Ausstellung: Kolonialrevisionismus im Rheinland (1919–1943)

Akteure, Propaganda und die Mobilisierung der Massen

Mit einer Ausstellung und einem Vortragsabend mit Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst am Mittwoch, 21. Januar 2026 rückt die Stadtbibliothek Mönchengladbach ein Kapitel deutscher Geschichte in den Fokus, das heute wenig bekannt ist: den Kolonialrevisionismus im Rheinland zwischen 1919 und 1943. Die Ausstellung macht sichtbar, wie koloniale Denkweisen nach dem Verlust der deutschen Kolonien politisch, kulturell und propagandistisch weiterwirkten – fern realer Kolonien, aber mit umso größerer symbolischer Wucht. Zur kostenfreien Veranstaltung um 19.30 Uhr im WandelSaal der Zentralbibliothek Carl Brandts Haus bzw. einem Ausstellungsbesuch vom 21.01. bis zum 22.02.2026 sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Ausgangspunkt ist die weitverbreitete Annahme, deutsche Kolonialgeschichte habe mit dem Ende des Ersten Weltkriegs ihr abruptes Ende gefunden. Tatsächlich entwickelte sich insbesondere im Rheinland eine aktive Bewegung, die an kolonialen Ansprüchen festhielt und deren Rückgewinnung über Jahre hinweg öffentlich einforderte. Der sogenannte „Kolonialismus ohne Kolonien“ war politische Realität, ideologische Projektionsfläche und gesellschaftliche Mobilisierungsstrategie zugleich.

Die Ausstellung führt auf 30 Plakaten in dieses wenig bekannte Themenfeld ein. Sie beleuchtet Akteure, Netzwerke und Bildwelten, mit denen koloniale Vorstellungen über Jahrzehnte präsent gehalten wurden. Afrikanistin, Historikerin und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst forscht seit vielen Jahren zur deutschen Kolonialgeschichte, zum Kolonialismus im Rheinland und zu postkolonialer Erinnerungskultur. Sie ist unter anderem auch Initiatorin von „Köln Postkolonial – ein lokalhistorisches Projekt der Erinnerungsarbeit“.

Die Ausstellung „Kolonialrevisionismus im Rheinland 1919-1943“ ist im Rahmen eines von der Landeszentrale für politische Bildung NRW geförderten Projekts entstanden.
Sie kann zu den Öffnungszeiten der Zentralbibliothek Carl Brandts Haus besucht werden:
MO–FR 10 - 22 Uhr, SA 10 - 18 Uhr, SO 12 - 18 Uhr

Bild: Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst  © Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst