Areal Maria Hilf: #MariaHilf_NeuesWohnen

Bis Ende 2018 wird der Klinikbetrieb an der Sandradstraße aufgegeben. Das damit frei werdende Areal liegt ab diesem Zeitpunkt wieder in der Verantwortung der Stadt und steht für eine Nachnutzung zur Verfügung. Als Impulsprojekt der Strategie „mg+ Wachsende Stadt“ ist es von gesamtstädtischer Bedeutung und aufgrund seiner innenstadtnahen Lage als Wohnstandort städtebaulich von einzigartiger Wertigkeit. Zur Sicherung einer hohen Qualität des hier zu entwickelnden künftigen Quartiers wurden Ende November 2017 durch fünf Planerteams in einer einwöchigen städtebaulichen Entwurfswerkstatt unter Mitwirkung der Öffentlichkeit städtebauliche Bebauungsideen für das Areal und seine Nachbarschaften erarbeitet, deren Ergebnisse hier vorgestellt werden.

Das Plangebiet bestehend aus einem zweigeteilten Wettbewerbsgebiet und dem Vernetzungsbereich "Altstadt"

Das Plangebiet bestand aus einem zweigeteilten Wettbewerbsgebiet und dem Vernetzungsbereich „Altstadt“. Das Wettbewerbsgebiet umfasste die Kernfläche zwischen Barbarossastraße, Staufenstraße, Sandradstraße und Aachener Straße inkl. des Grundstücks der abgängigen kath. Hauptschule Stadtmitte. Auch die „Dreiecksfläche“ zwischen Sandradstraße und Viersener Straße mit dem aufzugebenden „Verwaltungsstandort Oberstadt“ war Bestandteil des Wettbewerbsgebietes. Zum Areal zählten auch die städtische Häuserreihe der Aachener Straße 3-13 gegenüber dem Verwaltungsgebäude sowie ein zusammenhängender Bereich südlich der Aachener Straße zwischen Ludwigstraße und Sandradstraße. Die Grenzen des Plangebietes waren damit so gewählt, dass bei der Planung eine funktionale und räumliche Anbindung an die Umgebung erfolgen konnte. Flächen im Eigentum privater Dritter wurden bei der Entwicklung lediglich gedanklich mitbetrachtet.

Der 4,4 Hektar große Kernbereich des Wettbewerbsgebiets soll künftig zu einem urbanen Wohnquartier entwickelt werden. Das 0,8 Hektar große Wettbewerbsgebiet innerhalb der Dreiecksfläche steht neben urbanem Wohnen auch anderen kleinteiligen Nutzungen zur Verfügung. Die besonderen Standortgegebenheiten und die gesamtstädtischen Zielsetzungen rund um eine Mönchengladbacher Ergänzung des „urbanen“ Wohnangebotes waren das Fundament der Wettbewerbsbearbeitung. Dabei mussten die zu erarbeitenden städtebaulichen Ideen einen Rahmen für ein „Wohnen für alle“ bieten. Die Qualitäten des Ortes (Lagegunst, besondere Topographie etc.) und seiner stadträumlichen Nachbarschaft (z. B. Grünräume wie Bunter Garten, Nähe zum Stadtzentrum) sollten zu einem eindeutigen und damit unverwechselbaren Städtebaukonzept führen.  

Diese Zielstellung sollte im Rahmen einer städtebaulichen Entwurfswerkstatt gemeinschaftlich in konkrete Bebauungskonzepte übersetzt werden. Da die Anforderungen an die Nachnutzung des Areals aufgrund der spezifischen Standortbedingungen, der in Teilen denkmalgeschützten Gebäudesubstanz und nicht zuletzt wegen der vielfältigen Interessen mannigfaltig sein werden, setzt eine tragfähige städtebauliche Konzeption ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten voraus. Zur Vorbereitung der Nachnutzung des Areals wurde daher im November 2017 gemeinsam mit allen Interessierten im Rahmen einer städtebaulichen Entwurfswerkstatt ein abgestimmtes und stimmiges städtebauliches Konzept erarbeitet, das nun zur Basis aller weiteren Planungsschritte wird. Dadurch wurde nicht nur ein umfassendes Beteiligungsverfahren mit den politischen Vertretern und der Fachverwaltung der Stadt Mönchengladbach ermöglicht, Investitionsinteresse geweckt und Planungsrecht vorbereitet, sondern vor allem auch der Mönchengladbacher Bürgerschaft über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus eine integrierte Beobachtungs- und Beteiligungsmöglichkeit angeboten.

