Nordpark

Der Nordpark ist ein ehemaliges Militärareal an der Aachener- und Gladbacherstraße im Stadtbezirk West. Mit ca. 160 ha ist es die größte nachgenutzte militärische Konversionsfläche im Stadtgebiet.

Historie:

Nach der Erschließung Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auf dem Gelände zunächst Gebäude im Stil des Historismus errichtet, in denen sich von 1904 bis zum Zweiten Weltkrieg eine Zöglingsanstalt befand.

Im Jahr 1910 entstand auf den Flächen neben der Zöglingsanstalt durch die Initiative fluginteressierter Bürger ein Flugfeld, die „Holter Heide“ DLV e.V., das in den Jahren 1927 bis 1929 für die zivile Luftfahrt ausgebaut wurde.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Fläche als Flugfeld genutzt. Im zweiten Weltkrieg starteten hier Tag- und Nachtflugjagdgeschwader.

Der Name Nordpark ist auf die Lage nördlich der Aachener- und Gladbacher Straße (früher Provinzialstraße) zurückzuführen. Das Areal auf der anderen Straßenseite ist der Südpark.

Von 1945 bis 1996 nutzte die Britische Rheinarmee den Nordpark als Kaserne. Die Liegenschaft erhielt den Namen Ayrshire Barracks North. In unmittelbarer Nähe zu den Joint Headquarters verfügte die britische Rheinarmee auf dem Gelände des Nordparks über ein großes Material- und Fahrzeuglager. Die Briten räumten das Gelände am 28. Juni 1996 und zogen in den südlich der Gladbacher Straße gelegenen Südpark um, der bis dahin von der US Army als Lager genutzt wurde (Ayrshire Barracks South und Fife Barracks).

1998 bis heute:

Das Gelände des Nordparks wurde am 28. Mai 1998 von der Stadt Mönchengladbach durch die eigens für diesen Zweck gegründete Wirtschaftsförderung Mönchengladbach (WFMG) aus dem Bundeseigentum gekauft und konnte somit privatisiert werden. 

Im so genannten Denkmalbereich befinden sich die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der Erziehungsanstalt, die denkmalgerecht saniert, modernisiert und an neue Eigentümer verkauft wurden. Heute befinden sich in den Gebäuden überwiegend Dienstleistungsbetriebe, die in erster Linie in der Kommunikationsbranche sowie im IT- und Softwaresektor tätig sind. Die zum Denkmalbereich gehörende Kapelle der Heiligen Barbara, von den britischen Streitkräften St. George’s Church genannt, wurde ebenfalls saniert und wird als Hotel mit angeschlossenem Restaurant genutzt. Der frühere Kirchenraum dient als Veranstaltungsraum. 

Auf den rund 17.500 Quadratmetern Bürofläche im Denkmalbereich wurden rund 2000 Arbeitsplätze geschaffen.

Der Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach erwarb ein insgesamt 20,9 Hektar großes Grundstück und begann im März 2002 mit dem Bau des Borussia-Parks. Am 30. Juli 2004 wurde das neue Stadion mit einem Blitzturnier gegen den FC Bayern München und AS Monaco eingeweiht.

Die ehemalige Lady-Ada-Lovelace-Straße wurde in eine Erschließungsstraße umgewandelt und führt seit 13. Dezember 2000 zum Fußballstadion. Sie trägt als Verbindungsstraße zwischen dem Rheindahlener Ortsteil Hehn und der Gladbacher Straße seit 21. Juli 2004 den Namen Am Borussiapark. Neben dem Konrad-Zuse-Ring und der Heinz-Nixdorf-Straße haben weitere Straßen einen Bezug zu Persönlichkeiten der Mönchengladbacher Fußballgeschichte.

Seit 2009 vermarktet die Entwicklungsgesellschaft der Stadt (EWMG) das Gesamtgelände zur gewerblichen Nutzung.

Nachdem die ursprünglichen Planungen auf gut 13,5 ha unterteilt in zehn unterschiedlich große Areale mit Flächen zwischen 20.000 und 40.000 qm eine Area of Sports mit den Schwerpunkten Fitness, Gesundheit, Wellness, Kunst, Kultur und Shopping sowie neues Wohnen im Sinne einer Stadterweiterung in das 21. Jh. vorsahen, entstanden in den vergangenen Jahren neben dem Borussia – Park und dem Hockey – Park, überwiegend Bürogebäude für Dienstleistungsunternehmen. Ebenso erfolgte die Ansiedlung von Lebensmitteleinzelhandel und auch das örtliche Finanzamt zog in einen Neubau auf dem Nordparkgelände um.