Wettbewerb Stationsweg/Hamerweg

Ein neues Wohngebiet für MG-Venn - Ergebnisse des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs

Wohnen am Grünzug

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Plan 2

Plan 3

 

Übergeordnete Idee

Das Konzept schließt die stadträumliche Lücke im Stadtteil Venn und verbindet durch seine neue freiräumliche und städtebauliche Figur die bislang eigenständigen Stadtgebiete. Hierbei sind die öffentlichen Räume prägend und bilden ein enges Netz aus Platzräumen und Grünflächen.

Es entsteht ein familienfreundlicher naturbezogener Stadtteil, der über eine hohe Freiraumqualität Gemeinschaft, Identität und Kommunikation fördert und somit die Voraussetzung für eine hohe Wohn- und Lebensqualität im Quartier schafft. Die Besonderheiten der landschaftlichen und ländlichen Lage werden zu einem Alleinstellungsmerkmal des neuen Quartiers gemacht.

 

Vernetzte Stadträume

Das Konzept entwickelt sich aus dem angrenzenden Stadtgefüge heraus, führt die bestehenden Qualitäten des Bestandes fort und schafft ein neues Wohnquartier mit eigener Identität. Die stadt- und freiräumlichen Verknüpfungen erfolgen über die Wegebeziehungen, die wie selbstverständlich in das Plangebiet verlängert werden. Hierüber werden sowohl alle Quartiersbereiche, als auch alle öffentlichen Einrichtungen, innerhalb und außerhalb des Plangebietes angebunden.

Der Quartiersplatz bildet hierbei den Auftakt in das Quartier und den Trittstein zwischen den Stadtteilen.

 

Eigenständige Quartiersbereiche

Das neue Baugebiet gliedert sich in drei eigenständige Quartiersbereiche die sich schollenartig aneinanderfügen. Über die Zwischenräume die als Grünfugen ausgebildet, sind entsteht eine Verzahnung mit dem Landschaftsraum der die Grünräume tief in das neue Quartier hineinfließen lässt und ein durchgrüntes Stadtquartier schafft. Über diese Fugenbereiche erfolgen die Wegeverbindungen in den Stadtteil Alt-Venn.

Die Quartiersbereiche bilden zum Landschaftsraum hin eigenständige Raumkanten, wobei das mittlere Baufeld durch seinen Rückprung auf den Zugang zum Quartier verweist.

 

Quartiersmitte

Im Zugangsbereich zum neuen Quartier entsteht eine platzartige Aufweitung, die von den drei Quartiersbereichen gerahmt wird. Er bildet den Zugang zum

Der Quartiersplatz bildet eine gemeinschaftliche Mitte aus der hier im Kreuzungspunkt der Wegeachsen Kommunikation und Begegnung fördert. Die einzelnen Quartiersbereichen rahmen den Platzraum und geben ihm über ihre Geschossigkeit seine Raumkanten. Die Sporthalle kann ebenfalls über den Platz erschlossen werden und durch eine Doppelnutzung auch für gemeinschaftliche Veranstaltungen als Quartiershaus dienen.

Der Quartiersplatz bildet ein freiräumliches Gegenüber zum Marktplatz in Alt-Venn und wird mit einer direkten Wegeverbindung angebunden. Über die breite Grünfuge entsteht visuelle Verbindung zum Kirchturm der St. Maria Empfängnis.

 

Quartiersstruktur

Jedes Quartier besitzt in seiner Grundstruktur den gleichen Aufbau, aus aufgelockerten Siedlungsrändern und einem verdichteten Innenbereich.

In den Randbereichen befinden sich individuelle Einfamilienhäuser mit Flachdächern die sich mit den begrünten Bestandsgärten verbinden und eine abwechslungsreiche Raumkante zum Grünzug hin ausbilden. Zum Straßenraum hin entsteht eine eher geschlossene homogene Raumkante.

In den mittigen Baufeldern entstehen verdichtete Hausgruppen die mit ihrer markanten Satteldachform die ortstypische Dachform neu interpretieren und durch ihre Höhe und Dichte eine räumliche Mitte ausbilden innerhalb der Baugebiete ausbilden.

Am Quartiersplatz entstehen Baufelder für Baugruppen und Mehrgenerationenhäuser die hier durch ihre Hofstruktur die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens stärken. Im zentralen Baufelde kann sich platzseitig im Erdgeschoß eine gemeinschaftliche Einrichtung und eine Wohn-Arbeitssituation befinden, die hier für eine Belebung und Kommunikation sorgen.

