Abteilung Bauleitplanung und Stadtgestaltung

Rahmenplan Hochschulquartier mg+

Ideen und Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern zum Rahmenplan Hochschulquartier mg+ konnten an dieser Stelle in der Zeit vom 15.02.2019 bis 31.03.2019 online abgegeben werden. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden, die bei der Online-Beteiligung mitgemacht und einen Kommentar abgegeben haben. 

Alle Ideen und Anregungen werden nun ausgewertet und erste Handlungsempfehlungen sowie Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Im Rahmen der zweiten öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung (Arena #2) sollen erste Vorschläge präsentiert und diskutiert werden. Der genaue Termin wird an dieser Stelle rechtzeitig bekannt gegeben.  

Die Hochschule Niederrhein ist ein Zusammenschluss verschiedener Bildungsinstitutionen in den Städten Mönchengladbach und Krefeld. Sie wurde offiziell im Jahr 1971 gegründet. Seither befindet sich der Standort der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach zwischen den beiden Zentren Gladbach und Rheydt. Dort sind die Fachbereiche Oecotrophologie, Sozialwesen, Textil- und Bekleidungswesen sowie Wirtschaftswissenschaften untergebracht.

Im Hinblick auf den Wandel von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft und den damit verbundenen Anforderungen an Bildungseinrichtungen und ihr räumliches Umfeld verfügt die Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach prinzipiell über einen idealen Standort, um ihre Rolle als wichtiger Stadtbaustein zu erfüllen. So handelt es sich um einen historisch gewachsenen Bildungsort, der, anders als peripher geplante Hochschulstandorte in Stadtrandlage, in eine städtische Struktur eingebettet ist. Diese Struktur ist in diesem Fall eine ganz besondere, da es sich um die Nahtstelle zwischen den beiden ehemals eigenständigen Zentren Gladbach und Rheydt handelt. Zudem liegt die Hochschule inmitten eines Freiraumkorridors zwischen dem unmittelbar westlich angrenzenden Dahler Stadtpark und dem Schloss Rheydt im Osten.

Derzeit sorgen jedoch noch einige Defizite dafür, dass der Standort der Hochschule in Mönchengladbach sein vorhandenes, hohes Potential nicht nutzen kann und folglich auch nicht die gewünschte Funktion als Bindeglied zwischen Gladbach und Rheydt erfüllen kann. So wird die Hochschule im städtischen Gefüge kaum wahrgenommen. Es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild oder ein Alleinstellungsmerkmal, das auf die Hochschule aufmerksam macht. Die einzelnen - architektonisch unterschiedlichen, teilweise denkmalgeschützten - Gebäude(komplexe) sind durch den Straßenraum, der durch ruhenden Verkehr dominiert wird, voneinander getrennt und stehen in keinem Bezug zueinander. Die vorhandenen Freiräume bieten kaum Aufenthaltsqualität. Insgesamt stellt sich der Bereich nicht als klassischer Campus mit studentischem Flair dar.

Das konkrete Plangebiet umfasst als engeren Betrachtungsraum das Gebiet zwischen der Hofstraße im Norden, der Breite Straße im Süden, der Schwalmstraße im Osten und der Bahntrasse Mönchengladbach-Rheydt sowie dem angrenzenden Stadtpark Dahl im Westen. Das so abgegrenzte Gebiet hat eine Fläche von ca. 62 ha. Mit den beiden in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptverkehrsachsen Rheydter Straße (B 59 bzw. B 230) und Theodor-Heuss-Straße bzw. Gartenstraße durchqueren zwei wichtige, die beiden Zentren Gladbach und Rheydt verbindende Verkehrsachsen das Plangebiet.

Die Abgrenzung gewährleistet, dass nicht nur der eigentliche Hochschulstandort, sondern auch die angrenzenden Bereiche rund um die Kirche St. Josef, das Monforts Quartier und das Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums in die Betrachtungen eingeschlossen werden. So bietet sich die Möglichkeit ein umfassendes Konzept zur Aufwertung und Integration des Standortes und zur funktionalen Verknüpfung der Hochschule mit der unmittelbaren Umgebung zu entwickeln.

In dem Rahmenplan sollen ein Leitbild sowie Ziele zur Entwicklung des Quartiers definiert und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen und Maßnahmen aufgezeigt werden. Insbesondere die Handlungsfelder Stadtgestaltung, Mobilität und Bildungslandschaft (Kooperationen, hochschulaffine Nutzungen) gilt es zu bearbeiten. Dabei sollen in den einzelnen Handlungsfeldern u. a. die folgenden Aspekte betrachtet werden: 

Handlungsfeld Stadtgestaltung:

  • Wahrnehmung der Hochschule: Leitsystem, Licht, Gestaltung von Eingängen und Zufahrten, Kunst im öffentlichen Raum

  • Campusring (Hofstraße, Rheydter Straße, Breite Straße, Theodor-Heuss-Straße oder Südstraße)

  • Campusallee/Campusplatz im Bereich der Richard-Wagner-Straße

  • Campusboulevard an der Webschulstraße mit Aufenthaltsqualitäten und optischer Hervorhebung

  • Campusparks auf dem Gelände der Hochschule

  • Grün- und Fußwegeverbindungen, insbesondere zwischen den Hochschulgebäuden

  • Grünachse zwischen Dahl und Schloss Rheydt über das Hochschulgelände mit linearen und flächigen Elementen

  • Aufwertung vorhandener Grünflächen und Freiräume

Handlungsfeld Mobilität:

  • Campusallee, Campusplatz, Campusring und Campusboulevard (s. a. Handlungsfeld Stadtgestaltung)

  • Grün- und Fußwegeverbindungen (s. a. Handlungsfeld Stadtgestaltung)

  • Ordnung und Steuerung des ruhenden Verkehrs

  • Querung der Güterbahntrasse

  • Theodor-Heuss-Straße: Querungsmöglichkeiten und Gestaltung

  • Verbindung von Rheydt und Gladbach

  • Bahn-Haltepunkt

 Handlungsfeld Bildungslandschaft:

  • Aufenthaltsmöglichkeiten als informelle Lernorte

  • Bestehende Erweiterungs- bzw. Umbaupläne der Hochschule Niederrhein

  • Kooperation lokaler Bildungseinrichtungen (Kindertagesstätten, Schulen und Volkshochschule) mit der Hochschule

  • Entwicklung eines Forschungsareals

  • Studentenwohnungen

  • Hochschulaffine Nutzungen wie z. B. Gastronomie, Flächen für Kreative, Dienstleistungen

Der Rahmenplan Hochschulquartier wird gemeinsam mit dem externen Büro scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh aus Dortmund erstellt. Beteiligt sind auch das Büro scape Landschaftsarchitekten GmbH, die tetraeder.com gmbh und für das Thema Mobilität das Ingenieurbüro Runge IVP.

Im Wesentlichen gliedert sich der Rahmenplanprozess in drei Phasen:

Bestandsaufnahme und -analyse, Strategie und Konzeptentwicklung sowie Zusammenfassung in einer illustrierten Broschüre. Die Durchführung einer dialogorientierten Beteiligung ist dabei ein zentraler Baustein. Beabsichtigt ist die Durchführung von Bürgerveranstaltungen („Öffentliche Arenen“) und einer Internetbefragung sowohl im Zuge der Bestandsaufnahme und -analyse als auch bei der eigentlichen Konzeptentwicklung. Eine abschließende Präsentation ist ebenfalls vorgesehen. Im Vorfeld zur Bürgerbeteiligung werden Abstimmungsgespräche mit zentralen Akteuren im Quartier (sog. „Schlüsselpersonengespräche“) geführt. Die Studierenden sollen im Rahmen eines Workshops die Gelegenheit bekommen, ihre Belange einzubringen.

Insgesamt sollen drei Öffentliche Arenen in Form von Abendveranstaltungen angeboten werden. Die erste Öffentliche Arena fand am 14. Februar 2019 statt. Die Internetbefragung schloss sich unmittelbar an. In der Phase der Konzeptentwicklung wird die zweite Öffentliche Arena voraussichtlich im Herbst 2019 stattfinden. Die Internetbefragung wird wieder im Anschluss daran durchgeführt. Zum Abschluss des Rahmenplanprozesses soll der fertige Rahmenplan der Öffentlichkeit im Rahmen der dritten Öffentlichen Arena präsentiert werden.

In den Sitzungen der Bezirksvertretungen Nord, Süd und Ost am 16. bzw. 17. Januar 2019 sowie im Planungs- und Bauausschuss am 22. Januar 2019 wurde der Rahmenplanprozess öffentlich vorgestellt. Die entsprechende Berichtsvorlage ist hier zu finden.

 Frau Fischer

Tel.: (02161) 25 - 8598, Zimmer 3042

Stadtstrukturelle Einordnung des Betrachtungsraumes „Hochschulquartier“
Luftbild mit den Grenzen des Betrachtungsraumes „Hochschulquartier“