Carsten Steenbergen

Carsten Steenbergen

Carsten Steenbergen
Neuhofstrasse 44
41061 Mönchengladbach
info@carsten-steenbergen.de

Biografie

Carsten Steenbergen wurde am 06. Juni 1973 in Düsseldorf geboren. Seit 1999 wohnt er in Mönchengladbach, heiratete in 2004 und ist stolzer Vater einer Tochter. Im Jahr 2001 wechselte er den Beruf und arbeitet als Programmierer und Softwareadministrator im Kommunalen Rechenzentrum Neuss. Das Schreiben hat er recht spät begonnen, im Alter von 28 Jahren als heimlicher Kreativer mit den ersten zaghaften Versuchen, Gedichte und Kurzgeschichten zu Papier zu bringen. Das Genre Phantastik hat es ihm dabei besonders angetan, seit er als Kind die Nibelungensage und andere Legenden zum ersten Mal gelesen hat, sowie Jahre später das Werk J.R.R Tolkiens (Herr der Ringe) nahezu verschlang. Seitdem hat ihn das Phantastische nie wieder losgelassen. Das Anhäufen und Lesen ähnlicher Literatur über viele Jahre hat schließlich in ihm irgendwann den Entschluss reifen lassen, selbst einmal etwas zu schreiben. Trotz manchmal ausgeprägter Schaffenspausen (bedingt durch Examen, Leistungssport, Haussanierung und Nachwuchs) ist er immer wieder zum Schreiben zurückgekehrt. In 2004 nahm er an einem ersten Wettbewerb teil und hat, wenn auch nicht gewonnen, doch ein beachtliches Ergebnis erzielt. Das genügte als Ansporn, sich weiterhin dem Schreiben zu widmen und nicht das Ziel aufzugeben, irgendwann veröffentlicht zu werden. Im Jahr 2006 war es dann soweit: Die ersten beiden Stücke, zwei Märchen für die Geschichtensammlung „Märchenbasar“, wurden veröffentlicht. Seitdem sind weitere Kurzgeschichten aus der ganzen Brandbreite von Märchen bis Grusel in verschiedenen Anthologien, Fanzines oder Magazinen veröffentlicht worden. Anfang 2007 gründete er mit drei weiteren Autoren aus Deutschland die Autorengruppe „Die Drachenkinder“, welche sich in gemeinschaftlicher Arbeit nicht nur der Verbesserung und Bekanntmachung der eigenen Arbeiten widmet, sondern zusätzlich als Herausgeber phantastische Anthologien ausschreibt und in Zusammenarbeit mit dem Mgverlag auch veröffentlicht. Aktuell ist ein gemeinsamer Dark-Fantasy Roman, Das Siegel von Ganzir, in Vorbereitung und soll Anfang 2008 erscheinen. Der eigene Debütroman, ein Mystikthriller, ist ebenfalls in Arbeit. Daneben schreibt er an der ersten Folge einer Grusel-Hörspielreihe, welche ebenfalls in 2008 seinen Auftakt findet.


Bibliografie

2006
Die kleine Waldfee (Märchen), Märchenbasar Vol.1, Mgverlag, ISBN 3931164136

2006
Der unbedachte Abenteurer (Märchen), Märchenbasar Vol.1, Mgverlag, ISBN 3931164136

2006
Bleiben Sie in Verehrung! (Phantastisches), Welt der Geschichten 2, Fanzine, ISSN 1864-4880

2007
Der Mörder ist immer der Dämon (Horror), Kreaturen der Nacht, Intrag, ISBN 1933140488

2007
Milo und die verwunschene Burg (Märchen), Märchenbasar Vol.2, Mgverlag, ISBN 9783931164256

2007
0800/ 777 777 7 (Phantastisches), Welt der Geschichten 4, Fanzine, ISSN 1864-4880

2007
Der Tag der Grauen (Phantastisches), Kurzgeschichten Magazin, ISSN: 1613-432x

2007
Short Storys - kleine Sammlung (Skurril 2007) Angst in der Nacht - Unter schwarzer Flagge - Der Kreis - Eingesperrt - Einzelhaft Literaturautomaten der zakk Text-Werkstatt, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Junges Schauspielhaus (Münsterstr. 446, Düsseldorf) Erhältlich vom 07. Juni bis 02. August 2007

2007
Spiegelverkehrt (Grusel), Welt der Geschichten 5, Fanzine, ISSN 1864-4880

2008
Trau nie einer Legende. Mini-Hörspiel. Ha-Ro-Verl. Download bei www. sofort-hoeren.de

2008
Der Pilwiz - Scripta Obscuritatis - Die dunklen Schriften zu Gladbach, Folge 1. (Grusel) HaRo-Verlag

2012
Der Teufelsacker.  Feder & Schwert. ISBN 978-3-86762-106-9

Mehr über Carsten Steenbergen gibt es im Internet unter Phantastische Geschichten www.carsten-steenbergen.de oder im Weblog www.carsten-steenbergen.blog.de.


