Elektronischer Aufenthaltstitel ( eAT )

Allgemeine Informationen zum elektronischen Aufenthaltstitel ( eAT )

Bereits vor einigen Jahren haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Einführung eines eAT für Drittstaatsangehörige ( Nicht-Unionsbürger ) beschlossen. Erklärtes Ziel hierbei ist u.a., die Aufenthaltstitel in der Europäischen Union zu vereinheitlichen und durch die Nutzung biometrischer Daten die Bindung zwischen Dokumenteninhaber und Dokument zu erhöhen und vor missbräuchlicher Nutzung zu schützen.

Die Bundesrepublik Deutschland wollte die Umstellung zum 01.05.2011 vornehmen, musste dies jedoch auf den 01.09.2011 verschieben.

Ab diesem Zeitpunkt wird der bisher gültige Aufenthaltstitel, der als Klebeetikette von der Ausländerbehörde ausgestellt wird, durch den eAT ersetzt. Der eAT wird zum Nachweis eines bestehenden Aufenthaltsrechts als eigenständiges Dokument in Form einer Scheckkarte ausgestellt und ausschließlich durch die Bundesdruckerei in Berlin hergestellt.

Eine qualitative Änderung des Aufenthaltsrechts ist hiermit nicht verbunden. Der eAT ist kein Passersatz und dient nur dazu, den aufenthaltsrechtlichen Status zu dokumentieren und ist grundsätzlich nur gültig im Zusammenhang mit einem gültigen, anerkannten Pass oder Passersatz.

Die von der Ausländerbehörde bisher erteilten Klebeetiketten müssen daher zum 01.09.2011 nicht gegen den neuen eAT ausgetauscht werden.

Die bisherigen Aufenthaltstitel in den Reisepässen und Passersatzpapieren behalten bis längstens bis 30.04.2021 ihre Gültigkeit.

Folgende aufenthaltsrechtliche Genehmigungen werden zukünftig als eAT ausgestellt:

  • die Aufenthaltserlaubnis
  • die Niederlassungserlaubnis
  • die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG
  • Aufenthaltskarten für Familienangehörige von EU-Bürgern,  die  selbst nicht Unionsbürger sind
  • Blaue Karte EU
  • Aufenthaltserlaubnis für Schweizer

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (bamf) hat zu dem elektronischen Aufenthaltstitel einen Flyer in mehreren Sprachen erstellt und online zur Verfügung gestellt. Sollten Sie sich hierfür interessieren, kann er hier heruntergeladen werden: Flyer des BAMF

Mit der Einführung des eAT ändern sich die Arbeitsabläufe in der Ausländerbehörde grundlegend, denn der Aufenthaltstitel kann nicht mehr wie bisher durch die Ausländerbehörde bei einmaliger Vorsprache hergestellt und erteilt werden. Vielmehr wird dieser nunmehr nach Antragstellung erst durch die Bundesdruckerei erstellt und erfordert somit eine weitere Vorsprache zur Abholung. Daher nachfolgend noch einige allgemeine Informationen:

Zeitpunkt der Antragstellung

Da die aktuellen Aufenthaltstitel gültig bleiben, müssen Sie den eAT erst beantragen, wenn

  • die befristete Aufenthaltserlaubnis abläuft
  • Ihr Pass, in dem sich der Aufenthaltstitel befindet, abgelaufen oder verloren gegangen ist
  • und Sie einen neuen Pass erhalten haben.

Der Verlängerungsantrag für einen eAT sollte mindestens sechs Wochen vor Ablauf des Gültigkeitszeitraumes - nicht aber vor dem 01.09.2011 - erfolgen.

Persönliche Vorsprache bei der Antragstellung

Da auf dem Chip Fingerabdrücke gespeichert werden, müssen alle Antragsteller/-innen, die das sechste Lebensjahr vollendet haben, persönlich vorsprechen. Nur wenn alle für die Aufenthaltserlaubnis erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann der eAT bei der Bundesdruckerei bestellt werden.

Nach voraussichtlich zwei - vier Wochen wird der eAT zur Ausländerbehörde gesandt und kann dort abgeholt werden.

Für den Fall, dass Sie jemand anderen mit der Abholung Ihres eAT beauftragen wollen, müssen Sie dieser Person eine Vollmacht ausstellen. Das entsprechende Formular finden Sie unten zum Download.

Aufenthaltsrechtliche Gebühren

Die Höhe der Gebühren für aufenthaltsrechtliche Maßnahmen und die Grundlagen für Gebührenbefreiungen sind in den §§ 44 bis 54 der Aufenthaltsverordnung festgelegt.

Bitte beachten Sie, dass für Unionsbürger bzw. Staatsangehörige der EWR-Staaten und ihre Familienangehörigen sowie für Staatsangehörige der Schweiz und Berechtigte nach dem Assoziationsrecht EU-Türkei gesonderte Gebührenregelungen gelten.

Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten aufenthaltsrechtlichen Gebühren:

MaßnahmeGebühr
Erteilung einer

  • Aufenthaltserlaubnis
  • einer Blauen Karte EU
  • einer ICT-Karte
100,00 Euro

Verlängerung einer

  • Aufenthaltserlaubnis
  • Blauen Karte EU
  • ICT-Karte

um bis zu drei Monate

um mehr als drei Monate





97,00 Euro

93,00 Euro
Erteilung einer Mobiler-ICT-Karte80,00 Euro
Verlängerung einer Mobiler-ICT-Karte70,00 Euro

Erteilung einer

  • Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte (§ 19 AufenthG)

  • Niederlassungserlaubnis für Selbständige

  • Niederlassungserlaubnis für Jugendliche gem. § 35 Abs. 1 AufenthG

  • Niederlassungserlaubnis in sonstigen Fällen

  • Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU


147,00 Euro

124,00 Euro

55,00 Euro

113,00 Euro

109,00 Euro
Neuausstellung eines Aufenthaltstitels, z.B. nach Verlust oder nach Ausstellung eines neuen Passes67,00 Euro
Erteilung einer Duldung58,00 - 62,00 Euro
Verlängerung einer Duldung33,00 – 37,00 Euro

Hinweis:

Gesonderte Gebührenregelungen gelten für Unionsbürger bzw. Staatsangehörige der EWR-Staaten und ihre Familienangehörigen sowie für Staatsangehörige der Schweiz und Berechtigte nach dem Assoziationsrecht EU-Türkei.

Gebührenbefreiung und -ermäßigung

Für Minderjährige wird in der Regel die Hälfte der angegebenen Gebühren erhoben.

Personen, die in Deutschland international schutzberechtigt sind, und Resettlement-Flüchtlinge sind von vielen aufenthaltsrechtlichen Gebühren befreit. Dies gilt auch für Personen, die ein Aufenthaltsrecht nach § 23 Abs. 2 des Aufenthaltsgesetzes erhalten, sowie für Ausländerinnen und Ausländer, deren Lebensunterhalt nicht ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel sichergestellt ist.  

Als Nachweis über den Bezug öffentlicher Mittel ist ein aktueller Bescheid des Jobcenters oder Sozialamts erforderlich. Erhöhte Verwaltungsgebühren

 

 

 

 

 

 

 

 

 






 

 

 

Formulare & Broschüren: