Green IT
Klimaretter k@nnste sein
(Quelle: UmweltBriefe 17-27.8.2015; www.umweltbriefe.de)

In Deutschland laufen allein zehn Kraftwerke ausschließlich dafür, dass wir googeln, chatten, downloaden, gamen, streamen und speichern können. IT, also die Informations- und Kommunikationstechnik, gehört zu den am schnellsten wachsenden Stromverbrauchern. Mittlerweile ist die elektronische Datenverarbeitung hierzulande zum ernsthaften Klimakiller geworden: Sie verursacht mehr CO2-Emissionen als der gesamte deutsche Luftverkehr. Trotzdem wird das „Im Netz sein“ insbesondere bei jungen Leuten als wenig klimarelevant wahrgenommen. Das ist fatal, bestimmen die doch wesentlich die IT-Zukunft.

von Tim Bartels

Unter Green IT versteht man alle Maßnahmen, um ein IT-Produkt, also beispielsweise einen Computer, ein Handy oder einen Fernseher für seinen gesamten Lebenszyklus möglichst ressourcenschonend und umweltverträglich zu gestalten – und zwar sowohl bei dessen Herstellung und seinen Betrieb, als auch bei der schlussendlichen Entsorgung des Produkts, wenn es ausgedient hat. Es geht also darum, dass etwa ein Smartphone fair und nachhaltig produziert wird, reparierbar ist und recyclingfähig. Nachhaltige und faire IT-Produkte zu kaufen, ist aber noch immer mit sehr viel Recherche verbunden: Tragen sie irgendwelche Siegel?

Wenn ja, was bedeuten sie? Und wie hält es der Hersteller mit den Arbeitszeiten? Mit welchen Materialien wurde gearbeitet, und woher stammen die Rohstoffe? Im Dschungel von mehr als 400 Produktsiegeln, 20 000 Herstellerbewertungen und Produkturteilen von knapp 60 Nichtregierungsorganisationen (NGO) verliert man schnell den Überblick.

Nun hat sich bereits vor fünf Jahren ein Internet-Start-up dazu aufgemacht, faires Einkaufen massiv zu vereinfachen. Das Berliner Unternehmen WeGreen hat eine „Nachhaltigkeitsampel“ entwickelt, die mit Hilfe verschiedener Informationen über Hersteller und Produktzeichen eine einfache Orientierungshilfe anbietet. Ist die Ampel grün, ist das Produkt gut, ist sie rot, eher nicht. „Mit der Ampel wollen wir Übersicht in den Siegel- und Bewertungsdschungel bringen und dem Nutzer die aufwändige Recherche abnehmen“, sagt We-Green-Macher Christian Böttcher.

Die WeGreen-Bewertung der Produkte beruht auf unabhängigen Umwelt- und Nachhaltigkeitssiegeln, z.B. dem Blauen Engel oder dem EU-Energielabel sowie vielen weiteren. Die Ampel prüft, wieviel Energie das Produkt verbraucht, wie langlebig es ist oder ob es recycelbar ist. Hinzu kommen Bewertungen von unabhängigen Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen wie zum Beispiel Greenpeace. „Grün“ gibt es nur für Produkte, bei deren Herstellung und Nutzung Klima und Umwelt nachweislich geschont werden.

„Du kannst also doch Klimaretter sein: einfach informieren mit der WeGreen-Nachhaltigkeitsampel!“, heißt es in einem von sechs Youtube-Videos, die das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) auf den Weg gebracht hat, um Jugendliche und junge Erwachsene für Green IT zu sensibilisieren.

> Gehe auf: www.izt.de/mobicheck

Vier Klimatipps für junge IT-Freaks:

1. Klimafreundliche Smartphones. Handys sind kostbar. In ihnen stecken tonnenweise Gold, Silber, Kobalt und andere Stoffe. Davon liegt ein großer Teil ungenutzt in unseren Schubladen. Also ab damit zum Recyclinghof oder Handyladen. Alles was noch funktioniert, kannst du verkaufen oder verschenken. So bleiben viele Rohstoffe in der Erde und das Klima geschützt. Denn der Rohstoffabbau produziert viel CO2 und andere klimaschädigende Gase. Informiere dich vorm Kauf über die Langlebigkeit des Handys: Ist der Akku auswechselbar? Hat noch eine Speicherkarte Platz?

2. Klimafreundliche Notebooks. Rund 40 Prozent der Energie geht bei der Nutzung eines Laptops drauf, 60 Prozent allein bei der Herstellung. Das schadet dem Klima. Achte beim Kauf auf den Verbrauch: In allen Leistungsklassen gibt es Stromfresser und Sparer. Eine lange Garantie ist wichtig. Denn eine lange Nutzung senkt die Umweltbelastung. Dein altes Laptop kannst du verschenken oder verkaufen.

3. Klimafreundliche Drucker. Drucken verbraucht Papier – aber auch Strom, Tinte, Toner. Suche sorgfältig nach dem richtigen Produkt. Der Laser-Drucker ist ein Profi für Texte: scharf, schwarz-weiß, geeignet für häufiges Drucken. Druckt man wenig, ist ein Tintenstrahldrucker sinnvoller. Die machen zudem wunderschöne Fotos. Benutzt du zusätzlich Patronen mit integriertem Druckkopf, verlängert sich die Lebensdauer des Druckers. Achte beim Kauf auf den Stromverbrauch: Hier kannst du bis zu fünfzig Prozent Energie sparen.

4. Klimafreundliche Fernseher. Zehn Prozent des Stroms im Haushalt fressen TV-Geräte & Co. Das können leicht hundert Euro im Jahr werden. Je größer der Fernseher ist, desto größer ist auch sein Stromhunger. Den größten Hunger haben Plasmafernseher: Ein großer kann so viel Strom verbrauchen wie fünf fette Kühlschränke. Achte beim Kauf auf das Energieeffizienzlabel. Die Energieeffizienzklasse sollte mindestens „A“, besser „A+“ sein. Der Stromjahresverbrauch sollte möglichst gering sein und die Leistung maximal siebzig Watt betragen. Achte darauf, dass der Fernseher eine echten „Aus“-Schalter hat. 


Die Nachhaltigkeitsampel …

  • … ist ein einfaches Bewertungssystem des Unternehmens WeGreen und soll dem Verbraucher die schwierige Informationsbeschaffung und Urteilsfindung abnehmen: grün = gut, gelb = mittelmäßig, rot = schlecht.
  • WeGreen bewertet die Produkte allerdings nicht selbst, sondern hat gemeinsam mit 400 Partnern die Nachhaltigkeitsinformationen über diverse Waren und deren Hersteller in einer Datenbank zusammengeführt.
  • Die Berechnung, die letztlich zu einer Note bzw. zu den drei Ampelfarben führt, basiert auf einem komplexen Algorithmus, den die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin entwickelt und verifiziert hat.
  • www.wegreen.de (> Nachhaltigkeitsampel) 

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