LKW-Routenkonzept

Ende Juli 2012 ist ein Luftreinhalteplan (LRP) durch die Bezirksregierung Düsseldorf in Kraft gesetzt worden. Ein wichtiger Bestandteil ist die Erarbeitung eines LKW-Routenkonzeptes für die Stadt Mönchengladbach.

Durch die EU-Umweltgesetzgebung ist die Stadt Mönchengladbach in verschiedenen Bereichen betroffen. Ende Juli 2012 ist ein Luftreinhalteplan (LRP) durch die Bezirksregierung Düsseldorf in Kraft gesetzt worden, die 1. Stufe des Lärmaktionsplans (LAP) wurde im März 2013 durch den Rat der Stadt Mönchengladbach beschlossen.

Durch beide Pläne wird der städtische Verkehr mit Restriktionen belegt. Während der Luftreinhalteplan die Einrichtung einer Umweltzone sowie ganztägige Lkw-Verbote auf drei Streckenabschnitten festsetzt, sind im Lärmaktionsplan die Beschränkungen durch einige mindestens nächtliche Lkw-Fahrverbote vorgesehen. Zusätzlich wird die Stadt Mönchengladbach von einer Bahnlinie durchkreuzt, deren Brücken vielfach höhen- oder auch tonnagebeschränkt sind. Das Autobahnnetz um die Stadt Mönchengladbach herum ist gut ausgebaut und verfügt im Stadtgebiet über elf Anschlussstellen.

Um auch in Zukunft ein belastbares Netz für den Schwerlastverkehr zur Verfügung stellen zu können, ist die Erstellung eines Lkw-Routenkonzeptes erforderlich, das auch Bestandteil der Maßnahmenliste des Luftreinhalteplans ist.

Grundlage für das Lkw-Routenkonzept ist eine detaillierte Erhebung der vorhandenen Infrastruktur. Entscheidend für ein funktionierendes und sinnvolles Konzept sind Kenntnisse über die Straßen und Brücken im Stadtgebiet, über die bereits vorhandene Beschilderung sowie über deren Beschränkungen für den Lkw-Verkehr. Die Informationen, die der Stadtverwaltung dazu vorliegen, werden überprüft und gegebenenfalls ergänzt. Auch sollen Schwachstellen im Straßennetz dokumentiert werden, wie beispielsweise zu geringe Fahrbahnbreiten und störende Verkehrsinseln.

Ein zweiter wichtiger Arbeitsschritt ist eine Firmenbefragung zum Lieferverkehr. Im Rahmen eines Online-Fragebogens werden von den ortsansässigen Unternehmen Informationen zu Art und Zeitraum des Lkw-Verkehrs sowie zu gefahrenen Routen erhoben. Zusätzlich zu dieser Online-Umfrage werden stichprobenartig etwa 100 Unternehmen persönlich befragt.

Die erhobene Datenbasis, die Ergebnisse der Firmenbefragung und die Restriktionen aus den Umweltplänen bilden schließlich die Grundlage für das eigentliche Lkw-Routenkonzept. Ziel des Lkw-Routenkonzeptes ist es, einerseits den Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs gerecht zu werden und andererseits dem Gesundheitsschutz der Bürger sowie schutzbedürftigen Nutzungen (Schulen, Pflegeheime etc.) Rechnung zu tragen.

Unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Informationen und Randbedingungen sowie unter Berücksichtigung der Anforde-rungen der Industriebetriebe und Gewerbetreibenden hat das bear-beitende Büro IGS einen ersten Entwurf eines Lkw-Routenkonzeptes erstellt.

In einem regelmäßigen Workshop bei der IHK, der speziell zur Entwicklung eines Lkw-Routenkonzeptes gebildet wurde, konnten Vertreter der Mönchengladbacher Wirtschaftsbetriebe sich und ihre Interessen vertreten und in die Erarbeitung des Konzeptes einbringen. In dieser Runde wurde Anfang Februar der erste Entwurf des Lkw-Routenkonzeptes vorgestellt.

Die Anregungen der Unternehmen konnten in vielen Punkten in dem vorliegenden Konzept berücksichtigt werden. Bei einzelnen Themen besteht ein Widerspruch zum Anwohnerschutz. Aus Gründen des Lärmschutzes und wegen der Festsetzungen des Luftreinhalteplanes ist daher bspw. die Aufhebung des Lkw-Verbotes auf der Bahnstraße nicht umsetzbar.

Die Zusammenarbeit aller Beteiligten verlief sehr konstruktiv und angemessen vor dem Hintergrund der heute vorhandenen Problem-felder: Erreichbarkeit, Anwohnerschutz und Finanzen. Die Unter-nehmensvertreter zeigten sich mit dem vorliegenden Konzeptentwurf und dem Erarbeitungsprozess sehr zufrieden und unterstützen diesen.

Das LKW-Routenkonzept wurde im letzten Sitzungszug des Jahres 2014 am 17.12.2014 vom Rat der Stadt Mönchengladbach beschlossen. In den kommenden Jahren gilt es nun, das vorliegende Konzept Schritt für Schritt umzusetzen.