SBO 6.3: Die Praxiskurse

Die Praxiskurse wenden sich zum einen an alle Schülerinnen und Schüler, bei denen die Gefahr besteht, dass sie den Übergang von der Schule in den Beruf nicht reibungslos schaffen werden und die Klasse neun oder zehn besuchen. Zum anderen werden mit diesem Standardelement aber auch all diejenigen Jugendlichen in Klasse neun oder zehn angesprochen, die ein verstärktes Interesse an einer dualen Ausbildung haben und ihre Kenntnisse vertiefen möchten. Sie können nur absolviert werden, wenn im Voraus die Potenzialanalyse durchlaufen wurde und bauen auf dem bisherigen Berufsorientierungsprozess auf, hier vor allem auf bereits gemachten Erfahrungen wie zum Beispiel durch ein Betriebspraktikum.

Bei den Praxiskursen stehen vor allem praktische Erprobungen und Einheiten zum Thema Soft Skills im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler erhalten handlungsorientierte Aufgaben und bearbeiten spezielle Arbeitsproben. Damit hat ihre Arbeit, die sie während der Praxiskurse leisten, nicht nur einen theoretischen Anspruch sondern sie führt auch dazu, dass den Schülerinnen und Schülern vor allem anhand fertiger Arbeitsproben/Werkstücke eine positive Reflektion des Praxiskurses gelingt. Sie bekommen verdeutlicht, dass ihre Arbeit einen Wert hat und sie selbst etwas erschaffen können. Zudem soll anhand der Praxiskurse auch die Ausbildungsreife gefördert und daran gearbeitet werden, dass den Jugendlichen eine Anschlussperspektive aufgezeigt werden kann.

Die Berufsfelder, die erprobt werden können, variieren natürlich aufgrund unterschiedlicher ausführender Träger, sollten sich aber auf folgende Berufsfelder konzentrieren:

Bau; Elektro; Fahrzeug- und Wartungsberufe; Farbe und Gestaltung;  Garten- und Landschaftsbau; Gesundheit, Erziehung und Soziales; Holz, Kunststoff, Glas, Keramik und Textil; Hotel, Gaststätten und Hauswirtschaft; IT und Medien; Kosmetik und Körperpflege; Lager, Handel, Verkauf sowie Lebensmittel; Metallverarbeitung und Mechanik; Versorgungs- und Installationstechnik sowie Wirtschaft und Verwaltung.

 

Die Praxiskurse erstrecken sich über 21 Zeitstunden, zumeist aufgeteilt auf drei Tage à sieben Zeitstunden. Die Kurse müssen mindestens acht und maximal 16 Teilnehmer aufweisen. Die Fach- und Sozialkompetenzanteile der Praxiskurse liegen bei minimal einem Drittel der Gesamtzeit, maximal bei der Hälfte.

Am Ende erhält jede/r Schüler/in eine individuelle Rückmeldung unter anderem zu den Themen Dauer des Praxiskurses, Erläuterung des Berufsfeldes sowie persönliches Verhalten im Sinne der Pünktlichkeit oder dem Umgang mit den Kollegen und Vorgesetzten.

 

Praxiskurse - konkretisierende Hinweise