 

Nachbarschaftsplätze

Im inneren der Baufelder entstehen räumliche Aufweitungen die hier kleinere Nachbarschaftsplätze ausbilden und als Orte für gemeinschaftliches Leben dienen. Bänke unter den Bäumen laden zum Verweilen ein und geben dem Platz den Charakter eines Wohnzimmers für die angrenzenden Bewohner des Quartiers. Als urbane Platzräume lassen sie vielfältige Nutzungsmöglichkeiten zu und integrieren kleiner hausnahe Spielbereiche. Die kleinen Spielbereiche bilden ein Gegenüber zu den großen naturnahen Spielflächen im Grünzug und besitzen hier mehr den Charakter von Treffpunkten.

 

Der Grünzug

Der im Westen anschließende Grünzug beherbergt die zentralen Spiel- und Freizeitflächen, die allen Venner Bürgen zu Gute kommen sollen. Nur zwischen den beiden neuen West-Ost- Alleen für Fuß- und Radverkehr, die aus dem neuen Quartier kommend den Grünzug queren und mit Venn verknüpfen, wird behutsam gestaltet.

Von West nach Ost gliedert sich der Bereich in drei Schollen, die sich immer offener gestalten und den Blick schließlich öffnen in den in Nord-Südrichtung laufenden Grünzug. Mehrere Spielbereiche für Kinder jeder Alterstufe, Calisthenicsgeräte, ein Bolzplatz, sowie ein Pumptrack bilden das vielfältige Angebot, das eingebettet ist in eine mit Obstbäumen bestandenen Wiesenscholle. Sie wird ergänzt wird durch eine offene freie Spielwiese im östlichen Bereich. Die Nord-Süd-Radwegeverbindung durch den Grünzug wird als 4m breiter Weg ausgebaut und begrenzt den Freiraum im Osten zum neuen Quartier.

Ein sich anschließender „Grüner Balkon“  bildet den Auftakt zum zurückgesetzten Siedlungsrand des neues Quartiers am Stationsweg. Die mit blühenden Stauden bepflanzte Retentionsmulde, die das Oberflächenwasser des Quartiers aufnimmt und in das Retentionsbecken im Grünzug leitet, verläuft entlang des Radweges.

Der Charakter des landschaftlich geprägten Venner Grünzugs mit seinen Feldern, Wiesenflächen, Baumsäumen und Gartenparzellen und seine gesamtstädtische freiräumliche Qualität als Erholungsraum bleibt dabei erhalten.

Die rotlaubige Blutpflaume als Leitbaum des Quartiers begleitet die beiden wichtigen Ost-Westverbindungen und markiert als Platzbaum den Quartiersplatz im neuen Wohnquartier und Marktplatz an der Rektor-Esser-Straße.

 

Erschließung

Die einzelnen Baugebiete werden über eine zentrale Zufahrt ausgehende vom Stationsweg erschlossen. Verkehrsberuhigte Wohnstraßen erschließen ringförmig die einzelnen Wohnquartiere und schaffen ein Wohnumfeld mit hohen Freiraum- und Nutzungsqualität. Begleitende Bäume gewährleisten durchgrünte Straßenräume mit hoher Spiel- und Aufenthaltsqualitäten.

Für den Fuß- und Radverkehr entsteht eine Ost-West Querung innerhalb des Gesamtgebietes welche die Quartiersplätze miteinander verbindet. Die neue Kita wird auf direktem Wege mit dem Schulstandort verbunden und ermöglicht eine gefahrlose Erreichbarkeit.

 

Straßenraum als Lebensraum

Das Materialkonzept für die öffentlichen Räume sieht eine abgestufte Gestaltung in Kombination von Asphalt- und Pflasterbelägen vor. Es entsteht ein differenziertes Raumkonzept mit Flächen, die Erschließungsfunktion aufnehmen sowie Platzflächen und Wohnstraßen, die eine gemeinschaftliche Nutzung für alle Verkehrsarten vorsehen. Eine zurückhaltende und wohlgesetzte Möblierung schafft Aufenthaltsqualität in den öffentlichen Räumen als Ort der Begegnung und Kommunikation.

Sämtliche Straßen- und Platzflächen werden niveaugleich ausgebildet, dadurch kann eine durchgängige Barrierefreiheit im gesamten Quartier geschaffen werden. Lediglich in der zentralen Erschließungsstraße wird die Fahrbahn durch eine bodenbündige Pflastermulde markiert, die zugleich der oberflächigen Ableitung des Regenwassers dient.

