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Stefan Hertmans: Der Aufgang

Freitag 08. Juli 2022, 19.30 Uhr | Stadtteilbibliothek Rheydt

Als Stefan Hertmans sich zum Kauf eines alten Hauses in Gent entschließt, ahnt er nichts von den Geschichten, die sich hinter dessen Mauern abgespielt haben. Er macht sich auf die Suche nach den Spuren der früheren Bewohner*innen und entdeckt die fesselnde Geschichte eines SS-Offiziers und dessen pazifistischer Frau. Willem Verhulst erblindet mit sechs Jahren auf einem Auge und wird dadurch zu einem scheuen Außenseiter. Doch während seiner Gärtnerlehre entwickelt er sich zu einem großmäuligen Verfechter der flämischen Sache und beginnt Sympathien für die Ideologie der Nationalsozialisten zu hegen. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zieht Verhulst mit seiner Frau, der Niederländerin Meintje, und ihren Kindern nach Gent, wo er unter der deutschen Besatzung Karriere macht. Meintje hingegen bleibt ihren pazifistischen Überzeugungen ein Leben lang treu und unternimmt alles, um ihre Kinder von der Naziideologie fernzuhalten.

In der Zerreißprobe dieser Ehe macht Stefan Hertmans auf unnachahmliche Weise Weltgeschichte in all ihrer Komplexität erlebbar. Angetrieben von einem tiefen Bedürfnis nach Verständnis, tastet sich der Autor an diese Figuren heran und beleuchtet damit zugleich die Tragödie eines ganzen Lande

Eintritt: 10 € / erm. 5 € 
Eintrittskarten sind online buchbar. VVK der MG-Veranstaltungen vor Ort möglich. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl.

Es gelten die aktuellen Corona-Vorschriften. 

Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent/ Belgien, Dichter, Dramatiker, Romancier, gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart.

›Krieg und Terpentin‹ war 2016 für den International Man Booker Prize und den Premio Strega International nominiert. Zudem wurde der Roman von ›The New York Times‹, ›The Times‹ und ›The Economist‹ zu einem der besten Bücher des Jahres gewählt.

›Die Fremde‹ war für den National Jewish Book Award nominiert und stand auf der Shortlist des Fémina étranger 2018.

Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.

»Keiner von Hertmans´ Romanen war je so spannend.« De Standaard / Brüssel