Am 9. November 2024 jährt sich der Mauerfall zum 35. Mal. Der Fachbereich Stadtbibliothek und Archiv lädt unter dem Titel "Genehmigungen werden kurzfristig erteilt" zu einer Gedenkveranstaltung in die Zentralbibliothek Carl Brandts Haus ein, die an die friedliche Revolution in Deutschland erinnert.
Programm
14:00 Uhr - 15:30 Uhr
"Gedankensteine II - Erfahrungen in und mit der DDR - Zeitzeugen erzählen"
Lesung mit Sabine Schwiers
Die Mönchengladbacher Autorin Sabine Schwiers ist eine Geschichtensammlerin. In ihrem 2015 erschienenen Sammelband „Gedankensteine II – Erfahrungen in und mit der DDR“ hat sie Zeitzeugen aus der Zeit der DDR interviewt und ihre Geschichten gesammelt und dokumentiert. Es kommen Menschen aus Mönchengladbach und aus anderen Teilen der Republik zu Wort, die über das Leben in und mit der DDR berichten. Viele der in dem Buch geschilderten Lebenswege beschreiben Schicksale von Menschen, die ihre Heimat, ihre Familie und ihre Freunde oftmals unter größter Lebensgefahr zurückließen. Auch die Nachbarn von Familie Schwiers gehörten dazu. "Die Eltern durften mit dem kleinen Sohn nach schwierigen Verhandlungen ausreisen", berichtet Sabine Schwiers. "Die Tochter blieb zurück in der DDR — der Liebe wegen." Sie soll hinter dem Zug, in dem ihre Familie saß, hergelaufen sein — voller Verzweiflung. Später kam auch sie in den Westen und blieb. Dieses und viele andere berührende Schicksale beschreiben die vielen Zeitzeugen in dem von Sabine Schwiers zusammengestellten Buch.
15:30 Uhr
Musikalischer Beitrag von Victoria Avrachov, Schülerin der Städtischen Musikschule
(Gesang & Klavier)
16:00 Uhr - 17:30 Uhr
Genehmigungen werden kurzfristig erteilt
Vortrag von Prof. Dr. Hans Walter Hütter
Mit dem Fall der Berliner Mauer erhält die Deutsche Frage völlig unerwartet eine neue Aktualität. Das Ergebnis der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 ist ein klares Votum für die Deutsche Einheit. Mit der Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges erlangt Deutschland seine volle Souveränität. Am 3. Oktober 1990 feiert Deutschland die Wiedervereinigung. Die Monate zwischen Oktober 1989 und Oktober 1990 verändern die weltpolitische Lage. Für das wiedervereinigte Deutschland im europäischen Verbund beginnt eine neue Epoche. Der Vortrag von Prof. Dr. Hans Walter Hütter — Vorsitzender des Präsidiums der Stiftung Haus der Geschichte NRW — beleuchtet wichtige Meilensteine von der Friedlichen Revolution im Osten Europas bis zur Wiedervereinigungsfeier in Berlin.
17:30 Uhr
Musikalischer Beitrag von Victoria Avrachov, Schülerin der Städtischen Musikschule
(Gesang & Klavier)
bis 18:30 Uhr
Abschlussempfang
Ausstellungen
Parallel findet eine Medienausstellung im Themenraum der WissensWelten im Untergeschoss der Zentralbibliothek aus Sachbüchern, Romanen, Kinder- und Jugendbüchern statt.
Zudem wird eine Bilderausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung unter dem Titel "Friedliche Revolution und deutsche Einheit" im Obergeschoss gezeigt: 2024 und 2025 jähren sich die Friedliche Revolution in der DDR und die deutsche Wiedervereinigung zum 35. Mal. Aus diesem Anlass präsentiert die Bundesstiftung Aufarbeitung die Ausstellung „Friedliche Revolution und deutsche Einheit kompakt“. Fünf Tafeln zeichnen die globalgeschichtlichen Rahmenbedingungen, die Entwicklung in Ostmitteleuropa, die Friedliche Revolution in der DDR, deren Selbstdemokratisierung sowie den Weg zur deutschen Einheit nach. In Kooperation mit statista präsentiert die sechste Tafel Daten zur Jugend im vereinten Deutschland. “Friedliche Revolution und deutsche Einheit kompakt” verdeutlicht anhand von Karten und illustrierten Zeitleisten chronologische und geografische Zusammenhänge des Epochenumbruchs 1989/90. Dieser neue Ansatz macht Gleichzeitigkeiten erkennbar, die sich wechselseitig beeinflussten. Auf diese Weise wird der Umbruch in der DDR nicht nur in die zeitgleichen Entwicklungen Ostmitteleuropas, sondern auch in der Globalgeschichte eingeordnet.
Der Eintritt ist frei und ohne Anmeldung.
Hans Walter Hütter © Haus der Geschichte NRW/Andreas Lange
Sabine Schwiers © Detlef Ilgner
Victoria Avrachov (c) Avrachov.png