Während die Quartierszufahrt mit einer Baumreihen begleitet wird,  werden die Wohnstraßen bewusst locker mit Bäumen überstellt, um den Straßencharakter zugunsten einer Mischfläche ohne erkennbare Fahrbahnbereiche aufzulösen. Es entstehen gemeinschaftliche Räume zum Spielen, Treffen und Aufenthalt. 

 

Regenwasserkonzept

Für die Entwässerung des gesamten Gebietes wird ein dezentrales Regenwassermanagement in drei Stufen vorgeschlagen, mit dem Ziel, das anfallende Regenwasser möglichst lange zurückzuhalten bzw. einer Mehrfachnutzung zuzuführen.

In einer ersten Stufe wird das anfallende Regenwasser aus den privaten Flächen in dezentralen Retentionszisternen gesammelt, auf dem Grundstück zurückgehalten und in Form von Grauwassernutzung zur Gartenbewässerung oder für die Toilettenspülung genutzt. Lediglich ein Notüberlauf wird über die offenen Mulden abgeleitet. Die anteilige Dachbegrünung kann das anfallende Regenwasser aus den privaten Flächen zusätzlich reduziert.

Das Regenwasser aus den öffentlichen Straßen- und Platzflächen wird in einem Netz aus offenen Rinnen gesammelt und den Rasenmulden in den Grünflächen zugeführt. Im Bereich des Grünzugs werden schließlich als dritter Baustein Rigolen unter die letzten Mulden als Retentionsvolumen angelegt, die das anfallende Wasser zurückhält und verzögert an die Regenrückhalteanlage abgibt.

 

Energie / Mobilität

Alle Gebäude haben durch gute Südorientierung, hohe Kompaktheit und geringe Verschattung gute Voraussetzungen für einen niedrigen Heizenergiebedarf. Die städtebauliche Struktur aller Gebäudetypen ermöglicht eine verschattungsfreie Integration solarer Energiesysteme auf den Flachdachflächen.

Mit einem Anteil an Solarflächen von 1/3 der Dachfläche ist eine Dachbegrünung problemlos möglich und bietet eine ökologisch optimale Kombination. Grundsätzlich wird für die zu errichtenden Gebäude eine vollständige autarke Energieversorgung angestrebt, wofür ein BHKW im Bereich des Kirchengrundstücks entsteht. Als Standard sind Nullenergiehäuser und damit eine Co2-neutrale Versorgung geplant.

Am Quartiersplatz befindet sich die Mobilitätsstation mit Stellplätzen für carsharing und Ladestationen. Ziel der regenerativen elektrischen Optimierung ist eine möglichst geringe Netzbelastung auch in Kombination mit Elektrospeichern z.B. in Verbindung von Elektromobilität mit Stellplätzen mit Ladestationen und  Schnellladestation für carsharing.

 

 

WOHNEN AM STATIONSWEG

Plan 1

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Plan 3

 

Leitidee – Kollektivität und Nachbarschaft mit ländlichem Charakter

Die Aufgabe für ein neues Wohnquartier für MG-Venn bietet eine einzigartige Möglichkeit, um eigentumsorientiertes Wohnen und individuellen Hausbau außerhalb des Stadtzentrums zu kombinieren mit einem höhen Niveau von kollektiven Einrichtungen: Kollektivität und Nachbarschaft mit ländlichem Charakter. So lautet die Leitidee unseres Entwurfes. Dabei haben wir uns inspirieren lassen von den klassischen Kleingärten in der direkten Umgebung. Das Wohnquartier wird stark motivierte Menschen aller Altersgruppen und unterschiedlicher Familienstrukturen anziehen, Menschen die sich bewusst für ein Haus in einer grünen, umweltfreundlichen und sicheren Umgebung entscheiden.

Man entscheidet sich nicht nur für ein Haus, sondern für einen Lifestyle, wobei Individualität und Kollektivität in einem autoarmen Gebiet kombiniert werden. Die individuelle Freiheit besteht daraus, dass die Einzelbauherren bzw. -Frauen das eigene Haus, innerhalb des städtebaulich-gestalterischen Rahmen, selber bestimmen können. Die Parzellen, in abwechselnden Grundstücksgrößen, bieten ein flexibles Rahmenwerk für verschiedene Gebäudetypologien. Gleichzeitig werden die kollektiven Einrichtungen mit den Mitbewohnern geteilt. Ein Netzwerk aus kleinmaßstäblichen, variablen und kollektiven Räume und Spielmöglichkeiten, sowohl im engeren Plangebiet, als auch im größeren Landschaftsraum, trägt zu einer durchgrünten und aufgelockerten Siedlungsarrondierung bei.

