Sigrid Strohschen

Sigrid Strohschen

Neusser Str. 2 e
41065 Mönchengladbach
mobil: 0173/ 86 97 117


Biografie

Geboren am 15. Juni 1960 in Mönchengladbach; die Autorin ist gelernte Tageszeitungsredakteurin; mehrjährige Tätigkeit bei verschiedenen Verlagen, im PR-Bereich der Stadt Mönchengladbach und der Diakonie in Düsseldorf; seit 1992 mit Werbeagentur Image Design selbständig; seit 1997 freie Autorentätigkeit, außerdem seit 2000 Dozententätigkeit, so z.Zt. Leitung eines Seminars zum Thema ihres Buches sowie Tätigkeit als Dozentin der Schreibwerkstatt in der Seniorenakademie Linker Niederrhein und ferner als Dozentin in den Bereichen "Kreatives Schreiben", "PR" und "Lebenshilfe" in der VHS Mönchengladbach. Die Autorin hat eine große Bandbreite des Schreibens kennen und lieben gelernt: Die redaktionelle Berichterstattung ebenso wie die andere Seite dieses "Schreibtisches", das gesamte PR-Management; den schlagkräftigen Werbetext im Printbereich: das weite Feld der Belletristik und das Verfassen von Sachbüchern über zeitgenössische Themen. Wenngleich sie in ihrer Arbeit Abwechslung und Vielfalt bevorzugt, trägt sie privat eher die Beständigkeit: die Liebe zu den Menschen im allgemeinen und zu ihrer Tochter im besonderen, die Passion für Pferde und Reitsport sowie eine tiefe Verwurzelung mit ihrer Heimatstadt Mönchengladbach. Die Autorin über sich: "Hinter meinem Schreiben steckt mehr als die Freude am schriftlichen Ausdruck - wenn es ums Schreiben geht habe ich gar keine Wahl: Ich muß! Die Form oder das Thema kann ich mir vielleicht noch aussuchen, nicht aber, ob ich schreibe. Demzufolge empfand ich meine Entwicklung zur freien Autorin als so natürlich wie das Wachsen und Verzweigen eines Baumes, der nun mal im Land der Sprache seine Wurzeln hat. Die Freiräume und Entwicklungsmöglichkeiten, die mir die Schriftstellerei bietet, sind so beglückend groß und weit, daß ich mit deren Erkundung die nächsten zwanzig Jahre verbringen kann. In der Belletristik reizen mich vor allem die Genres Roman (mit und ohne magischen Realismus), Short Stories, Satire und die ‚Krone des Schreibens', die Lyrik. Mein Ziel ist es hierbei, den Leser zu unterhalten sowie zum Mitdenken und -fühlen anzuregen." "Die zentralen Themen des Menschen stehen bei den Arbeiten von Sigrid Strohschen im Vordergrund. Hierbei versucht sie deren Tiefen auszuloten, verständlich aufzubereiten und immer auch zum eigenen Denken und Fühlen anzuregen. Das Leben selbst gab ihr häufig Gelegenheit, dessen Höhen und Tiefen zu erfahren, wodurch sie schon in relativ jungen Jahren eine beachtliche Reife erlangen konnte. Die Autorin ist gelernte Redakteurin und seit Jahren Art Director ihrer eigenen Werbeagentur. In der freien Autorentätigkeit, die sie ebenfalls in ihrer Heimatstadt Mönchengladbach betreibt, kann sie ihre Fähigkeiten in Wort und künstlerischer Gestaltung bündeln und für die Aufbereitung von Themen einsetzen, die jeden betreffen und bewegen." (aus: Das Ende als Wende, 1999, S.48)


Preise, Auszeichnungen, Stipendien

April 2000
1. Preis im Literaturwettbewerb des Landschaftsverbandes Rheinland im Bereich Essay/Glosse mit der Satire "Germanegozentrisches"


Bibliografie

1999
Das Ende als Wende. Gedanken über ein Leben mit dem Tod. Bietigheim ISBN 3-89808-002-1 Zahlreiche Veröffentlichungen in namhaften Literaturzeitschriften (u.a. Impressum, TORSO) mit Lyrik, Prosa, Kritik und Graphik.


Leseprobe

Prosa

Germanegozentrisches Über das Rheinland und seine Bewohner gibt es in etwa so viele Vorurteile wie es Nicht-Rheinländer gibt. Wir wollen uns diese nicht zu eigen machen, sondern eigene finden. (...) Einen weiteren geographischen Hinweis bietet uns der Name "Schmitz-Backes". Obwohl sich dieser Herr mit dem Nimbus eines Geheimagenten umgibt, können wir davon ausgehen, daß er auf der Grenzlinie des Rheinlandes beheimatet ist. Jedenfalls ist sich die sorgenvolle Seite der rheinischen Frohnatur beinahe täglich sicher, noch nicht an besagtem Schmitz-Backes vorbei zu sein. Doch wir wollen, ja müssen, diesen ominösen Wächter passieren, wollen wir dieses schöne Fleckchen Erde erkunden. Denn hier lebt der Niederrheiner, dessen Wurzel bis zu den Germanen reichen. Den Germanen von heute wollen wir uns ansehen, uns ihm nähern. Vorsichtig, versteht sich. Nicht von der Seite (es könnte die falsche sein), nicht von hinten (nirgends vermutet er uns eher), sondern von vorn. Genauer gesagt: von vorn halb schräg unten, wie ein Wurm im Staube kriechend. Dann können wir gewiß sein, daß er uns wohlgefällig betrachten, sich ungezwungen benehmen und uns nicht attackieren wird. Das einzige, was passieren könnte, ist, daß er uns rein zufällig zerstampft. Aber ein Risiko bleibt immer bei der Feldforschung. (...) Außenstehende - und davon gibt es bekanntlich zahllose - glauben, daß das rheinische Platt dem Niederländischen ähnelt. Es bedarf keiner Erwähnung, daß der Rheinländer das genauso sieht - nur andersherum. Damit sind für ihn jedoch alle Ähnlichkeiten erschöpft, die ihn mit dem nahen Land der Tulpen und Windmühlen verbinden sollen. In Wahrheit ist der Dialekt im Rheinland ein Grundwasserproblem. Der Rhein beinhaltet in dieser Region den J-Faktor. Die nahe Ruhr führt dagegen den G-Faktor mit sich. Auf diese Weise läßt sich auch für Durchreisende rasch unterscheiden, ob man sich im Rheinland oder im Ruhrgebiet aufhält. Wir wollen das an einem Satz demonstrieren: Der Niederrheiner sagt: "Tante Jerda jehdet jetzt jut", wohingegen der Ruhrgebietler meint: "Tante Gerda gehdet getz gut." Natürlich haben beide Unrecht, denn Tante Gerda hat ein Hüftleiden, und wenn sie das nicht mehr hätte, müßte sie sich bis zum nächsten Kaffeeklatsch eine neue Krankheit einfallen lassen. Schließlich will man ja nicht "mit nix" zu seiner Nachbarschaft gehen. (Auszug aus: "Germanegozentrisches", 1. Preis im Literaturwettbewerb des Landschaftsverbandes Rheinland, 2000, Bereich "Glosse")

Lyrik

Kein Erntedank

Das Alter gräbt Furchen
in mein Gesicht,
als stünde die Zeit der Saat
noch bevor

Laßt sie in Frieden

Laßt sie in Frieden
die Konsumkids
unserer Tage
verteufelt nicht

Wer mit dem Taxi
zum Kino fährt
läuft auch nicht
in den Krieg

Bürgerwehr von Graf Fiti

Alltagsgraue Wand,
hab Dich kaum erkannt
Kinderbunte Farben
gesprüht
vollbracht
mit leichter, kühner
trotzgestärkter
Narrenhand das Grau verbannt

Besitzerzorngeschrei
nach Staat und Macht
aus Kehlen rauh und heiser
von Worten,
die verwunden
was immer sie berührn

Wieder alltagsgrau brave,
deutsche Wand
Und nur
ein Körnchen Putz
stellt die Gewissensfrage
an kurze, bunte Tage

(aus: "Null SündenBock auf Germany")