurden der Verwaltung jeweils 150.000 € für das Projekt „Blühendes Mönchengladbach“ zur Verfügung gestellt. Mit den Mitteln sollen multifunktionale Projekte umgesetzt werden, die sowohl zu einer Erhöhung des Grünanteils in der Stadt und somit zu einer Steigerung der urbanen Biodiversität beitragen, als auch die Auswirkungen der spürbaren klimatischen Veränderungen abmildern. Hierzu wurden in interdisziplinären Arbeitsgruppen mehrere Maßnahmenbausteine erarbeitet, die nunmehr nach und nach umgesetzt und nachfolgend vorgestellt werden.

Auf einer städtischen Fläche im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken entsteht derzeit der erste innerstädtische und in sich geschlossene Essbare Wildpflanzenpark - Ewilpa®. Betreut und koordiniert wird dieses Projekt von der selbstständige Kräuterpädagogin Meike Koppmann. Die Stadt Mönchengladbach beteiligt sich finanziell und durch fachliche Unterstützung an der Umsetzung dieses Vorhabens.

Im Februar und somit vor Beginn der Vogelbrutzeit wurde zunächst eine ca. 2.000qm Fläche von selbst angesäten Weiden und Pappel freigestellt. Die jungen Weidenäste werden für die Errichtung eines lebenden Zaunes rund um das Grundstück verwendet. Der Rest wird gehäckselt und als Deckmaterial für die geplanten Wege verwendet. Im Laufe des Frühjahrs wird die gerodete Fläche noch gefräst und von herumliegendem Unrat befreit. Im Frühjahr 2020 werden dann die ersten essbaren Kräuter und Stauden angepflanzt bzw. ausgesät. Die Pflanzung neuer Bäume und Sträucher ist für den Herbst 2020 geplant.

Mehr Informationen zum EWILPA® Mönchengladbach und zu der Stiftung EssbareWildpflanzenParks gibt es hier.

Im Rahmen der Aktion Blühpatenschaft der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach konnten Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Firmen und Initiativen Anteile an Blühfeldern und Blühstreifen erwerben, die dann Insekten als Nahrungsquelle sowie Feldvögeln und Niederwild als Deckung und Rückzugsort dienen. Durch Übernahme einer Patenschaft konnte ein direkter Beitrag zum Insekten- und Artenschutz in der Feldflur geleistet werden. Darüber hinaus bilden die Blühfelder und Blühstreifen ein attraktives Bild für die Erholungssuchenden in der freien Landschaft.

Die Aktion Blühpatenschaft der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach ist eine interessante Ergänzung des Projektes „Blühendes Mönchengladbach“ und stellt eine hervorragende Vernetzungsmöglichkeit zwischen dem Außen- und Innenbereich dar.

Weitere Informationen zur Aktion Blühpatenschaft der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach e.V. gibt es hier.

Die Stadt Mönchengladbach hat sich als Patin mit jeweils 1.000 € an der Anlage von fünf Blühfeldern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Stadtgebiet beteiligt. Die Gesamtgröße der von der Stadt unterstützen Blühfelder beträgt insgesamt 10.500 qm. Kriterien für die Auswahl der Flächen waren entweder deren Nähe zu bekannten Feldvogel-Vorkommen oder deren Lage in Bereichen, die im Landschaftsplan zukünftig als Maßnahmenräume für Offenlandarten oder in Maßnahmenräume für Grünverbindungen festgesetzt werden. Die Lage der Blühfelder innerhalb des Stadtgebietes zeigt das städtische Geoportal.

Neben der direkten Beteiligung an den fünf Blühfeldern beteiligt sich die Stadt auch noch an der Beschaffung der Patenschaftsschilder, auf denen das Projekt erläutert und die Namen der Patinnen und Paten aufgeführt werden.

„Edler Empfang in Grün, Weiß und Rosa“, „Rosa-Violett im Schattenduett“, „Hauchzart und federleicht“, „Der Hummelflug“, „Gelb-Blau blüht die Steppe“ und „Formschöner Gräsergarten“. Mit diesen sechs Mustergärten, die vom Mönchengladbacher Landschaftsarchitekturbüro Jägersküpper - Fahl im Auftrag des Fachbereichs Umwelt erarbeitet wurden, möchte die Stadt Mönchengladbach der zunehmenden Verschotterung von Vorgärten und den damit einhergehenden negativen Effekten der ökologischen Verarmung und der Entstehung von Hitzeinseln entgegenwirken.

Die Mustergärten sind ein Baustein des Projektes "Blühendes Mönchengladbach" und sollen Gartenbesitzer*innen inspirieren, bestehende Schottergärten in kleine blühende Oasen umzuwandeln oder erst keine Schottergärten anzulegen. Die Mustergärten sind so konzipiert, dass sie sich für unterschiedliche Zielgruppen eignen und auch von Personen angelegt und gepflegt werden können, die keinen „Grünen Daumen“ haben. Mit 3- 4 jeweils einstündigen Pflegegängen im Jahr sind die Mustergärten zudem so ausgearbeitet, dass sie eine echte Alternative zu Schottergärten darstellen und im Laufe der Jahre sogar weniger Pflegeaufwand benötigen wie die grauen Steinwüsten. Ganz nebenbei tragen die begrünten Vorgärten mit ihren bunten Blüten und Herbstfärbungen zu einer Verschönerung des Grundstücks bei, wirken die Pflanzen mit ihrer Verdunstung positiv auf das Kleinklima und versorgen Insekten und darüber die heimischen Vögel mit Nahrung.

Hinweise zum Pflegeaufwand, zu den Standortverhältnissen und zu einzelnen Pflanzen, zu Wuchshöhen und -breiten sowie zu der Anzahl der zu pflanzenden Bodendecker und Blumenzwiebeln sind in den Mustergartenplänen übersichtlich dargestellt und können auf unterschiedlich großen Beeten angelegt werden.

Die in den Mustergartenplänen aufgeführten Pflanzen sind auf Anfrage bei den örtlichen Gärtnereien, Gartenshops und Gartencentern sowie im Internet bei renommierten Pflanzenversandhändlern wie Gaißmayer, Die Staudengärtnerei, Stauden Stade, Sarastro Stauden, Gräfin von Zeppelin oder Syringa-Pflanzen zu beziehen.