Fachbereich Stadtentwicklung und Planung (FB 61)

Abteilung Stadterneuerung und Stadtentwicklung

Die Joint Headquarters (JHQ) mit 471 ha gliedern sich in zwei Bereiche:

  • Hauptareal JHQ („Rheindahlen Complex") mit 376 ha
  • Militärhospital („Wegberg Complex") mit 95 ha

Die Standortentscheidung für die JHQ fiel im Jahr 1952. Bis dahin war die Fläche im Besitz der örtlichen Fabrikantenfamilie Monforts von Hobe. Nach nur zweijähriger Bauphase fand die Eröffnung im August 1954 statt. Insgesamt 150.000 qm Wohnfläche verteilten sich auf 1380 WE in Einzel- , Doppel- und Reihenhäuser und 48 WE in 8 Mehrfamilienhäusern. Die 980 überwiegend eingeschossigen Baracken wurden vorwiegend als Werkstätten, Büros und Versammlungsräume genutzt. Das imposantestes Gebäude der Liegenschaft ist das 'BIG House'. Zu seiner Bauzeit war es das größte Verwaltungsgebäude Europas mit möglichen 2000 Büros. Bei der Rückgabe an den Bund waren es 1400 Büros. 

Der Konversionsprozess im JHQ läuft seit mehr als 7 Jahren – gemeinsam mit dem Eigentümer (und bis Ende 2014 ebenfalls mit dem Beratungsbüro NRW Urban). Im Dezember 2012 hat der damalige Oberbürgermeister mit dem Eigentümer eine Konversionsvereinbarung unterzeichnet, in der die weitere gemeinsame Zusammenarbeit für die Überführung in eine zivile Nachnutzung geregelt wird.
Am 13.12.2013 wurde die Liegenschaft nach Leerzug offiziell von den britischen
Streitkräften übergeben. Bereits in den Jahren 2010 und 2011 wurde ein „mehrstufiges Werkstattverfahren“ zur Zukunft der JHQ durchgeführt. Teilgenommen haben daran neben Vertretern/Innen der Verwaltung, der BImA und NRW Urban zahlreiche externe Fachleute, Vertreter/Innen der Nachbarkommunen und der
NRW-Fachministerien.

Im Rahmen dieser Perspektivenwerkstätten haben sich Zielvorstellungen
für eine mögliche Nachnutzung des JHQ-Geländes ergeben:

  • zwei bis drei „Inseln intensiver Nutzung“
  • kein Wohnen als Folgenutzung
  • keine klassische Gewerbe- / Industriefolgenutzung
  • Flächen für Freizeit, Freiraum und Kompensation
  • Flächen für die Gewinnung erneuerbarer Energien und/oder Landwirtschaft

Der Schwerpunkt bildet somit die Rückführung des Geländes zu Natur und Landschaft.

Mitte des Jahres 2013 wurde das Gelände der ehemaligen JHQ erstmals als potentieller Standort einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in die Überlegungen der Bezirksregierung Arnsberg und des Landes NRW einbezogen. Im Dezember 2014 wurde der Mietvertrag zwischen Land und Bund unterzeichnet. Die EAE wurde am 17.08.2016 offiziell eröffnet und bot zunächst Kapazitäten für 250
asylsuchende Menschen. Derzeit stehen 1000 Plätze zur Verfügung. Im Sommer 2018 sollen es 1500 Plätze sein und langfristig 2000.

Um die Flächen für Kompensationsmaßnahmen (des Bundes) nutzen zu können, müssen die aufstehenden Gebäude in einem definierten Teilbereich abgeräumt werden.

Die im Zuge der geplanten Abbruch- und Rückbauarbeiten anfallenden Massen Recyclingmaterials können je nach Belastung entweder vor Ort eingebaut
oder müssen aus dem Gebiet entfernt werden.

Eine Möglichkeit, das geeignete anfallende Recycling-Material (RCL) im Gebiet zu belassen, stellt die Errichtung eines Landschaftsbauwerks dar. Wie ein solches Landschaftsbauwerk und darüber hinaus die weitere Gestaltung der renaturierten Fläche aussehen kann, wird zwischen dem Grundstückseigentümer und
der Stadt abgestimmt.

In einem ersten Schritt haben Stadt und Liegenschaftseigentümer bereits die Lage
des geplanten Landschaftsbauwerkes definiert und zentrale, zu erhaltende
Wegeverbindungen festgelegt.

Das durch mehrere Brandereignisse erheblich beschädigte Hospitalgebäude sowie die weiteren auf dem Hospitalgelände aufstehenden Gebäude, sollen ebenfalls zeitnah aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht niedergelegt werden. Auch diese Flächen sollen renaturiert werden.

Veröffentlichungen

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