 

Plangebiet –Vernetzung in Hamern

Von alters her war die Roermonderstraße die wichtiges Verbindung zwischen Mönchengladbach und Roermond. Der Stationsweg ist eine alte Abzweigung nach Winkeln. Ebenso ist der Hamerweg eine Abzweigung der Roermonderstraße: ab Waldhausen bildet die Straße die Verbindung mit Venn über den Ortskern Hamern. Ab dem späten 19. Jahrhundert hat sich die Bebauung entlang der beiden Straßen in einer schmalen Parzellierung entwickelt. Das engere Plangebiet liegt im Inneren der gewachsenen Siedlungsareale, zwischen den beiden Wegen, und steht in direkter Verbindung mit einem übergeordneten Nord-Süd Grünzug. Das Gebiet wird geprägt durch den Charme seines ländlichen Charakters, und ist dennoch gleichzeitig gut mit den bereits vorhandenen sozialen Infrastrukturen, Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungseinrichtungen der beiden Ortskerne verbunden. Außerdem ist das Plangebiet gut erreichbar mit dem öffentlichen Nahverkehr und optimal an das Hauptwegenetz angebunden.

 

Landschaftsraum – Der ländliche Spielplatz; Spielkonzept für den Grünen Korridor

Die Nord-Süd Grünachse mit Rad- und Fußweg ist Teil einer Entwicklungsstrategie für eine Stadtvernetzung und schließt an das Gladbachtal an. Dieser grüne Korridor besteht derzeit aus einer Mischung verschiedener Landschaftstypologien und -funktionen und verbindet die Ortskerne rund um Mönchengladbach. Wir stellen uns den ländlichen Spielplatz als ein Puzzelstück in einer Sequenz von unterschiedlichen Nachbarschaftsparks entlang des Korridors vor, welches die verschiedenen Ortskerne und Nachbarschaften zusammenfügen. Der ländliche Spielplatz ist ein Beispiel dafür, wie die individuellen Räume entlang dieses Bandes sich in Zukunft entwickeln können.

Wie die Vielfalt der Grundstücke im neuen Plangebiet, so besteht auch der Nachbarschaftspark aus abwechslungsreichen Feldern, und spiegelt hierdurch die umgebende Agrarlandschaft wieder. Die einzelnen Bereiche weisen eine unterschiedliche Vegetation auf und werden inspiriert durch das ländliche Ackerland. Sie sollten in einem engen Dialog mit den lokalen Anwohnern, die Hauptnutzer der Flächen, weiter ausdetailliert werden. Ein intensiver Bereich, mit einer kleinteiligeren Feldaufteilung und mehr Spielelementen, verbindet die zwei Ortskernen östlich und westliche des Parks. Wir schlagen vor, das größere Parkareal als einen mehr extensiven Park zu entwickeln, welcher dennoch auch von den lokalen Bewohnern und lokalen Organisationen angeeignet werden kann, und die Möglichkeit bietet, z.B. Vieh, kleinere Felder oder eine gemeinsame Wiese zu teilen.   

Multifunktionale Spielelemente sind über die gesamte Fläche verteilt, wobei eine höhere Dichte entlang der intensiven Achse vorherrscht. Die vorgeschlagenen Spielelemente bieten mannigfache Nutzungsmöglichkeiten und Interaktionen und sprechen dadurch verschiedene Altersgruppen an. Zum Beispiel können hölzerne Element, welche in einem Rhythmus verlegt sind, durch einen 8-Jährigen als optimale Bestandteile eines Spieles wie „der Boden ist aus Lava“ gesehen werden, aber können zugleich auch als Ruhe- und Beobachtungsplatz für Senioren oder als ein kollektiver Platz für Lagerfeuer für eine Gruppe von Pfadfindern dienen. Durch die Positionierung von natürlichen Elementen im Park, mit Bezug zu unterschiedlichen landschaftlichen Bedingungen und standortgerechte Vegetationstypologien werden abwechslungsreiche Möglichkeiten zur Erforschung der ländlichen Umgebung geboten und zur gleichen Zeit sorgt dies für optimale Spielbedingungen für alle Altersgruppen.    