Fünf externe, teils international besetzte Expertenteams aus Stadtplanern, Architekten und Landschaftsarchitekten mit Erfahrung in städtebaulichen Entwurfswerkstätten und Dialogverfahren wurden eingeladen, für die frei werdenden Flächen Ideen zu formulieren und städtebauliche Konzepte zu erarbeiten. Die kreative Werkstattarbeit fand tagsüber werktags vom 24. bis 30. November im „Haus Zoar“ am Kapuzinerplatz statt. An drei Terminen hatte die breite Öffentlichkeit die Gelegenheit, den Teams im Rahmen eines "offenen Hauses" bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. 

In drei zusätzlichen abendlichen FOREN stellten die Teams der Jury und der interessierten Öffentlichkeit ihre Ersteinschätzungen zur Standortbegabung (FORUM IMPULSE, Freitag, 24. November), grobe Strukturkonzepte (FORUM IDEEN, Dienstag, 28. November) und schließlich die finalen städtebaulichen Konzepte (FORUM IDENTITÄT, Donnerstag, 30. November) vor und zur Diskussion.

Sowohl Jury als auch Öffentlichkeit hatten damit die Gelegenheit, Rückfragen zu stellen, Anregungen zu geben und damit lenkend in den konzeptionellen Prozess zur Zukunft des Areals einzugreifen. Damit ist ein angemessener, kreativer Rahmen in direkter Nähe zum Plangebiet geschaffen worden, der auch für die interessierte Öffentlichkeit geöffnet war; ein ganz neuer Ansatz der Bürgerbeteiligung in Mönchengladbach. In der Jurysitzung am 1. Dezember, wurden schließlich die besten und tragfähigsten Ideen für die Zukunft des Areals gewürdigt.

Nähere Informationen zum Ablauf der Entwurfswerkstatt können dem Einladungsflyer (pdf, 1 MB) entnommen werden.

Mit breiter Jurymehrheit hat sich der Entwurf "Maria Hilf Terrassen" der Arbeitsgemeinschaft "urban agency, karres+brands und urbanization" aus Dänemark durchgesetzt. Der Entwurf sieht ausgehend von einem Dreiecksplatz an der Aachener Straße, der über zwei Treppenanlagen mit der Waldhausener Straße verbunden ist, drei Plateaus vor. Auf dem ersten Plateau auf Höhe der Aachener Straße wird der Dreiecksplatz im Norden von einer Wohnzeile gesäumt, während links und rechts davon die bereits vorhandenen Blöcke an der Aachener Straße in die Fläche hinein verlängert werden. Auf zwei weiteren, höhergelegenen Plateaus entstehen nach Norden aufsteigend drei Blöcke, die sich in Richtung des neu geschaffenen Maria-Hilf-Platzes an der denkmalschützten Kapelle vergrößern. Jeder Block spielt mit unterschiedlichen Höhen und Architekturen, die in ihrer Proportion und Wahl angemessen sind, und ermöglicht durch Öffnungen Zugänge in die neu geschaffenen Wohnhöfe. Im Norden, Westen und Osten des Plangebiets werden die heute offenen Gärten der bestehenden Wohnbebauung durch behutsame Annäherung von neuen Baukörpern geschlossen. Die Privatsphäre der Nachbarschaft wird damit respektiert. Eine Treppe führt diagonal von der Aachener Straße aus zum neuen Maria-Hilf-Platz hinauf und ermöglicht beim Aufstieg eine direkte Sichtachse zur Kapelle. Eine Rampe umarmt ausgehend von der Aachener Straße die Blöcke und erlaubt dadurch auch einen barrierefreien Zugang. Zwei Tiefgaragen nehmen den ruhenden Verkehr auf. Die Dreiecksfläche zwischen Sandradstraße und Viersener Straße wird im Norden am heutigen Parkplatz vor dem Portalgebäude der Klink als Stadttor über ein achtgeschossiges Gebäude akzentuiert. Der neue Maria-Hilf-Platz erhält damit eine östliche Baukante. Nach Süden hin setzt sich die Bebauung durch zwei Blöcke fort, die hier bereits bestehende Gebäude einbeziehen. Entstanden ist ein der zentralen Lage des Plangebietes angemessenes neues dichtes, robustes, urbanes Wohnquartier in klassischer Blockrandbebauung der Umgebung, das frei finanzierten, öffentlich geförderten sowie preisgedämpften Wohnungsbau vorsieht. Die Qualität der Arbeit liegt laut Jury in der richtigen Setzung der öffentlichen Räume, der robusten städtebaulichen Grundkonzeption mit passenden Typologien und der überzeugenden Verknüpfung und Weiterentwicklung des vorhandenen Stadtgefüges (s. Abb. unten).

