Die Zentralbibliothek Mönchengladbach hat den Architekturpreis Nordrhein-Westfalen des Bundes Deutscher Architekten (BDA) NRW erhalten. Am Donnerstag, den 5. September, verliehen der BDA und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach die Auszeichnung im Düsseldorfer Maxhaus an insgesamt zehn Preisträger, zweimal in Gold. In dem Architekturwettbewerb hat sich die Mönchengladbacher Zentralbibliothek damit unter 340 Teilnehmerbeiträgen durchgesetzt und es in die Top Ten geschafft.
Das Carl Brandts Haus, wie das Bibliotheksgebäude an der Blücherstraße offiziell heißt, sei „auf unaufgeregte Weise“ denkmalgerecht saniert worden. „Der Charakter des Bibliotheksgebäudes ist aufmerksam verstanden und wiederhergestellt worden“, so die Bewertung des BDA. Es ist nicht der erste Architekturpreis für die Stadt Mönchengladbach, das städtische Gebäudemanagement gmmg, das Architekturbüro Schrammel und die Freianlagenplaner von Aalto. Zuvor hatte die Zentralbibliothek bereits den Architekturpreis Linker Niederrhein erhalten. Zudem hatte im Frühjahr die Lichtplanung des Büros Bartenbach den deutschen Lichtdesign-Preis gewonnen.
„Die schönste Auszeichnung ist, zu sehen, wie toll und intensiv die Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher ihre baulich und konzeptionell modernisierte Zentralbibliothek annehmen“, sagt Technische Beigeordnete Claudia Schwan-Schmitz. „Daneben sind Auszeichnung wie der Architekturpreis NRW von großer Bedeutung und eine tolle Anerkennung für alle, die an dem Projekt mitgewirkt haben. Denn der Preis zeigt, dass hier gemeinsam etwas vollbracht wurde, das weit über die Stadtgrenzen hinaus begeistert“, so Schwan-Schmitz weiter.
Zur „Gladbacher Delegation“ bei der Preisverleihung zählten neben Schwan-Schmitz – stellvertretend für die vielen am Projekt Beteiligten – unter anderem Architekt Stefan Schrammel, Projektleiter Holger Janke und Serap Balikci sowie Betriebsleiterin Katja Becker-Lis vom gmmg, Koordinator Stadterneuerung Dr. Frank Schulz sowie der neue Stadtbibliotheksleiter Yilmaz Holtz-Ersahin und seine maßgeblich an der Modernisierung beteiligte Amtsvorgängerin Brigitte Behrendt.
Auch Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport, Frau Christiane Schüßler, freut sich: „Es ist immer wieder eine große Freude, so viele begeisterte Bürgerinnen und Bürger in unserer Zentralbibliothek zu sehen. Von Krabbelkindern über junge Menschen, die für Schule, Ausbildung oder das Studium lernen und unsere Räume oder auch Medien dafür nutzen, bis hin zu allen Personen, die in Zeitschriften oder Büchern versinken, Kurse besuchen oder auf vielfältige Art ihren Hobbies nachgehen oder Neues entdecken. Das alles macht auch Mut, das Angebot noch weiter zu entwickeln.“
Yilmaz Holtz-Ersahin, Fachbereichsleitung Bibliothek und Archiv schließt sich der Begeisterung an: „Das Carl Brandts Haus, unsere Zentralbibliothek, vereint moderne Architektur mit einem durchdachten Farb- und Lichtkonzept sowie Barrierefreiheit – ein wunderschönes Haus, das mit dem Architekturpreis NRW ausgezeichnet wurde. Wir freuen uns darauf, diesen Raum als Ort der Demokratiebildung, Nachhaltigkeit und Inklusion mit Leben zu füllen. Gemeinsam mit unserem engagierten Team gestalten wir die Bibliothek als ‚Third Place‘, der Begegnungen, soziale Teilhabe und digitale Innovationen wie Makerspaces, Virtual Reality und Open Educational Resources (OER) fördert. Zudem wird sie durch nachhaltige Umweltbildungsangebote einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Transformation leisten. Flexible, multifunktionale Räume sowie partizipative und inklusive Angebote machen die Bibliothek zu einem offenen, einladenden Ort für Menschen aller Generationen und Hintergründe, um Lese-, Sprach-, Medien- und digitale Kompetenzen generationsübergreifend zu stärken.“
Größer, moderner und konzeptionell weiterentwickelt – aber wiedererkennbar. So lässt sich die Zentralbibliothek beschreiben, seit sie 2023 wiedereröffnet wurde. Im Rahmen der Modernisierung und Erweiterung wurde unter anderem der Innenhof überbaut und das ehemalige Foyer so zur modernen Plaza erweitert. Entlang der Blücherstraße wurde ein unterirdischer Neubauteil realisiert, der durch einen vorgelagerten Hof mit Tageslicht versorgt wird. Auf diese Weise bleibt die Straßenansicht auf das denkmalgeschützte Gebäudeensemble erhalten. Für die Fassade des Eingangsbereichs hat das gmmg 150 Quadratmeter blaue Fliesen denkmalgerecht nachbrennen lassen. Am Archivturm wurde die Blechverkleidung zurückgebaut und die Fassade wieder der originalen Optik aus den 60er Jahren nachempfunden
Alles in allem haben sich durch die unterschiedlichen Um- und Anbauten die Publikumsflächen auf knapp 2.905 Quadratmeter verdoppelt. Dazu gehören auch Veranstaltungsflächen wie etwa der Wandelsaal mit eingebauter Bühne samt Veranstaltungstechnik, ein Gladbachkabinett mit Literatur zu Mönchengladbach und der Region sowie mit Ausstellungsvitrinen für historischen Sammlungen und Exlibris. In Richtung des Gartens erstreckt sich eine ca. 80 qm große Leseterrasse. Und eine ehemalige Garage Makerspace wurde zum knallroten Makerspace.
Foto © Markus Luigs