Während die kleineren Kinder in sicherer Nähe zu ihren Eltern und zu Hause bleiben, werden die älteren Kinder es vorziehen, weiter weg zu gehen, um den "Wald" zu erkunden, Höhlen zu bauen oder in den Bäumen im Obstgarten zu klettern. Für die Erwachsenen der Nachbarschaft bietet die natürliche Umgebung gute Hundeausführflächen, und die Spielelemente können zugleich als Fitnesselemente oder Ruheplatz genutzt werden. Freiflächen wie Wiesenfelder oder das Umfeld vom ‚Hub’ können kollektive Aktivitäten, ein informelles Fußballspiel, Boule oder eine Schneeballschlacht für das ganze Viertel im Winter ermöglichen.     

 

Engeres Plangebiet – Aufgelockert und durchgrünt 

Das engere Plangebiet ist aufgelockert und durchgrünt geplant und wird geprägt durch eine eindeutige Parzellierung und ein Erschließungsgrundgerüst mit reduziertem Aufwand. Mit versiegeltem Flächenverbrauch wird sparsam umgegangen, ein zentraler Platzraum und die Wohnstraßen übernehmen eine Doppelfunktion im öffentlichen Raum. Das Grün der privaten Grundstücke steht im Vordergrund. Daher werden Autos nicht auf den Parzellen geparkt (mit Ausnahme für Behinderte). In maximal 3 Gehminuten von den Häuser stehen zwei Parkgaragen zur Verfügung. In diesen ‚Hubs’ befinden sich auch die Elektrowagen im Rahmen des Quartierpools. Durch diese Mobilitätsansätze entsteht ein autoarmes Wohnquartier mit einem ländlichen Charakter, wo man sich spontan trifft und Kinder gefahrlos spielen.    

Die Erschließung erfolgt vom Stationsweg im Südwesten parallel zum Rad- und Fußweg und im Südosten bei der Einmündung des Thomassenwegs. Von hier aus erreicht man sofort die kollektiven Parkgaragen. Wenn der Vernetzungsbereich B realisiert wird, könnte eine weitere Erschließung über den Hamerweg im Nordosten erfolgen. Die existierende westliche und östliche Fuß- und Fahrradwege werden in das Plangebiet integriert.    

Auf der Parkgarage im östlichen ‚Hub’ (40 Stpl.) ist die Einfach-Sporthalle geplant. Die projektierte Grundfläche auf dem Areal der Grundschule würde aus unserer Sicht den grünen Spielraum der Schule und der Tageseinrichtung zu sehr stören. Die Verschiebung verstärkt die städtebauliche Arrondierung zur Ecksituation Stationsweg-Höfgenweg und erhöht die Attraktivität der möglichen Bebauung im Vernetzungsbereich B.    

Im westlichen ‚Hub’ (28 Stpl.) sind die kollektiven Einrichtungen für das Quartier, sowie ein Gewächshaus, Logiermöglichkeiten, Werkstätten und Abgabepunkt für Pakete untergebracht. Dieser ‚Hub’ ist eine ‚Landmarke’ entlang der nord-süd Grünachse und enthält zudem einen Fahrradverleih und -Reparatur und ein Nachtbarschaftscafé mit Terrasse. Zentral im engeren Plangebiet befindet sich ein kleines Naturschwimmbad mit Umkleideräumen und Sauna.    

Da geplant wird für Einzelbauherren bzw. -Frauen kann jeder das eigene Haus, innerhalb einen städtebaulich-gestalterischen Rahmen, selber bestimmen. Die Parzellen sind in verschiedenen Breiten und Tiefen verfügbar, damit unterschiedliche Grundstücksgrößen angeboten werden können. Für jede Parzelle sind die GRZ(b) und die Abstände zur Grundstücksgrenze (teilweise im Verhältnis zur Gebäudehöhe) definiert. Als Beispiele sind die möglich umzusetzenden Wohn-Gebäudetypologie der freistehenden Einfamilienhausbauten (sowie Patiohaus, Einfamilienhaus, kompaktes Punkthaus / Tiny House) bearbeitet. Doppelhaustypen sind ebenso möglich und auf einigen größeren Parzellen sind auch Hausgruppen oder alternative Wohnformen denkbar. Im Gestaltungsplan ist eine mögliche Gebäudekonfiguration (ca. 53 WE) dargestellt, wobei deutlich die zum westlichen Freiraum abnehmende Bebauungsdichte und geringere Gebäudehöhe ablesbar ist.   

