Michael Zielonka

Michael Zielonka

Nicodemstraße 30
41068 Mönchengladbach
Tel.: 02161 / 83 74 17
Fax: 02161 / 83 74 18


Biografie

Geboren am 9. März 1942 in Nordhausen/Harz; 1956 Beginn einer Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn; 1960-1964 Besuch des Collegium Marianum in Neuss; 1964 ff Studium der Theologie, Philosophie und Romanistik in Paris, Bayeux, Innsbruck und Rom mit qualifiziertem Abschluss (Drs. phil. et theol.); 1972 Erwerb eines Diploms für italienische Sprache und Kultur in Urbino aufgrund eines Staatsstipendiums; 1973 Erhalt der Priesterweihe für das Bistum Aachen; 1973-1976 Kaplan in Viersen-Dülken; 1976-1979 Religionslehrer am Gymnasium Fabritianum in Krefeld-Uerdingen; 1979-1981 Lehrtätigkeit an der Deutschen Schule in Rom; 1981-1987 Hochschulpfarrer in Paris; 1987-1993 Militärpfarrer in Geilenkirchen; 1993-1997 Gemeindepfarrer in Aachen; Seit 1998 Schulseelsorger an der Bischöflichen Maria-Montessori-Gesamtschule in Krefeld; gleichzeitig beauftragt mit publizistischen Diensten für die Kirche. Seitdem wohnt er in Mönchengladbach. Die Vielfältigkeit im Leben des Autors schlägt sich auch in seinen Werken nieder. Er schreibt Lyrik, Kurzprosa, Anekdoten, Glossen, Essays und religiös-moderne Texte. Seine Texte - so der Autor selbst - sollen nicht fromme Leute frommer machen, sie beschreiben existenzielle Dinge. Nach ihm besteht ein Bedarf an unverstellter, menschlicher und vor allem fröhlicher Religiosität. Michael Zielonka ist Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller, für dessen Bezirk Niederrhein er von 1977-79 der Erste Sprecher gewesen ist. Preise, Auszeichnungen, Stipendien Arbeitsstipendium Kultusministerium NRW 1972, 1976, 1981 Förderpreis zum oberschlesischen Kulturpreis 1980 Ritter von Yuste (spanische Krone) für Übersetzungen aus dem Friaulischen.


Bibliografie

1969
78 Gedichte. Exklusive Doppelnummer "Lyrische Hefte" 33/34 327 Jg. 10.

1968
H. 1/2 : Sonderheft 1970 Ich, Zugabe zu meinem Nabelstrang. Gedich
te, München

1972
Zweifel und Fortschritte. Lyrische Texte zur Gottesproblematik. Hamburg ISBN 3-7924-0425-7 1974 Bahrt mich mit Brille auf. Lyrische Texte zur Zeitkritik, Darmstadt 1975 Friaulische Lyrik. Nachdichtung einer von Giorgio Faggin vorgelegten Übersetzung, San Daniele del Friuli

1976
Nichts als Liebeskummer. Ins Gebet genommene Zwiespältigkeiten, Kevelar

1981
Von der Genauigkeit der Ungenauigkeit. Gedichte. München ISBN 3-7689-0179-3

1982
Unkonventionelle Meditationen. Zeitkritische geistliche Texte. Graz-Wien-Köln ISBN 3-222-11394-7

1989
Ungelebtes Leben, nicht gestorbener Tod. Libretto für ein Oratorium von Wolfgang Hildemann, Mönchengladbach, fotokopierte Partitur.

1990
Wortwörtlich leben. Literarische Kurztexte zur Liturgie von Karfreitag bis Dreifaltigkeit. Würzburg ISBN 3-429-01281-3

1991
Et Resurrexit. Libretto für ein Oratorium von Friedrich Rademacher. Köln, fotokopierte Partitur.

1995
Impulse zum Lesejahr A. Kurztexte zu den Evangelien im Matthäusjahr. Nettetal ISBN 3-8050-0359-0

1996
Impulse zum Lesejahr B. Kurztexte zu den Evangelien im Markusjahr. Nettetal ISBN 3-8050-0372-2

1996
Deutlicher leben. Anregende und aufregende Deutungen zu den Festtage nund Alltagen im Kirchenjahr. Nettetal ISBN 3-8050-0373-0

1997
Impulse zum Lesejahr C. Kurztexte zu den Evangelien im Lukasjahr. Nettetal ISBN 3-8050-0388-9 Die

Mitarbeit des Autors in Anthologien, Sammelwerken, Büchern mit mehreren Autoren beläuft sich zur Zeit auf 260 Beiträge. Texte des Autors wurden ins amerikanische Englisch, ins Französische und Italienische übersetzt und publiziert. Sekundärschriften Wilhelm Bortenschlager, Deutsche Literaturgeschichte, Wien

1978
(Leitners Studienhelfer) Peter K. Kirchhof (Hg.), Literarische Portraits, Düsseldorf 1991


Leseprobe

Der Lichtarbeiter Er hatte immer so große Mühe gehabt, an die Jungfrauengeburt Jesu und dessen Auferstehung zu glauben. Auch alle Wunder der Bibel und alles Mystische in ihr erschienen ihm unannehmbar, ja, haarsträubend abstrus. Seitdem sind viele Jahre vergangen. Und jetzt vernehme ich, daß dieser mein ehemaliger Schüler sich heute als "Lichtarbeiter" versteht.
Am 14. Februar 1988 um ein Uhr nachts mitteleuropäischer Zeit saß er still in seinem Zimmer, um durch das Sammeln seiner "Herzenergien" dazu beizutragen, daß "der Lichtfunken aus dem Kristallnetz der Erde" entzündet würde, der in Zentralaustralien seinen Brennpunkt haben sollte. Ob der Funken gezündet und die "sanfte Verschwörung" gegriffen hat, die damit verbunden sein sollte, - ich weiß es nicht zu sagen. Vielleicht ist das alles wahr, woran mein Schüler da glaubt. Ich frage mich nur, was einem Menschen widerfahren sein muß, daß er auf einmal meinen kann, man könne Liebes- und Lichtenergien gleichsam durch Strahlung zur Heilung der Erde einsetzen, so daß "Raum, Zeit und Aufgabe in Wohlklang zueinander schwingen und die Menschen in ihrer Gesamtheit gestärkt". Ist es schwerer, an die Jungfrauengeburt Jesu zu glauben? Beziehungsreich
Ihr, die Ihr seid und die Ihr Ohren habt zu hören, - hört! Denn im Anfang war das Wort - zu nichts anderem geschaffen, zu nichts anderem gesprochen, als daß man es höre.
Im Anfang war das Wort.
Selbstredend.
Doch einigen von Euch war das zu christlich, und sie setzten stattdessen: Im Anfang war der Gedanken, bis jemand auf den Gedanken kam, daß man nur in Worten, nur in Begriffen denken kann.
Im Anfang war der Begriff.
Das hätte die Intellektuellen einseitig bevorteilt.
So kamen die Künstler und setzten: Im Anfang war das Bild.
Doch eine endlose Kette von Bildern hätte das ergeben.
Die Seelenforscher sagten: Im Anfang war der Traum. Doch man träumte nur in Bildern. In der Tat.
Im Anfang war die Tat?
Solch eine Behauptung bevorzugt Pragmatiker und Praktiker.
Die Bankiers mischten sich ein und vermuteten: Im Anfang war das Geld oder doch wenigstens das Tauschobjekt, jedenfalls die Bezahlung.
Wie unverfänglich wäre es doch da zu sagen: Im Anfang war der Geruch, wenn nicht die Naturwissenschaftler behauptet hätten: Im Anfang war der Wasserstoff.
Bevor die Musikanten behaupten: Im Anfang war der Klang, wollen wir mit dem Spiel beginnen. Denn vielleicht ist alles ein Spiel. Vielleicht war am Anfang das Spiel.
Was aber immer auch am Anfang gewesen sein mag, beziehungsreich muß es gewesen sein.
Ja, am Anfang war die Beziehung.
Habt Ihr diese Worte gehört, - Ihr, die Ihr Ohren habt?
Ich komme nicht mehr zur Ruhe.
Am Montag gehe ich zur Gruppe der Eß- und Magersüchtigen.
Am Dienstag zum Arbeitslosentreff.
Am Mittwoch zur Aids-Hilfe.
Am Donnerstag zum Verband alleinstehender Mütter und Väter.
Am Freitag zur Selbstorganisation der Stotterer.
Am Sonntag gehe ich seit Jahr und Tag in meine Kirche.
Bleibt also nur noch der Samstagabend.
Ich schwanke zwischen dem Seniorenschutzbund "Graue Panther" oder dem Allergiker- und Asthmatikerbund e. V. hin und her, wiewohl ich von Hause aus eigentlich zu den Anonymen Alkoholikern gehörte.
So ist das Leben.