Zentralbibliothek der Zukunft erhält ein Gesicht Augsburger Architekturbüro hat Zuschlag zur Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des denkmalgeschützten Gebäudes erhalten

In der coolen "Maker-Space" nutzen Jugendliche spannende Kreativ-Angebote, während sich in der glasüberdachten, lichtdurchfluteten und über zwei Geschosse erstreckenden "Active-Plaza" Besucher angeregt im Gespräch austauschen und im Saal nebenan Gäste einem Vortrag lauschen. Auf den Terrassen im nördlichen Gartenbereich findet gerade ein Lese-Dating im Freien statt, während sich zahlreiche Kinder im Trakt der Kinderbibliothek entlang der Blücherstraße tummeln und eine Etage tiefer in der unterirdischen Erweiterung die Jugendbibliothek mit ihren Wissenswelten aufwartet. So ein Blick in die Zukunft der Zentralbibliothek an der Blücherstraße nach der erfolgten Sanierung, Modernisierung, Erweiterung und Öffnung ins Quartier im Sommer 2022.

 "Das offene und zukunftsorientierte Konzept der Bibliothek hat uns zur Teilnahme am Realisierungswettbewerb inspiriert", betont Dr. Stefan Schrammel, dessen Augsburger Büro mit seinen Entwürfen für die "Zentralbibliothek der Zukunft" die Fachjury zu einem einstimmigen Votum überzeugte. "

Das seit Mitte der neunziger Jahre inzwischen in der dritten Generation geführte Büro versteht sich auf Denkmalschutz und Neubau moderner Bibliotheken gleichsam. So steht nicht nur die Sanierung des historischen Rathauses und Kulturzentrums in Hanau, sondern auch der Neubau der Bibliothek in Augsburg und aktuell die Planung der Zentralbibliothek in Düsseldorf auf der Referenzliste des Büros.

 "Bei der Sanierung den Denkmalwert erhalten, dem Haus die Großzügigkeit und Eleganz der 60er Jahre zurückgeben und die Nutzerqualitäten zeitgemäß herausarbeiten: Das sind schon ganz besondere Anreize", so der Wettbewerbssieger. "Die Bibliothek ist ein Ort, an dem alles passieren kann, und der sich ständig im Fluss befindet. Die Richtung lässt sich heute noch nicht vorhersagen, wogegen die Hülle Veränderungen in der konzeptionellen Ausrichtung ermöglichen muss", betont der Architekt bei der Vorstellung seiner Entwürfe.

Und der für Kultur und Bildung zuständige Beigeordnete, Dr. Gert Fischer, ergänzt: "Die Zentralbibliothek an der Blücherstraße ist längst nicht mehr nur ein Ort der Ausleihe, die mehr und mehr auf elektronische Medien verlagert, sondern auch Begegnungsraum, Arbeits- und Forschungsstätte sowie Aufenthaltsort in einem. Die Aufgabenstellung im Wettbewerb war denn auch eine Quadratur des Kreises".

Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin bringt den Auftrag auf den Nenner: "Der Star ist das Denkmal". So soll unter anderem m behutsamen Umgang mit den bestehenden Strukturen der Bücherturm wiederhergestellt werden. Die mit Aluminiumplatten verkleidete Fassade weicht der dann frei gelegten ehemaligen Mosaik-Fassade.

Räumlich soll die Publikumsfläche von heute 1.500 Quadratmetern auf 3.000 verdoppelt werden. Durch die Entzerrung des Medienbestands werden zusätzliche Flächen gewonnen.

Und die Öffnung der Zentralbibliothek ins Quartier, bei der auch der Adenauerplatz einbezogen werden soll, gibt der städtischen Einrichtung einen neuen Stellenwert: "Die geografisch-räumliche Lage zwischen Kaiser-Friedrich-Halle, Bunter Garten, Croonsquartier und den zukünftigen Maria Hilf-Terrassen spielt eine ganz wesentliche Rolle. Die Bibliothek soll noch stärker nutzbar gemacht werden für das Quartier", so Dr. Gregor Bonin, schließlich ist das Vorhaben ein wesentlicher Baustein des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes (IHEK) Alt-Mönchengladbach. Für das 240 Hektar große Fördergebiet im Bereich zwischen Breitenbachstraße, Maria-Hilf-Gelände, Westend und Abteiberg hat das Land bereits 50 Millionen Euro zugesichert.

Ein entsprechender Förderantrag für die Sanierung und Erweiterung der Stadtbibliothek soll bis Ende des Jahres gestellt werden. Einschließlich Zwischennutzung, Außengestaltung und Mobiliar liegt die Kostenschätzung bei rund 18 Millionen Euro. Land, Bund (Soziale Stadt) und EU (EFRE) stellen eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht; der Eigenanteil der Stadt ist im Doppelhaushalt gesichert. "Die Bibliothek wird eine zentrale Pilotfunktion in der Entwicklung des Fördergebietes. Mit Blick auf die Finanzen, den Denkmalschutz und aus Sicht der Bibliothek ist das Vorhaben machbar", so Dr. Gert Fischer.

Zum Zeitplan: Der Förderbescheid wird für das 3. Quartal 2019 erwartet, anschließend entscheidet der Rat über die Ausführungsplanung, Baubeginn ist für Juni 2020 vorgesehen.

Eine Ausstellung zu den Siegerentwürfen ist vom 20. November bis 1. Dezember in der Zentralbibliothek der Blücherstraße und vom 4. bis 14. Dezember im Rathaus Rheydt zu sehen (4. Obergeschoss, Treppenhausturm am Markt).

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