Alte Mühle/ Wallgraben

möglicher Blick auf ehemalige Mühle

aktueller Blick auf den Standort der ehemaligen Mühle

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Hinweise für eine Windmühle

Da der Bau von Wassermühlen beschränkt blieb, weil man an die Wasserläufe gebunden war, machte die Erfindung der Windmühlen davon unabhängig. Darum war diesen schon aus dem Grunde eine schnelle und weite Ausbreitung gesichert. Auch in Dahlen machte man sich die neue Erfindung schon früh zunutze. In der Stadt selber wurde eine Windmühle auf der Stadtmauer, ungefähr dort, wo die Vollmüllerstraße in die Mühlenwallstraße mündet, erbaut. Diese beiden Straßen erinnern noch an die Lage und den Namen der Mühle. Die genaue Zeit, wann sie errichtet wurde, lässt sich nicht angeben. Vielfach wird angenommen, dass der Name des Mühlentors auf die Gerkerathermühle zurückgeht. Dies ist jedoch nicht möglich, da der Torname viel älter als die Mühle ist. 1354 erhielt Dahlen als erster Ort im Kreise Gladbach Stadtrechte. Für gewöhnlich wurden die neuen Städte auch gleichzeitig mit Mauern und Türmen befestigt. In Dahlen hat man sicher nicht lange damit gewartet, denn 1405 erscheint die Stadt schon unter den Jülicher Festungen mit den üblichen drei Toren. Es sind keine anderen Namen als die noch heute gebräuchlichen: Wickrather Tor, Beecker Tor und Mühlentor bekannt. Daraus lässt sich schließen, dass die Stadterhebung und die Befestigung von Dahlen den Bau der Stadtmühle veranlasst haben.

Die Einrichtung einer Mühle innerhalb der Mauern war ja auch eine dringende Forderung der neuen Verhältnisse, eine selbstverständliche Vorsichtsmaßregel für den Fall eines Krieges. Wenn der Feind die Stadt belagerte, war wohl eins der ersten Druckmittel, dass er die Zufuhr aus den draußen gelegenen Wassermühlen abschnitt. Ohne Stadtmühle wäre Dahlen, obwohl unter seinen Bewohnern viele Bauern waren, bald in eine bedrängte Lage gekommen. Erbauer der Stadtmühle war anscheinend Dietrich von Engelsdorf, Herr zu Gripekoven und Waldgraf von Dahlen. Er besaß ein Drittel der Herrlichkeit (des Gebietes) Dahlen, das bei seinem Tode 1419 an die Herren von Palland überging, da seine Schwester Alveradis mit Werner von Palland (1393) verehelicht war. Ein Nachkomme dieses Werner, Floris von Palland, der ebenfalls das Amt des Waldgrafen in Dahlen inne hatte, bezog aus der "Dahlener Windmühle" im Jahre 1568 fünfzig Reichsthaler. Da die Mühle, wie beschrieben, auf der Stadtmauer errichtet war, teilte sie deren Geschick. Als im Jahre 1780 die Befestigungswerke abgebrochen wurden, verschwand auch die Mühle.

Mögliche Ansicht innerhalb der Stadtmauer

Hinweise für eine Walkmühle

Eine andere Theorie ist, dass die Straßennamen Vollmüllerstraße und Mühlenwallstraße darauf schließen lassen, dass die Mühle innerhalb der Stadtmauer eine Walkmühle gewesen ist, die durch ein „Gopelwerk“ von einem Pferd angetrieben wurde. Eine Walkmühle oder Vollmühle (auch: Walke, Dickmühle, Filzmühle, Lochwalke oder Bläue) ist eine seit dem Hochmittelalter eingesetzte Maschine zur Verarbeitung, Verdichtung und Veredelung von Geweben bei der Herstellung von Walkstoffen, die früher als Tuch bezeichnet wurden. Heutzutage ist solch ein Stoff noch als Loden bekannt. Weiterhin wurden andere Stoffe wie zum Beispiel Leinen leicht gewalkt, um sie geschmeidiger zu machen. Sie ersetzte das Walken mit den Füßen, mit dem frisch gewebte Tücher durch Stoßen, Strecken und Pressen gereinigt und an der Oberfläche verfilzt wurden, damit sie dichter und geschmeidiger wurden. Walkmühlen wurden auch von den Gerbern, besonders den Weißgerbern, für die Bearbeitung von feinem und dünnem Leder genutzt. Walkmühlen, die es in Europa schon im 12. Jahrhundert, vereinzelt auch früher gab, führten oft zu sozialen Problemen, weil eine Walkmühle bis zu 40 Fußwalker ersetzen konnte. Sie wurden deshalb, aber auch weil fußgewalkte Stoffe von besserer Qualität waren, teilweise verboten. In Dahlen wäre natürlich auch so eine Mühle denkbar, da das Weberhandwerk auch hier weit verbreitet war.

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Im Jahr 1354 bekam Dahlen die Stadtrechte. Damals begann man mit dem Bau von Mauern, Türmen und Toren. Wahrscheinlich wurde auch eine Windmühle auf der Mauer gebaut. So war die Stadt nicht mehr auf Mühlen im Umland angewiesen. Diese Mühlen waren ungeschützt und brauchten oft Wasser. Die Windmühle stand dort, wo heute die Vollmüllerstraße auf die Mühlenwallstraße trifft. Bei einer Belagerung konnte man dort Getreide mahlen und Brot backen. Um 1780 wurden die Stadtmauern abgerissen und die Mühle verschwand.

Vielleicht gab es auch eine zweite Mühle im Stadtzentrum. Sie wurde von einem Pferd angetrieben und war eine Walkmühle. Dort wurden Stoffe und Leder bearbeitet, damit sie fester und weicher wurden. Viele Menschen in Dahlen arbeiteten als Weber. Auch Bauern webten im Winter zu Hause. Das spricht für die Walkmühle in der Stadt. Am Großen Driesch gab es außerdem eine Roß-Ölmühle. Sie war bis 1823 in Betrieb. Heute liegt dort ein Teil des Marktplatzes.