Push-Nachrichten von http://moenchengladbach.de mit iOS empfangen

iOS-Endgeräte können aufgrund von Software-Restriktionen keine Push-Nachrichten aus Web-Apps empfangen. Daher stellen wir unsere Nachrichten auch über den Dienst PPush zur Verfügung, für den Sie eine native App aus dem Apple-App-Store laden können. Folgen Sie dort dem Kanal "moenchengladbach.de".

InfoseiteNicht mehr anzeigen

Readspeaker

Vorlesen

Ronya Othmann: Die Sommer

Mittwoch,25.08.2021, 19.30, Stadtteilbibliothek Rheydt

Leyla wächst in München als Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden auf. Ihr deutscher Alltag wird bestimmt durch Gymnasium und typische Aktivitäten mit Freunden. Die Sommer verbringt sie im Dorf ihres Vaters in Nordsyrien bei der Großfamilie, lernt und verlernt jedes Jahr aufs Neue ihr Kurdisch, fühlt sich eingebettet und geliebt. Sie erzählt von ihrer Kindheit dort, ihrer geliebten Großmutter, bösen Cousinen, Schlangen und den Bruchstücken des jesidischen Glaubens, der für ihren Vater keine Bedeutung mehr hat. Der Krieg in Syrien, die Verfolgung der Jesiden und der aussichtslose Kampf der Kurden führen zur Flucht des Vaters nach Deutschland, wo er Asyl erhält und seine Familie gründet. Während Leyla erst kaum Interesse an der Geschichte ihres Vaters hat, rückt der brutale Krieg in Syrien medial immer näher. Leyla beginnt ein Studium, sie versucht die drohende Auslöschung der Jesiden auf Distanz zu halten und merkt immer mehr, dass sie doch Position beziehen muss. Das höchst eindrucksvolle Romandebüt der bereits vielfach ausgezeichneten Autorin und Journalistin, das unter die Haut geht und einen nicht mehr loslässt. 
Autor*in der Rezension: Daniela Neuenfeld-Zvolsky

Eintritt: 10 € / erm. 8 € 

Eintrittskarten sind online buchbar. Begrenzte Teilnehmer*innenzahl.
Es gelten die aktuellen Corona-Vorschriften. Bitte beachten Sie die aktuelle 3 G Regel - Zutritt nur für Geimpfte, Geteste oder Genesene

Ronya Othmann wurde 1993 in München geboren und lebt in Leipzig. Sie erhielt u.a. den MDR-Literaturpreis, den Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik, den Lyrik-Preis des Open Mike, den Gertrud-Kolmar-Förderpreis und den Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. 2018 war sie in der Jury des Internationalen Filmfestivals in Duhok in der Autonomen Region Kurdistan, Irak, und schrieb bis August 2020 für die taz gemeinsam mit Cemile Sahin die Kolumne „OrientExpress“ über Nahost-Politik. Seit 2021 schreibt sie für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die Kolumne „Import Export". 2020 erschien im Hanser Verlag ihr Debütroman Die Sommer, für den sie mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde.


Auf stille Weise begeistert ist Rezensentin Wiebke Porombka von diesem Roman, in dem die ehemalige taz-Kolumnistin eine "überzeugende, kluge Erzählweise" gefunden hat. So hebt Porombka hervor, dass eine nüchterne Sprache ebenso wie Distanzmittel anderer Art - das Geschehen durch den Vater der Protagonistin oder diverse Medienberichte zu vermitteln - die Kraft des Erzählten verstärken. Beeindruckt hat sie immer wieder die Darstellung dessen, wie Kinder von Migranten in völlig verschiedenen Welten leben, sie aber klug auseinander halten können. Eine am Ende nach Bayern gerettete Großmutter beeindruckt sie ebenso wie die fast nebenbei erzählte lesbische Liebesgeschichte - Privatheiten, die für die Kritikerin um so stärker das historische Geschehen zur Geltung bringen. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.09.2020