Der zweite Preis ging an das niederländische Team Mecanoo (Delft). Den dritten Preis erhielt der Entwurf des Teams Reicher-Haase/Auböck+Kárász (Aachen/Wien). Einen Anerkennungspreis erhielten die Entwürfe des Teams Blauraum/Schonherr (Hamburg/Aarhus) und des Teams Zanderroth/herrburg (Berlin). Alle Entwürfe können hier eingesehen werden.

Alle Entwürfe: Hier können Sie alle fünf Beiträge der Teams einsehen (Download)

Instagram:

Eine eigens für das Projekt eingerichtete Instagram-Seite begleitet das gesamte Projekt mit Bildern und Impressionen. Sie können die Seite über den folgenden Link erreichen: https://www.instagram.com/mariahilf.neueswohnen/

Presseberichterstattung:

Rheinische Post

02.12.2017: Maria-Hilf-Terrassen sollen 500 Wohnungen haben

30.11.2017: Fünf Konzepte für das Maria-Hilf-Gelände

25.11.2017: Ab heute planen Experten und Bürger das Maria-Hilf-Gelände

26.10.2017: Versteckte Schätze auf dem Maria-Hilf-Gelände

18.10.2017: Ideenschmiede für Maria-Hilf-Areal

02.02.2017: Bürger sollen bei Maria-Hilf-Nachnutzung mitwirken

03.06.2015: Der lange Weg zum Baugebiet

22.05.2015: Das Maria-Hilf-Areal soll Gladbachs neue Top-Wohnlage werden

Westdeutsche Zeitung

02.12.2017: So soll das Maria-Hilf-Gelände aussehen

23.01.2015: Maria Hilf zieht 2018 um

Focus

20.11.2017: Städtebauliche Entwurfswerkstatt zur Zukunft des Maria Hilf-Areals

MG-Heute

02.12.2017: Dänen planen das neue Quartier „Maria Hilf Terrassen“
Entwurf des Büros Urban Agency (Kopenhagen) gewinnt Wettbewerb

20.11.2017: Entwurfswerkstatt zur Zukunft des Maria Hilf-Areals – für interessierte Bürger

21.12.2016: Maria Hilf-Gelände und noch mehr gehen in eine neue Planungsphase

Filmmaterial:

Nach Abschluss des Werkstattverfahrens wird der Siegerentwurf auf Basis der Jurybeurteilung qualifiziert, bevor das erforderliche Bebauungsplanverfahren eingeleitet wird und unter Berücksichtigung der einzelnen Marktsegmente eine baufelderweise Vergabe über Realisierungswettbewerbe folgt. Eine Freimachung der Flächen soll möglichst Anfang 2019 erfolgen.

Herr Urbanczyk

Tel.: (02161) 25 - 8599, Zimmer 3040

Der Film zur Städtebaulichen Entwurfswerkstatt

Siegerentwurf Maria-Hilf-Terrassen
Historische Aufnahmen Krankenhaus Maria Hilf
Grüne Freifläche um 1920 (heute Bunkeroberfläche)
Schrägluftbild 1957 (bereits mit Kapelle)