Klare Verbindungen aus dem Inneren des Wohnquartiers zum westlichen Freiraum sichern die Verzahnung zwischen dem Landschaftsraum und dem engeren Plangebiet. Die Straßen und Vorgartenbereiche werden eindeutig begrenzt durch bunte Mischhecken in einer niedrigen Höhe, wohngegen jene in den privaten Gärten, neben und hinter dem Haus höher sind. Durch die gewählte Artenvielfalt entstehen Hecken, die zu allen Jahreszeiten attraktiv aussehen. Zusätzlich haben diese Hecken einen ökologischen Mehrwert, da sie für Tiere (Insekten, Vögel, Schmetterlinge, Igeln) eine Futterquelle und sichere Brutstätten bieten. 

 

Vernetzungsbereiche – Einfügung in die stadträumliche Nachbarschaft  

Die autarke Entwicklung und Realisierung des engeren Plangebietes kann sofort stattfinden, die Vernetzungsbereiche sind als optionale mittel- bis langfristige Ergänzung zu verstehen. Im Vernetzungsbereich B werden die städtebaulich-gestalterischen Rahmen des engeren Plangebietes angehalten und in den Vernetzungsbereichen A und C werden die (schmalen) Parzellen übernommen. Die Parzellen werden direkt von den Wohnstraßen erreicht und auch hier sind die Vorgartenbereiche so groß wie möglich geplant. Die weiteren Spielregeln müssen sich aber an die spezifischen Bedingungen anpassen. Um realistische Grundstückgrößen zu erhalten, sind die tiefen Parzellen nur zum Teil benutzt. Der vorgesehene nicht öffentliche Wirtschaftsweg im Vernetzungsbereich C, der die rückwärtige Erschließung der Wohnbebauung am Stationsweg sicherstellt, ist an die westliche Erschließungsstraße angebunden, optional ist eine östliche Anbindung möglich.  

 

Gestaltung und Materialität – Vielfalt mit einheitlicher Materialität  

Um das Leitbild einer durchgrünten und aufgelockerten Siedlungsarrondierung mit hohen städtebaulich-architektonischen und freiraumplanerischen Qualitäten für den individuellen und eigentumsorientierten Hausbau zu realisieren, müssen die vielfältigen Ansprüche an die Einzelarchitekturen in ein robustes Gesamtgefüge eingepasst werden. Zum Beispiel sollten Dachlandschaften den unterschiedlichen Bauherren- bzw. Baufrauenwünschen genügen und dennoch den Anspruch des gestalterischen Zusammenhalts einlösen. Die Gebäudeform und  -kubatur ist frei zu entwerfen, modern oder klassisch, mit Flachdach oder geneigtem Dach. Die Materialität dagegen muss eine Einheit gewährleisten. Deswegen soll ein Material (zum Beispiel eine Holzverkleidung) im Vordergrund stehen und dürfen andere haptische Materialien (sowie Putz, Klinker, Zink in naturnahen Farben) nur untergeordnet angewendet werden. Der städtebaulich-gestalterische Rahmen und ein Gestaltleitbild müssen in einem nächsten Schritt weiter ausgearbeitet und vervollständigt werden.  

 

Ressourcenschutz und Umweltbedingungen – Klimaadaption 

Im Plangebiet wird sparsam mit versiegeltem Flächenverbrauch umgegangen, Regenwasser wird optimal infiltriert. Lineare Entwässerungsrinnen markieren die Straßenmitte, bei Starkregen wird das abfließende Regenwasser auf die Retentionsflächen geführt. Die Flachdächer sind nicht nur zur Verbesserung des Kleinklimas und Verzögerung des Niederschlagsabflusses, sondern auch zur Kühlung der Wohnungen extensiv begrünt.    

Die Häuser sind ausgerüstet mit in die Dachfläche integrierten Photovoltaikanlagen. Die aktiven Solargewinne durch PV-Anlagen auf den Dächern der kollektiven ‚Hubs’ dienen einer zukunftsorientierten E-mobilität, mit einem Energiespeicher für Elektrowagen und die Nachbarschaft.

Team Querfeld Eins Architekten / Querfeld Eins Landschaftsarchitekten

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Team Dewey Muller Architekten / LILL + SPARLA Landschaftsarchitekten

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Team Molestina Architekten / FSWLA

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Team Lorber Paul Architekten / Club L 94 Landschaftsarchitekten

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