Altes Kloster/ Alte Schule

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aktueller Blick auf den Standort des ehemaligen Klosters/ der ehemaligen Schule

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Altes Kloster

Plan vom Dahlener Katharinenkloster

Der Bau des Dahlener Klosters der Regulartertiarinnen, offiziell des „Dritten Ordens de ponitentia“ wurde 1433 unmittelbar südlich der Kirche begonnen.

Schwestern aus dem 3. Orden des hl. Franziskus von der Buße errichteten dort ihr der hl. Katharina geweihtes Haus. Eine eigene Kapelle besaß das Kloster nicht. Ihren Gottesdienst hielten die Franziskanerinnen in der Pfarrkirche. Um ihnen einen besonderen Raum zu gewähren, und zwar errichtete die Gemeinde Dahlen über dem Südschiff ein zweites Stockwerk, das durch eine Brücke, einem überdachten Laufgang, mit dem Kloster in Verbindung stand und erst im Jahre 1866 beseitigt wurde.

Der Grundbesitz erstreckte sich vom Vierungsturm der jetzigen Kirche bis an die Stadtmauer in der Gegend des heutigen Altenheimes. Gewöhnliche Bezeichnung war Convent (Zusammenkunft), 1549 auch Klus (Klause) oder Beginenhaus. Der Klosterbereich war der heiligen Katharina gewidmet und umfasste außer Wohngebäuden Wirtschaftsgebäude, Garten, Bleiche und seit etwa 1484 einen eigenen Friedhof, ungefähr an der Stelle hinter dem  jetzigen Pfarrhaus.

Die Insassen nannte man Schwestern, Beginen oder Nonnen. Die Nonnen trugen schwarze Tunika (Habit), Skapulier, Gürtel und Fußbekleidung. Die Ärmel waren „ganz und gar rund“. Außerhalb des Hauses hüllten sie sich wohl in ein großes Umschlagtuch, von dem ein Teil des Kopfes und auch des Gesichtes bedeckt war. Auf Reisen und bei der Arbeit durften sie sich einer Kapuze bedienen.

Das Kloster wurde geleitet von einer gewählten Oberin, Mutter genannt.

Die Beschäftigung der Dahlener Nonnen bestand zunächst im Beten für sich und für die Wohltäter des Klosters, dann in der häuslichen Arbeit, wenigstens später in der Arbeit im Bad- und Waschhaus, im Spinn- und Webhaus, in der Krankenabteilung des Klosters, im Viehhof und wohl auch auf dem Ackerland und ihren Wiesen. Im „Seelenbuch“ begegnet neben der Köchin und Prokuratorin auch die Werkmeisterin. Sie leitete das Spinnen von Flachs und das Weben von Leinwand auf eigenen Webstühlen, womit die Schwestern sich um 1693 „kümmerlich ernährten“, das heißt sich Nebeneinnahmen verschafften.

Das Katharinenkloster wurde am 7. Fructidor X (25. August 1802) aufgehoben. Die 15 Beginen wurden aus dem Kloster ausgewiesen.

Die Klostergebäude wurden der Zivilgemeinde übertragen. Ein Teil wurde Vikarie, ein anderer Teil Schulgebäude und Lehrerwohnung. Das dem Kloster gehörende Land wurde eingezogen, gehörte zunächst zur Dotation der Ehrenlegion, später dem Herzog von Wagram, der es bis 1810 an Ortseingesessene verkaufte.

1844 stürzte der größere Teil ein und es wird niedergelegt. Heinrich Hansen und Matthias Wilms aus Günhoven kauften es zum Abbruch und Steine, Balken, Türen, Treppen und Fenster des alten Klostergebäudes wurden nach Günhoven gebracht.

Ein Flügel des Klostergebäudes, das teilweise ein Fachwerkbau und nicht voll unterkellert war, wurde Wohnung des Pfarrers.

Die Pfarrwohnung wurde erst 1912 im Zuge der Erweiterungsbaumaßnahmen abgerissen und es wurde im ehemaligen Klostergarten ein neues Pfarrhaus gebaut, das den Erfordernissen entsprach. In dem anderen Flügel auf dem Grundstück entsteht sodann Kaplanswohnung sowie Kloster der Armen Dienstmägde Jesu Christi.

Inhalt in einfacher Sprache

1433 wurde das Kloster der Schwestern vom 3. Orden des hl. Franziskus gebaut. Dort lebten unverheiratete Frauen, die Beginen genannt wurden. Sie versprachen Armut, Keuschheit und halfen anderen. Das Kloster hatte keine eigene Kapelle. Die Beginen gingen in der Pfarrkirche in eine Empore zum Beten. Sie kamen über einen eigenen Gang dorthin. Der Pfarrer von St. Helena betreute sie. 1802 wurde das Kloster geschlossen. Die 15 Beginen mussten weggehen. Die Gebäude wurden eine Schule und Wohnungen für Lehrer. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Teile abgerissen. 1911 wurde das letzte Gebäude für die Kirchen-Erweiterung abgerissen.