Zweitwohnungssteuer

Zum 1.1.2010 hat die Stadt Mönchengladbach eine Zweitwohnungssteuer eingeführt.


Was versteht man unter einer „Zweitwohnung“? 

Jede Wohnung, die jemandem neben seiner Hauptwohnung als Nebenwohnung dient. Hierbei ist es unerheblich, ob sich die erste Wohnung (Hauptwohnung) innerhalb oder außerhalb Mönchengladbachs befindet. 

Wie wird „Wohnung“ definiert?
Wohnung im Sinne der Satzung ist jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt werden kann. 

Was genau wird besteuert?
Der Steuergegenstand ist das Innehaben einer Wohnung in Mönchengladbach neben der Hauptwohnung. Ob die Wohnung gemietet ist oder vom Eigentümer selbst bewohnt wird, spielt dabei keine Rolle. Auch Studenten mit Zweitwohnung in Mönchengladbach und Hauptwohnung bei den Eltern unterliegen nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts der Zweitwohnungssteuerpflicht. 

Gibt es Ausnahmen? 
1. Wohnungen, die von freien Trägern der Wohlfahrtspflege aus therapeutischen Gründen entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden 
2. Wohnungen, die von Trägern der öffentlichen und freien Jugendhilfe entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden und Erziehungszwecken dienen. 
3. Keine zu besteuernde Zweitwohnung liegt vor, wenn es sich bei der Zweitwohnung in Mönchengladbach um das ehemalige "Kinderzimmer" in der elterlichen Wohnung handelt. 
4. Wohnungen, die verheiratete und nicht dauernd getrennt lebende Personen aus beruflichen Gründen im Gebiet der Stadt Mönchengladbach innehaben, wenn sich die eheliche Wohnung in einer anderen Gemeinde befindet. Dies gilt nicht, wenn die berufliche Tätigkeit überwiegend von der ehelichen Wohnung aus wahrgenommen wird. 
Ausgenommen sind ferner solche Zweitwohnungen, bei denen eine Besteuerung nicht zu einer Beeinträchtigung des ehelichen Zusammenlebens führt, insbesondere weil die Zweitwohnung von beiden Ehepartnern aus beruflichen Gründen gemeinschaftlich neben der Hauptwohnung bewohnt wird. 

Bemessungsgrundlage und Steuersatz?
Bemessungsgrundlage ist die jährliche Nettokaltmiete. Hiervon werden 10% als Zweitwohnungssteuer erhoben. Ist die Wohnung in Ihrem Eigentum oder wird sie Ihnen unentgeltlich überlassen, wird stattdessen die ortsübliche Miete gemäß dem Mietspiegel der Stadt Mönchengladbach angesetzt. 
Beispiel: 
200,00 EUR Monatsmiete x 12 Monate = 2.400,00 EUR, 
hiervon 10 % = 240,00 EUR Zweitwohnungssteuer.

Wann beginnt bzw. endet die Steuerpflicht? 
Die Steuerpflicht beginnt mit dem ersten Tag des Monats des Innehabens der Zweitwohnung. Fällt der Zeitpunkt, mit dem die Beurteilung der Wohnung als Zweitwohnung beginnt, nicht auf den ersten Tag eines Monats, beginnt die Steuerpflicht am ersten Tag des folgenden Monats. Die Steuerpflicht endet mit dem letzten Tag des Monats des Innehabens der Zweitwohnung. Fällt der Zeitpunkt, mit dem die Beurteilung der Wohnung als Zweitwohnung endet, nicht auf den letzten Tag eines Monats, endet die Steuerpflicht am letzten Tag des vorangegangenen Monats. 
Beispiel: 
Anmeldung ab 18.02. ==> Steuerpflicht beginnt ab 01.03. des Jahres Abmeldung ab 22.03. ==> Steuerpflicht endet am 28.02. des Jahres 

Wann wird die Steuer fällig? 
Die Steuer wird zu je einem Viertel ihres Jahresbetrages am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November fällig. 

Wie verhält es sich, wenn in meiner Miete Aufwendungen für die Möblierung der Wohnung enthalten sind? 
In diesem Fall sind diese zur Ermittlung der Nettokaltmiete angemessen zu kürzen. 

Gibt es Ermäßigungstatbestände? 
Nein. Es gibt keine Vergünstigungen für bestimmte Personenkreise (z. B. Studenten, Rentner). 

Gibt es bei dem Steuerbetrag eine Untergrenze (Kleinbetragsgrenze)? 
Ja, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wird auf die Erhebung der Zweitwohnungssteuer verzichtet, wenn der Steuerbetrag im Veranlagungszeitraum geringer als 10,00€ ist. 

Muss ich als Vermieter Nachforschungen über meine Mieter betreiben? 
Nein, es besteht aber Auskunftspflicht, wenn man von einer Zweitwohnung weiß.

 

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