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Grundwasserbelastungen im Bereich Stähn, Puffkohlen, Baueshütte

PFC im Grundwasser in Teilen von Giesenkirchen: Das müssen Anwohner*innen wissen

Der Fachbereich Umwelt gibt Antworten auf die häufigsten Fragen zur jüngst entdeckten Schadstoffbelastung mit PFC. PFC steht für die Stoffgruppe der perfluorierte Chemikalien. Sie sind persistent, das heißt, sie können, einmal in die Natur gelangt, nur ganz schwer abgebaut werden. Nähere Informationen finden Sie im beigefügten PFC-Informationsblatt (siehe Downloads).

Mitte März hat die Stadtverwaltung Politik, Öffentlichkeit und Anwohner*innen informiert, dass das Grundwasser, nicht betroffen ist das Trinkwasser, in Teilen von Giesenkirchen möglicherweise Verunreinigungen mit per- und polyfluorierten Chemikalien aufweist. Das Grundwasser darf innerhalb eines festgelegten Untersuchungsbereiches bis auf Weiteres nicht genutzt werden. Zahlreiche Anwohner*innen haben seitdem das Kontaktangebot der Stadt genutzt und sich beim Fachbereich Umwelt gemeldet. Das sind die Antworten auf die häufigsten Fragen:

 

Welches Gebiet ist genau betroffen?

Im Sinne des Vorsorgeprinzips hat der Fachbereich Umwelt zunächst einen eher weiträumigen Untersuchungsbereich festgelegt. Innerhalb dieses Gebiets soll nun der tatsächlich betroffene Bereich – die sogenannte Schadstofffahne – näher eingegrenzt werden. Dabei ist ausdrücklich nicht der gesamte Ortsteil Giesenkirchen betroffen, sondern ein zunächst etwa 700 m breiter und 1700 m langer Streifen, der sich von An der Waldesruh über Stähn, Puffkohlen in Richtung Ruckes erstreckt. Zur Ermittlung des genauen Ausmaßes des Belastungsbereichs und zu dessen exakter Eingrenzung wurde der Untersuchungsbereich weiträumig festgelegt. Dessen Umfang entnehmen Sie bitte der beigefügten Karte (siehe Downloads). Innerhalb des Bereichs erfolgen zurzeit und in Zukunft intensive weitere Untersuchungen, um ein genaueres Schadensbild zu erhalten. Diese Untersuchungen dienen auch der weiteren Schadenseingrenzung.

 

Warum dürfen die Gartenbrunnen nicht einmal zum Gießen benutzt werden?

Dass Nutz- und Esspflanzen aus Gründen der Gesundheitsvorsorge nicht mit belastetem Grundwasser gegossen werden dürfen, leuchtet vielen ein. Doch warum darf man damit auch keine Blumen gießen und den Rasen nicht sprengen? Auch dafür gibt es gute Gründe. Beim Rasensprengen beispielsweise werden Aerosole frei, wodurch die Schadstoffe in die Luft gelangen, weiter verbreitet werden und schlimmstenfalls eingeatmet werden könnten. Auch das Blumengießen ist problematisch, denn hierbei können sich die Schadstoffe auf ein immer breiteres Gebiet verteilen. Sie gelangen so möglicherweise in noch unbelastete Böden und versickern anschließend in neue Bereiche des Grundwassers. Je nachdem, wie das Grundwasser hier fließt, können die Schadstoffe noch weiter „verschleppt“ werden. Das Grundwasser nicht zu nutzen dient also neben dem eigenen Gesundheitsschutz auch dazu, dass sich die Belastung nicht weiter ausdehnt. Das ist wichtig, um das Grundwasser erfolgreich sanieren zu können.

 

Wie geht es jetzt weiter und wie lange dauert es, bis das Problem behoben ist?

Zunächst ist es erforderlich, den tatsächlich belasteten Bereich, die sogenannte Schadstofffahne, zu lokalisieren und herauszufinden, woher die Verunreinigung kommt. Dazu müssen über einen längeren Zeitraum weitere detaillierte Messungen im Untersuchungsbereich durchgeführt und analysiert werden. Der Fachbereich Umwelt lässt deshalb weitere Grundwassermessstellen errichten. Später könnten punktuell auch einzelne Messungen an privaten Brunnen erforderlich sein. Die Stadt hat die Anwohner*innen dafür um Mithilfe gebeten, mit großer Resonanz: 55 private Brunnen wurden gemeldet, damit dort bei Bedarf Proben entnommen werden können.

Auf welche Art und Weise das Grundwasser schlussendlich saniert werden muss, kann erst bestimmt werden, wenn sowohl die Quelle als auch die genaue Ausdehnung der Fahne bekannt sind. Die Gesamtdauer der Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen ist deshalb schwer abzuschätzen. In der Regel sind für den gesamten Prozess allerdings mehrere Jahre anzusetzen.

 

Falls Ihr Grundstück  im Bereich der bekannten Verunreinigung liegt:

Die Stadtverwaltung weist, die Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld des betroffenen Bereichs mit einem Informationsschreiben vorsorglich auf mögliche Gesundheitsgefahren durch die Nutzung des Grundwassers über Haus- und Gartenbrunnen, Hauswasserwerke und dergleichen, hin. Die Anwohnerinnen und Anwohner werden ab sofort zum einen aus Gründen der Gesundheitsvorsorge und zum anderen zur Vermeidung einer Verbreitung der Schadstoffe in bisher unbelastete Böden gebeten, bis auf weiteres vorsorglich auf jegliche Nutzung des Grundwassers, sowie auf den Verzehr von mit Grundwasser bewässerten Nutzpflanzen zu verzichten. Die Verwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass das Trinkwasser von dieser Belastung nicht betroffen ist und weiter unbedenklich genutzt werden kann.

Für die weitere Erkundung der festgestellten Grundwasserverunreinigung bittet die Verwaltung um Ihre Mithilfe. Falls Sie Haus- oder Gartenbrunnen besitzen, unterstützen Sie die Schadenserkundung, indem Sie der Verwaltung Ihre(n) Brunnen melden und diese(n) für die Entnahme von Grundwasserproben zugänglich machen. Je mehr Proben entnommen werden können, desto eher entsteht ein genaueres Bild über den Belastungsbereich. Die Ergebnisse der jeweiligen Laboranalysen werden Ihnen bei Interesse selbstverständlich zugängig gemacht.

Den jeweils aktuellen Stand der Untersuchungen können Sie beim Fachbereich Umwelt der Stadtverwaltung Mönchengladbach unter umwelt@moenchengladbach.de erfragen.

Für weitere Informationen ist unter der Rubrik Downloads das Magazin „Schwerpunkt“ des Umweltbundesamtes dargestellt. In der Ausgabe 1/2020 wird das Thema PFC bzw. PFAS umfassend erläutert. Der Titel PFAS – Gekommen um zu bleiben – ist dabei sehr aussagekräftig.

Allgemeine Informationen zu dem Thema Altlasten des Umweltbundesamtes können Sie hier abrufen.