Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer ist eine auf den Ertrag eines Gewerbebetriebes bezogene Gemeindesteuer.

Die Gewerbesteuer ist eine auf den Ertrag eines Gewerbebetriebes bezogene Gemeindesteuer und die wichtigste originäre Einnahmequelle der Kommunen zur Bestreitung ihrer öffentlichen Ausgaben. Der Bund und die Länder werden durch eine Gewerbesteuerumlage ebenfalls an der Gewerbesteuer beteiligt. Neben der Grundsteuer ist sie die Realsteuer des § 3 Abs. 2 Abgabenordnung. Realsteuern sind eine Unterart der Sachsteuern oder Objektsteuern.

Die Realsteuern werden von den Gemeinden erhoben. Die Besteuerungsgrundlagen werden jedoch von den Finanzämtern ermittelt und in Steuermessbescheiden für die Gemeinden bindend festgesetzt. Die Verwaltungshoheit ist also geteilt.

Informationen zum Finanzamt erhalten Sie wie folgt:

Finanzamt Mönchengladbach
Am Hockeypark 2
41179 Mönchengladbach
Telefon: (02161) 189 - 0
Link zu Finanzamt Mönchengladbach

Steuergestand der Gewerbesteuer ist der Gewerbebetrieb, seine objektive Ertragskraft und das in ihm arbeitende Kapital.

Steuerschuldner ist zwar der Unternehmer, also der, für dessen Rechnung das Gewerbe ausgeübt wird, seine persönlichen Verhältnisse sind für die Festsetzung der Gewerbesteuer jedoch unerheblich. Das ist der signifikante Unterschied zu den Personensteuern ( z. B. Einkommens- und Körperschaftsteuer), da die Gewerbesteuer nicht die Leistungsfähigkeit einer Person berücksichtigt, sondern eine Sache -den Gewerbebetrieb- besteuert.

Der Gewerbesteuerpflicht unterliegt jeder Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird. Unter Gewerbebetrieb ist ein gewerbliches Unternehmen im Sinne des Einkommensteuerrechts zu verstehen. Nach der Legaldefinition des § 15 Abs. 2 Einkommensteuergesetz ist Gewerbebetrieb jede selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, wenn die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbständige Arbeit anzusehen ist.

Besteuerungsgrundlage ist der Gewerbeertrag. Das ist der nach den Vorschriften des Einkommens- oder Körperschaftsteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, vermehrt und vermindert um bestimmte Beträge, die dem Objektcharakter der Gewerbesteuer Rechnung tragen bzw. eine Doppelbelastung mit Gewerbe- und Grundsteuer vermeiden sollen.

Die Gewerbesteuer mindert ab dem Veranlagungszeitraum 2008 nicht mehr als Betriebsausgabe den steuerlichen Gewinn des Gewerbebetriebs. Dafür wird bei Einzelunternehmen und Personenengesellschaften die Einkommensteuer auf Einkünfte aus Gewerbebetrieb durch eine pauschalierte Anrechnung der Gewerbesteuer in Höhe des 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrags ermäßigt. (§ 35 Einkommenssteuergesetz)

Bei der Berechnung der Gewerbesteuer ist von einem Steuermessbetrag auszugehen. Dieser ist durch Anwendung eines Hundertsatzes von regelmäßig 3,5% auf den Gewerbeertrag zu ermitteln. Dabei ist für Einzelunternehmen und Personenengesellschaften ein Freibetrag von 24.500 EUR zu berücksichtigen.

Für die Feststellung der Besteuerungsgrundlagen und für die Festsetzung der Zerlegung des Steuermessbetrags sind die Finanzämter zuständig. Der Steuermessbetrag ist zu zerlegen, wenn im Erhebungszeitraum (grundsätzlich = Kalenderjahr) Betriebsstätten in mehreren Gemeinden unterhalten werden. Als Zerlegungsmassstab werden dabei die Arbeitslöhne herangezogen.

Die Gewerbesteuer wird von der Gemeinde aufgrund eines Steuermessbetrags -im Fall der Zerlegung aufgrund des Zerlegungsanteils- mit einem Hundertsatz (Hebesatz) festgesetzt und erhoben, der von der hebeberechtigten Gemeinde zu bestimmen ist.
Der Gewerbesteuermessbetrag wird der Stadt Mönchengladbach in Form des Gewerbesteuermessbescheides mitgeteilt. Diesen Gewerbesteuermessbescheid des Finanzamts erhalten Sie gemeinsam mit dem Gewerbesteuer-Heranziehungsbescheid der Stadt Mönchengladbach sowie ggf. einen Zinsbescheid nach § 233 a der Abgabenordnung. (s. Exkurs) Auf den Gewerbe-steuermessbetrag wendet, wie bereits dargelegt, der Fachbereich Steuern und Grundbesitzabgaben den vom Rat der Stadt Mönchengladbach festgesetzten Gewerbesteuerhebesatz an und setzt so die Gewerbesteuer als Steuergläubiger fest. Der Gewerbesteuerhebesatz beträgt seit dem 01.01.2016 490 von Hundert.

