Jugendbildungscafe

Im Focus des Projekts standen äußerst bildungsferne und latent gewaltbereite Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene bis 25 Jahre. In diesen Fällen handelte es sich meist um männliche Jugendliche und Erwachsene, wobei Mädchen und weibliche junge Erwachsene gleichberechtigt angesprochen wurden. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Zielgruppe lag geschätzt bei ca. 80 Prozent. Im Rahmen der sehr kurzen Projektlaufzeit konnten im Durchschnitt rund 30 bis 40 Jugendliche pro Woche angesprochen und intensiv beraten werden. Im Jugendbildungscafé sollte die Zielgruppe über kulturelle Projekte Eigeninitiative entwickeln und zu entsprechenden Bildungsmaßnahmen motiviert werden. Die Kontaktaufnahme und Vertrauensbildung auf der Straße fanden durch eine Sozialarbeiterin und einen Sozialarbeiter auf der Straße statt (sogenannte „Streetworker“). Zudem stand das Jugendbildungscafé als offen gestalteter Raum mit verschiedenen Angeboten für Freizeitakvititäten zur Verfügung (Lounge-Bereich, Kicker, Internetzugang). Das Bildungscafé wurde von einer Sozialarbeiterin und einem Sozialarbeiter betreut. Mit diesen Angeboten sollte den Jugendlichen jenseits ihrer täglichen Probleme neue Möglichkeiten offeriert werden. Durch die permanente Begleitung durch Sozialarbeiter wurde sichergestellt, dass hierauf aufbauend Maßnahmen zur Berufsorientierung, Lebensplanung, zur Stärkung der Persönlichkeit und der eigenen Kompetenzen angeboten werden konnten. Über Musik-, Kunst-, Sport- und individuellen Interessensprojekten wurden die Zielgruppen an Bildungsinhalte herangeführt. Desweiteren wurde den Jugendlichen in den Schulferein Nordrhein-Westfalens ein Ferienprogramm zur Verfügung gestellt, an dem sie größtenteils kostenfrei teilnehmen konnten. Dabei stand beispielsweise ein Besuch im Phantasialand, im Movie Park, in einer Kletterhalle oder eine Kanutour auf dem Programm. Das Projekt wurde durch die Stadt Mönchengladbach in Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde St. Marien durchgeführt und fand in der Einrichtung „Jugendtreff“ an der Odenkirchener Straße statt, die im Rahmen der „Sozialen Stadt“ zusätzlich in einigen Bereichen umgebaut wurde. Die Einbettung des Projekts in die vorhandenen Netzwerkstrukturen wurde durch das Quartiersmanagement sichergestellt. Das Quartiersmanagement bot für die Akteure eine Plattform, ihre wichtige Arbeit einem erweiterten Personenkreis unter interdisziplinären Gesichtspunkten zu präsentieren. Ebenso wurde eine Ausstellung im Pavillon der City-Werkstatt vom Quartiersmanagement initiiert. Außerdem wurden die jeweiligen Veranstaltungen des Projektes in der City-Werkstatt und auf der Facebook-Präsenz des Quartiersmanagements präsentiert. Dieses Projekt wurde nach der ersten Förderphase durch den Verstetigungsbescheid in den Jahren 2014/2015 fortgesetzt und wird ab 2016 gänzlich ohne Förderung aus Mitteln des kommunalen Haushaltes finanziert.

Kontakte schaffen und Vertrauen bilden: Das Jugendbildungscafé am Marienplatz wurde von einer Sozialarbeiterin und einem Sozialarbeiter betreut, um als Ansprechpartner bildungsfernen und gewaltbereiten Jugendlichen ab 16 Jahren einen Halt zu geben.

Elemente der „mobilen Jugendarbeit"

Das Konzept des Jugendbildungscafé enthält Elemente der „Mobilen Jugendarbeit“ sowie der offenen Jugendarbeit und ist ein lebenswelt- und zielgruppenorientiertes JugendhiIfeangebot, dass sich als notwendige Ergänzung zur traditionellen Jugendarbeit versteht und das die unterschiedlichen Methoden von sozialer Arbeit - Straßensozialarbeit, Jugendtreffarbeit, Gruppenarbeit, Einzelfallhilfe und Gemeinwesenarbeit - verbindet. Das Jugendbildungscafé richtet sich vor allen Dingen an junge Menschen, die durch die traditionellen Angebote offener Kinder- und Jugendarbeit nicht mehr angesprochen werden und Hilfsangebote klassischer Sozialarbeit nicht mehr annehmen.