Starkregenereignis am 09.09.2025

Fachbereich Umwelt:

Über Mönchengladbach ist in der Nacht vom 08. zum 09.09.2025 das Sturmtief „Walter“ hinweg gezogen. Regional mit deutlich unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Dabei wurden die Stadtteile Rheindahlen, Neuwerk, Rheydt, Hockstein und Odenkirchen besonders stark betroffen. Etliche Keller wurden überflutet, einige Straßen auch. Die Niers erreichte inclusive der Hochwasserrückhaltebecken die Kapazitätsgrenze (siehe Text des Niersverbandes). Die Stadt bedankt sich bei allen Mönchengladbacher*innen dafür, dass sie Ruhe bewahrt und Durchhaltevermögen bewiesen haben. Besonderer Dank geht an alle Einsatzkräfte für ihre tatkräftige und zuverlässige Arbeit!

Sachinformationen der Feuerwehr Mönchengladbach:

Am Dienstag den 09.09. hielt das Sturmtief Walter die Feuerwehr Mönchengladbach in Atem. In der Nacht zum 09.09. ab ca. 1:52 Uhr wurden durch die Leitstelle der Feuerwehr insgesamt 781 Einsätze aufgenommen. Von den 781 Einsätzen entfielen 621 auf technische Hilfeleistungen, 16 auf Brandeinsätze und die weiteren auf Rettungsdiensteinsätze. Die Einsätze konzentrierten sich vor allem auf vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und Stromausfälle durch eindringendes Wasser. Verletzte gab es zum Glück keine. Jedoch mussten mehrere Personen aus ihren liegengebliebenen Fahrzeugen und eine Person aus einem vollgelaufenen Keller gerettet werden. Ein Einsatzschwerpunkt befand sich an der Straße „An der neuen Niers“. Hier war der Pegelstand der Niers so hoch, dass unter hohem Personaleinsatz mit Sandsäcken der Sicherungswall geschützt werden musste. Zeitweise waren über 460 Einsätze parallel vorliegend. Zu Spitzenzeiten gingen innerhalb von 10 Minuten 152 Notrufe ein. Zur Bewältigung der Lage waren 3.206 Telefonate sowie 9.998 Funkaktionen durch die Leitstellendisponenten erforderlich. Erst gegen 01:30 am 10.09, nach 24 Stunden, lagen keine unwetterbedingten Einsätze mehr vor. Jedoch mussten im Tagesverlauf des 10.09. noch einzelne weitere unwetterbedingte Einsätze abgearbeitet werden. Der letzte Einsatz mit Wasser im Keller wurde am 10.09. gegen 17:30 Uhr beendet. Die Feuerwehr war insgesamt ca. 39 Std. mit Einsätzen, verursacht durch das Sturmtief Walter, beschäftigt. Dabei waren alle drei Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr, alle verfügbaren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, die Feuerwehreinsatzleitung sowie 13 zusätzliche Mitarbeitende in der Leitstelle im Einsatz. Unterstützt wurden die Feuerwehr Mönchengladbach durch sieben Einsatzfahrzeuge aus dem Kreis Heinsberg, vier Einsatzfahrzeuge aus der Stadt Krefeld, dem Technischen Hilfswerk Ortsverband Mönchengladbach sowie den örtlichen Hilfsorganisationen ASB, DRK, JUH und MHD. Zu Spitzenzeiten waren ca. 300 Einsatzkräfte parallel im Einsatz.

Hochwasserschutz des Niersverbands bewährt sich bei Extremregen (Auszug aus einem Pressetext)

Am 9. September 2025 wurde das südliche Einzugsgebiet der Niers von einem außergewöhnlich heftigen Starkregen getroffen: Innerhalb weniger Stunden fielen bis zu 130 Millimeter Niederschlag – mehr als doppelt so viel wie normalerweise im gesamten Monat September. Statistisch gesehen handelt es sich um ein Ereignis, das seltener als einmal in über tausend Jahren auftritt. Besonders betroffen waren die Regionen rund um Mönchengladbach und den Kreis Viersen.
Trotz dieser extremen Wetterlage konnte der Niersverband durch seine Kombination aus naturnahem und technischem Hochwasserrückhalt größere Schäden durch Ausuferungen der Niers verhindern und die Auswirkungen deutlich abmildern.
Bereits ab drei Uhr morgens war das Einsatzteam des Niersverbands aktiv vor Ort und koordinierte sich eng mit den örtlichen Behörden. Die Hochwasserrückhaltebecken des Niersverbands in Hochneukirch, Odenkirchen, Geneicken sowie der Nierssee in Mönchengladbach-Neuwerk waren vollständig ausgelastet und trugen maßgeblich dazu bei, die Hochwasserwelle abzufedern. Auch die naturnahe Umgestaltung der Niers im Bresgespark, die Anfang letzten Jahres abgeschlossen wurde, zeigte ihre volle Wirkung: Die neu geschaffenen natürlichen Rückhalteflächen waren komplett gefüllt und nahmen große Wassermengen auf. Insgesamt konnten mehrere hunderttausend Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden – eine enorme Entlastung für die Niers.

Der Bresgespark in Mönchengladbach zeigt seinen natürlichen Hochwasserrückhalt – Blick von Norden nach Süden (Quelle: Niersverband)

Das Hochwasserbecken Geneicken in Vollfüllung – Blick von Norden nach Süden (Quelle: Niersverband)