Wichtig: Soweit Einwendungen gegen die Besteuerungsgrundlagen bestehen, sind diese -wie ein evtl. Antrag auf Aussetzung der Vollziehung- beim Finanzamt und nicht beim Fachbereich Steuern und Grundbesitzabgaben vorzubringen.

Exkurs

Sogenannte Vollverzinsung nach § 233a Abgabenordnung

Die Verzinsung für Gewerbesteuern, die nach dem 31.12.1988 entstehen, soll im Interesse der Gleichmäßigkeit der Besteuerung und zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen einen Ausgleich dafür schaffen, dass Gewerbesteuern trotz gleichen gesetzlichen Entstehungszeitpunkts (= Ablauf des Erhebungszeitraums), aus welchen Gründen auch immer, zu unterschiedlichen Zeitpunkten festgesetzt und erhoben werden. Die Verzinsung ist gesetzlich vorgeschrieben, sie steht nicht im Ermessen des Fachbereiches Steuern und Grundbesitzabgaben. Es erfolgt sowohl eine Verzinsung von Nachzahlungen als auch von Erstattungen. Der Zinslauf beginnt im Regelfall 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Gewerbesteuer entstanden ist (= Karenzzeit). Er endet mit der Bekanntgabe des Gewerbesteuerbescheides. Der Zeitpunkt der Zahlung oder Fälligkeit der Steuernachforderung oder -erstattung ist unbeachtlich. Die Zinsen betragen für jeden vollen Monat des Zinslaufs 0,5 %. Für ihre Berechnung wird der zu verzinsende Betrag auf volle 50 EUR abgerundet. Zinsen werden nur dann festgesetzt, wenn sie mindestens 10 EUR betragen. Grundsätzlich wird der Zinsbescheid der Gewerbesteuerfestsetzung der Stadt Mönchengladbach beigefügt.

Kommunale Betriebsprüfung

Die Stadt Mönchengladbach hat seit Mitte des Jahres 2015 eine kommunale Betriebsprüfungsstelle eingerichtet.

Das Gesetz über die Finanzverwaltung (§ 21 Abs. 3 FVG) lässt es zu, dass Stadtbedienstete an den Betriebsprüfungen (Außenprüfungen) der Finanzverwaltung teilnehmen.

Voraussetzung für die kommunale Prüfungsteilnahme ist, dass in der Stadt Mönchengladbach eine Betriebsstätte vorhanden ist und die Prüfung in der jeweiligen Gemeinde stattfindet. Die kommunale Prüfungsteilnahme konzentriert sich auf die Überprüfung der Hinzurechnungen und Kürzungen, der Zerlegungsgrundlagen und Zerlegungsmaßstäbe sowie der Betriebsstätteneigenschaften.

Notwendige Unterlagen
Keine

Rechtliche Grundlagen

  • Gewerbesteuergesetz
  • Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung
  • Abgabenordnung
  • Haushaltssatzung (jeweils in der zur Zeit gültigen Fassung)

Gebühren
Keine

Aufgabenbereich

Gewerbe- und Aufwandsteuer (Hunde-, Vergnügungs- und Zweitwohnungssteuer)

Adresse

Verwaltungsgebäude
Aachener Straße 2
41061 Mönchengladbach

Fax: 02161 / 25-52209

E-Mail: Fachbereich Steuern und Grundbesitzabgaben

Servicezeiten

Mo. - Fr.:   07.45 Uhr - 12.30 Uhr
Do.:           14.00 Uhr - 16.30 Uhr  

Ansprechpartner/innen

Gewerbesteuer Buchstaben A - K
Frau Hindsches

Tel.: 02161 / 25-52224

Zimmer 622

Frau Ibels
Tel.: 02161 / 25-52223

Zimmer 624

Gewerbesteuer Buchstaben L - Z
Frau Eßer

Tel.: 02161 / 25-52226

Zimmer 622

Frau Zoehren
Tel.: 02161 / 25-52225

Zimmer 624