Die Exlibiris-Sammlungen

Exlibris-Sammlung Dr. Gernot Blum

Rolf Fleischmann für Gernot Blum
Maria Tucelli für Gernot Blum. 2014.

Die Exlibris-Sammlung Dr. Gernot Blum umfasst ca. 150.000 Exlibris vom ausgehenden 15. Jahrhundert bis heute und ist damit eine der größten privaten Exlibris-Sammlungen weltweit. Im April 2013 wurde die Sammlung der Stadt Mönchengladbach als Schenkung übergeben. Sie wird in der Stadtbibliothek Mönchengladbach fachgerecht gelagert, digitalisiert und erfasst mit dem Ziel, die Sammlung online zu stellen und somit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dr. med. Gernot Blum war niedergelassener Nervenarzt und Psychotherapeut in Mönchengladbach-Rheydt von 1971 bis 2001 und war und ist begeisterter Exlibris-Sammler.

Das "Sammelfieber" packte ihn bereits im Alter von 15 Jahren, als er von seinem Onkel eine 15-bändige Nietzsche-Ausgabe erhielt, deren Exemplare allesamt Exlibris aufwiesen. Als 16-Jähriger fertigte er schließlich sein erstes künstlerisch gestaltetes Exlibris an und baute zwei Jahre später den Grundstock für seine umfangreiche Sammlung auf, als er von einem Sammler aus Nordeuropa 30 Exlibris als Geschenk zugeschickt bekam.

Dr. Blum hat seit 1983 zahlreiche Publikationen zum Thema Exlibris verfasst, darunter „Exlibris für Ärzte" und eine zweibändige Enzyklopädie deutscher Exlibris-Künstler.

Er war von 1992 bis 2012 Präsident der Deutschen Exlibris-Gesellschaft. 2013 wurde er für seine Verdienste um die Deutsche Exlibris-Gesellschaft mit der Walter-von-Zur-Westen-Medaille ausgezeichnet.

Die seit 1978 durch Tausch und Ankauf bis heute stetig gewachsene Sammlung mit den inhaltlichen Schwerpunkten Medizin, Tod, Erotik und Archäologie weist einen Querschnitt künstlerischer Techniken von Kupferstichen über Radierungen und Linolschnitten bis zum computerbasierten Exlibris der Gegenwart auf. Eines der ältesten in der Sammlung vorzufindenden Exlibris stammt von dem Maler und Grafiker Lucas Cranach dem Älteren, entstanden um 1510. Ein zeitlicher Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Zeit zwischen 1890 und 1930 im deutschsprachigen Raum, dem Höhepunkt des Exlibris-Schaffens überhaupt. Aber auch die Moderne ist zahlreich vertreten.

Die Sammlung wurde so angelegt, dass sie einen möglichst breiten Querschnitt durch das Exlibris-Schaffen weltweit bietet. So finden sich neben Werken von Oskar Kokoschka und Karl Schmidt-Rottluff auch Blätter von unbekannteren Künstlerinnen und Künstlern.

Außer den Exlibris beinhaltet die Schenkung auch eine große Zahl an weiterer Gelegenheitsgraphik, eine umfangreiche Fachbibliothek von ca. 2500 Bänden, Bestandslisten der Exlibris-Künstler, Autographen sowie Druckstöcke.

Exlibris-Sammlung Treier-König

Im August 2016 wurde dem Internationalen Exlibris-Zentrum Mönchengladbach die Sammlung Treier-König geschenkt. Die etwa 800 Blätter umfassende Kollektion, die von Philipp Treier (1860-1933) begründet und von seinem Sohn Albert (1886-1956) fortgeführt wurde, umspannt zeitlich die Epoche vom Ende der 1890er Jahre bis hinein in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Sie bietet neben einigen Eigenblättern der Familie Treier, die in hoher Auflage vertreten sind, zahlreiche, vor allem heraldisches Exlibris. Hier sind unter anderem Oskar Roick und Lorenz M.  Rheude zu nennen.

Neben einigen europäischen Exlibris sind es in erster Linie Graphiken deutscher Künstler, die in der Sammlung vorhanden sind. Die Kollektion wurde bereits digitalisiert und als eigenständige Sammlung in den Bestand des Exlibris-Portals übernommen.

Exlibris-Sammlung Pilz

Die Sammlung Pilz wurde im Dezember 2017 in Vertretung Herrn Prof. Dr. Günter Pilz von Herrn Dr. Wolfgang Hönle dem Internationalen Exlibris-Zentrum Mönchengladbach übergeben.

Sie umfasst etwa 4200 Graphiken, die vom Vater des Schenkers, Josef Pilz (1931-2007) Zeit seines Lebens gesammelt wurden. Die Sammlung wird derzeit erschlossen und mittelbar in digitalisierter Form im Exlibris-Portal der Stadtbibliothek Mönchengladbach recherchierbar sein. Dabei liegt der Schwerpunkt der Sammlung auf Mittel- und Osteuropa.

Exlibris-Sammlung Thiem

Die Sammlung Thiem wurde dem Internationalen Exlibris-Zentrum der Stadtbibliothek Mönchengladbach am 19.07.2018 von der Witwe des Mönchengladbacher Sammlers Reinhard Thiem übergeben.

Die Sammlung umfasst rund 2000 Exlibris vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den Werken des tschechischen Künstlers Ladislav Rusek und des italienischen Künstlers Italo Zetti. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem Motiv des Hahns, dass der Sammler laut Aussage der Witwe aufgrund eines eigenen Hühnerbestands gewählt hatte. Über die Jahre der Ehe hinweg hatte immer eine Hühnerschar, die von einem Hahn begleitet wurde einen festen Platz im Garten des Hauses des Ehepaars.

Reinhard Thiem wurde am 07.03.1935 in Rheydt geboren. Seine Sammelleidenschaft für die kleinen Graphiken entwickelte sich in der Zeit seines Ehelebens und dauerte bis zu seinem Tod, mehr als 30 Jahre lang an. Zuerst besuchte er Antiquariate, immer auf der Suche nach den kleinen, in die Buchinnenseite eingeklebten Graphiken. Später dann zog es ihn auf Börsen und nach dem Ende der Sowjetunion nutzten der Sammler und seine Frau Sigrid die neuen Möglichkeiten, die der Osten bot für eine Reise nach Prag. Reinhard Thiems verstarb am 20.08.2017 in Mönchengladbach.

Ansprechpartner

Daniel Theveßen (Abt. "Historische Sammlungen")
Telefon 02161 256353
daniel.thevessen@moenchengladbach.de

Pressestimmen

Berichte zum Internationalen Exlibris-Zentrum Mönchengladbach, seinem Exlibris-Portal und Herrn Dr. Gernot Blum.  Zur Presse

 

 

Weitere Exlibris-Sammlungen in Deutschland und europaweit

Hier finden Sie eine Auswahl weiterer, deutscher und europäischer Exlibris-Sammlungen, die in Teilen im Internet einzusehen sind.

 

 

 

Fragen und Anregungen

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