Im Rahmen meines Bachelor-Studiums zum Vermessungsingenieur (Hochschule Bochum) habe ich eine 12-wöchige Praxisphase absolviert. Da ich bereits von 2018 bis 2021 meine Ausbildung zum Vermessungstechniker bei der Stadtverwaltung Mönchengladbach absolviert habe und hier auch als Student weiterbeschäftigt wurde, wollte ich diese 12 Wochen nutzen, um einen anderen Bereich in der Vermessung kennenzulernen. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, meine Praxisphase beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) zu absolvieren. Straßen.NRW ist eine Landesbehörde, die für die Planung, den Bau und die Unterhaltung von Landes- und Bundesstraßen zuständig ist.
Meine Praxisphase während des Studiums Vermessung beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW)
Ein Bericht von Tobias Allnoch

Straßenvermessung und Brückenüberwachung
Während meiner Praxisphase wurde ich mit verschiedenen Aufgaben vertraut gemacht, welche die Vermessung von Straßen für die Planung von Umbaumaßnahmen beinhalteten. Hierbei wird das Planungsgebiet topographisch vermessen und alle charakteristischen Geländepunkte werden mit geeigneten vermessungstechnischen Verfahren erfasst und im Innendienst weiterverarbeitet. Aus den gewonnenen Daten werden Lagepläne und digitale Geländemodelle erstellt, die als Grundlage für die Planung dienen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Überwachung von Brückenbauwerken, die standardmäßig in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird. Dabei wird überprüft, ob es bei einer Brücke zu Bewegungen gekommen ist, die zu einem Absacken, Kippen oder Verdrehen des Bauwerks geführt haben.

Darüber hinaus habe ich eine Überwachungsmessung an einer Fahrbahn im Bereich Neukirchen-Vluyn durchgeführt, bei der es aufgrund einer instabilen Böschung am Fahrbahnrand zu einer Absenkung der Fahrbahndecke gekommen war. Anhand dieser Messung konnte beurteilt werden, ob die Straße für den Verkehr gesperrt werden muss oder ob eine Geschwindigkeitsreduzierung bis zur Instandsetzung ausreicht. In diesem Fall blieb die Straßen mit einer Geschwindigkeitsreduzierung befahrbar. Zusätzlich wurden von mir Liegenschaftsvermessungen durchgeführt, bei denen es sich hauptsächlich um Grenzanzeigen zwischen Landstraßen und Privatgrundstücken handelte. Diese dienen dazu die Unterhaltung der eigenen Flächen sicherzustellen.

Vermessung mit Drohnen
Des Weiteren konnte ich bei der Luftbildvermessungen mit unbemannten Luftfahrzeugen (Drohnen) unterstützen. Die Drohnen wurden eingesetzt, um die Topografie von Straßen zu erfassen, bei denen eine terrestrische Aufnahme aufgrund der Verkehrslage nicht möglich war. Mithilfe photogrammetrischer Auswertemethoden konnte aus den aufgenommenen Bilddaten eine dreidimensionale Punktwolke erzeugt werden, die für die Planung Verwendung findet.
Planung und Trassierung
In meiner letzten Woche hatte ich zusätzlich die Möglichkeit, einen Einblick in die Planungsabteilung zu bekommen. Hier durfte ich bei einer Umbaumaßnahme unterstützen und eine neue Straßenführung planen. Dieser Einblick war sehr interessant, um zu sehen, wie die erhobenen Daten weiterverarbeitet und wie die Inhalte aus der Lehrveranstaltung zum Thema „Trassierung“ angewendet werden.
Viele neue Eindrücke in 3 Monaten
Die 12 Wochen waren ein sehr spannender und lehrreicher Abschnitt in meinem Studium. Ich konnte mich in dieser Zeit fachlich weiterentwickeln, da ich vor neue Herausforderungen gestellt wurde, die ich vorher noch nicht hatte und somit auch neue Lösungswege finden musste, um zum Ziel zu komme. Außerdem war es interessant, andere Arbeitsweisen kennenzulernen, wodurch ich meine eigene Arbeitsweise noch einmal reflektieren und hinterfragen konnte, ob es an manchen Stellen noch Optimierungsbedarf gibt. Vielen Dank an alle Beteiligten der Stadtverwaltung Mönchengladbach und des Landesbetriebes Straßenbau NRW, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben


