Dr. Freya Stephan-Kühn

Ritterstr. 224
41238 Mönchengladbach
Tel./Fax: 02166/ 23247
E-Mail: stephkuehn@aol.com


Biografie

Geboren 1943 in Ragnit, Ostpreußen; aufgewachsen in Brilon, Westfalen; Studium der Fächer Geschichte und Latein; 1968 Staatsexamen; Promotion in Geschichte; ab 1971 Lehrerin und Fachleiterin für Geschichte; seit 1976 Leiterin eines Gymnasiums in Krefeld; seit 1974 wissenschaftliche Veröffentlichungen, Lehrbücher und Lehrbuchbeiträge; Lehrauftrag für Geschichte und Jugendbuch an der Universität Düsseldorf; Herausgeberin der Arena-Kinderbuch-Klassiker; Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Geschichtslehrer. Frau Stephan-Kühn verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Kinder- und Jugendbüchern. In Aufsätzen und Ausstellungen mit entsprechenden Katalogen hat sie den historischen Quellenwert dieser Art von Literatur nachgewiesen und dokumentiert. Frau Stephan-Kühn verstarb Anfang 2001. Sie hinterläßt Mann und Tochter.


Preise, Auszeichnungen, Stipendien

1985
Ehrenliste Europäischer Jugendbuchpreis in Padua (Vgl.: Literatur-Atlas NRW, 1992, S. 142)


Bibliografie

1982
Viel Spaß mit den Römern. Würzburg ISBN 3-401-0400-6 (Taschenbuchausgabe 1995 ISBN 3-401-01759-4)

1984
Viel Spaß im Mittelalter. Würzburg ISBN 3-401-04089-8 (Taschenbuchausgabe 1993 ISBN 3-401-01757-8)

1988
Viel Spaß im Biedermeier. Würzburg (ISBN 3-401-04254-8)

1990
Viel Spaß mit den alten Ägyptern. Würzburg ISBN 3-401-04309-9 (Taschenbuch 1994 3-401-01758-6)

1991
Ritter, Burgen und Turniere. Ravensburg ISBN 3-473-35632-8

1992
Was in den Höhlen begann: Die Geschichte Europas in Geschichten. Würzburg ISBN 3-401-04411-7

1994
Das will ich wissen: Die Ritter. Würzburg ISBN 3-401-04541-5

1994
Tannenduft und Lichterglanz. Das nostalgische Weihnachtsbuch. Würzburg ISBN 3-401-04537-7

1996
Frühlingsstrauß und Osternest, Würzburg ISBN 3-401-04619-5

1996
Auf goldenen Schwingen zur Erde herab. Ein nostalgisches Engelbuch. Würzburg ISBN 3-401-04703-5

1997
Teddy, lieber Teddy. Würzburg ISBN 3-401-04786-8

1997
Ich, König von Siam. I, king of Siam. Zürich ISBN 3-906588-02-5

"In Lesungen versuche ich, einen lebendigen und kreativen Zugang zu und Umgang mit Geschichte zu vermitteln. Für Eltern, Lehrende und andere interessierte Erwachsene referiere ich auch gern mit Lichtbildern, Lese- und Materialproben zu den Themen 'Kann Geschichte in der Literatur Spaß machen? - Aus der Werkstatt einer Jugendsachbuchautorin' und 'Kinder- und Jugendbücher des 19. und 20. Jahrhunderts als historische Quellen'."

(Aus: Autoren lesen vor Schülern. Autoren sprechen mit Schülern. Hrsg: Bundesverband der Friedrich-Bödeker-Kreise e.V., 6. Aufl. 1997, S. 257)


Leseprobe

Wie ich an meine Untertanen und meinen Namen kam

Zugegeben, die anderen waren größer. Aber nur wenig! Zugegeben, die anderen schielten nicht. Aber dafür konnten sie auch nicht um die Ecke gucken. Zugegeben, sie waren etwas älter, aber was sind schon zwei Minuten? Ich beschloss, die Nachteile, die mir die Natur mitgegeben hatte, durch besonderes Selbstbewußtsein auszugleichen. Denn eines hatte ich schneller gelernt als alle anderen: Menschen sind sehr empfänglich für Streicheleinheiten; ich auch. Als da diese Familie auftauchte, die einen Siamkater suchte, war ich schneller als meine Geschwister. Ehe die auch nur begriffen hatten, was los war, lag ich schon bei Frauchen im Arm, natürlich die Augen geschlossen, damit sie nicht merkte, dass ich schielte. Dabei schielen, wie der echte Kenner weiß, alle Siamkatzen von Adel. Und von Adel bin ich, denn ich habe einen Knick im Schwanz, und das ist so gut wie die Erbsenprobe für eine Prinzessin. ... Als ich Frauchen adoptierte, hieß ich "Enrico vom Dicken Stein". Das stand auch in meinem Paß. Ich gebe zu, es klingt ein bisschen adlig. Aber jeder, der nur ein wenig Sinn für feine Lebensart aufbringt, wird verstehen, dass es für einen König kaum schmeichelhaft ist, "vom dicken Stein" genannt zu werden. Ich fand es daher mehr als angemessen, als man für mich als Spross aus uraltem königlichem Geblüt schon auf dem Weg in mein neues Reich nach einem passenderen Namen suchte. Natürlich dachte ich, dass man Alexander oder Napoleon in Erwägung ziehen würde, vielleicht auch Caesar, Konstantin oder Barbarossa. Aber nichts von alledem. Man war offensichtlich überhaupt nicht daran interessiert, meinen Adel zu würdigen.

(aus: Ich, König von Siam, erschienen im KoFa-Verlag in Zürich, 1997, S. 7-10)