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Shida Bazyar: Drei Kameradinnen 

Donnerstag 05.August, 19.30 Uhr | Stadtteilbibliothek Rheydt

In ihrem neuen Roman erzählt Shida Bazyar voller Wucht und Furor von den Spannungen und Ungeheuerlichkeiten der Gegenwart – und von drei jungen Frauen, die zusammenstehen, egal was kommt. Seit ihrer gemeinsamen Jugend in der Siedlung verbindet Hani, Kasih und Saya eine tiefe Freundschaft. Nach Jahren treffen die drei sich wieder, um ein paar Tage lang an die alten Zeiten anzuknüpfen. Doch egal ob über den Dächern der Stadt, auf der Bank vor dem Späti oder bei einer Hausbesetzerparty, immer wird deutlich, dass sie nicht abschütteln können, was jetzt so oft ihren Alltag bestimmt: die Blicke, die Sprüche, Hass und rechter Terror. Ihre Freundschaft aber gibt ihnen Halt. Bis eine dramatische Nacht alles ins Wanken bringt. 

Shida Bazyar zeigt in aller Konsequenz, was es heißt, aufgrund der eigenen Herkunft immer und überall infrage gestellt zu werden, aber auch, wie sich Gewalt, Hetze und Ignoranz mit Solidarität begegnen lässt. »Drei Kameradinnen« ist ein aufwühlender, kompromissloser und berührender Roman über das außergewöhnliche Bündnis dreier junger Frauen – und das einzige, das ein selbstbestimmtes Leben möglich macht in einer Gesellschaft, die keine Andersartigkeit duldet: bedingungslose Freundschaft. 

Eintritt: 10 € / erm. 8 € 
Eintrittskarten sind online buchbar. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl.

Es gelten die aktuellen Corona-Vorschriften. Bitte aktuelle Infos zu Ort und Zeit beachten!

»Uns gibt es in dieser Welt nicht. Hier sind wir weder Deutsche noch Flüchtlinge, wir sprechen nicht die Nachrichten und wir sind nicht die Expertinnen. Wir sind irgendein Joker, von dem sie noch nicht wissen, ob sie ihn einmal zu irgendetwas gebrauchen können.«  Aus: »Drei Kameradinnen«

Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war, neben dem Schreiben, viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« erschien 2016 und wurde u.a. mit dem Bloggerpreis für Literatur, dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt.

Rezensentin Meike Feßmann feiert Shida Bazyars zweiten Roman als Reise ins Dunkel deutscher Identitätspolitik. Was wie ein Enid-Blyton-Buch über das Wiedersehen dreier Freundinnen beginnt, bekommt durch den im Hintergrund ablaufenden NSU-Prozess und die geschilderten Ausgrenzungserfahrungen der drei Frauen laut Feßmann rasch eine bedrohliche Note. Dass im Verlauf der Geschichte der Verdacht thematisiert wird, eine der Freundinnen habe ein islamistisches Attentat begangen, trägt dazu zusätzlich bei, erläutert Feßmann. Ein komplexes, doch anschauliches Buch, das die Leserin keineswegs unterfordert, meint sie. Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.04.2021

Rezensent David Hugendick sieht Shida Bazyars Roman zwiespältig. Einerseits gefällt ihm die provozierende Härte, mit der hier die Erfahrung von Ausgrenzung, Verdächtigung und Rassismus dreier Freundinnen vermittelt wird. Auch die "impulsive" sich kaum um Chronologie und Ortseinheit scherende Erzählweise, die letztlich sogar die Erzählerfigur selbst zweifelhaft erscheinen lässt, scheint ihm spannend. Weniger gut gefällt ihm die Charakterisierung von Figuren, die nur als "Aufsageautomaten" bestimmter Haltungen auftreten. Eindrucksvoll und aufrüttelnd findet Hugendick den Roman aber allemal. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.05.2021