Leseprobe

Auszug aus der Kurzgeschichte „0800 – 777 777 7“)

„Verdammt!“ Wütend hieb Asmodius Pimpam auf die Tastatur seines Hellride-Computers. „Schon wieder!“ Bis auf einen scheinbar hämisch blinkenden Cursor in der linken oberen Ecke des Bildschirms war dieser wieder einmal schwarz geworden und reagierte nicht mehr.
Kein Kniff und kein noch so raffinierter Handgriff konnte daran etwas ändern. Einmal abgestürzt, immer abgestürzt! Als ob die Maschine geahnt hätte, dass er in diesem Moment seine Arbeit abspeichern wollte. Eine Winzigkeit zu spät und alles war futsch! Aufgebracht versetzte Asmodius dem Bildschirm einen Schlag, der diesen fast vom Schreibtisch fegte. Es war wirklich zum Hörner raufen.
Genährt von Asmodius Wut, loderten hinter ihm die Flammen eines Lavabeckens auf. Das Becken stellte die einzige Lichtquelle des kleinen, felsigen Büros dar. Der Raum wurde durch seinen Wutanfall zwar kurzzeitig unangenehm hell, jedoch auch um einiges wärmer und gemütlicher. Zumindest seiner Meinung nach, denn die glühende Hitze unkontrollierter Flammen ließ immer einen wohligen Schauer über seine tiefrote Haut laufen.
Wenn man die hier untergebrachten Seelen befragt hätte, wären diese sicherlich einer etwas anderen Auffassung gewesen.
Genau hier, an dieser Stelle der Unterwelt, wurden die Geschicke der Hölle gelenkt, dies war der Dreh- und Angelpunkt der Macht. Tief in den Stein gegraben, reihten sich unzählige Büros, Besprechungsräume aller Art, Ausbildungs- und Trainingsräume für den Innen- und Außendienst aneinander, gekrönt von der opulenten Büroanlage des Höllenchefs in Person. Nur eine kleine Gruppe von sich besonders verdient gemachten Büroangestellten durfte in der ekliptisch angelegten Höllenzentrale dem Fürsten der Unterwelt zuarbeiten. Man konnte zu Recht stolz darauf sein, dem Oval Office Luzifers anzugehören.
Wenn man es bis hierhin schaffte, dann hatte man es wirklich zu etwas gebracht. Riesige Büros mit bester Ausstattung und Verpflegung, verschönert mit allerlei Kostbarkeiten und Zierrat der angesehensten Höllenkünstler. Von einfachen, aber dennoch raffinierten Skulpturen der Lavabildner, welche stets Helligkeit und Hitze absonderten, bis über die angenehm pervertierten Seelengebilde der Performancekünstler. Dazu jede Menge Vergünstigungen und Freiquälungen von Seelen, soviel wie man mochte. Dass zu dem Job auch noch ein horrendes Gehalt gehörte, musste nicht besonders betont werden.
Mit seinem kargen Lohn konnte sich Asmodius gerade mal das kleine Lavabecken für sein Büro leisten. Ganz abgesehen davon, dass es bis zur Kantine eine Ewigkeit zu laufen war.
Er versauerte seit nunmehr mehreren Jahrhunderten in der undankbarsten Abteilung des luziferanischen Betriebs, welche die Seelenverteilung in den verschiedenen Höllenbereichen verwaltete. Ein unangenehm langweiliger Posten, der zudem mit ständigen Ausfällen der Technik gewürzt wurde.
Allerdings hatten es die Jungs vom Außendienst auch nicht besser. Tag und Nacht arbeiten, immer anbiedern, Einflüsterungen vornehmen, Geschenke versprechen, Schwefelgeruch in der Luft verteilen, nur um ab und zu einer weiteren Seele den Aufenthalt in der Hölle schmackhaft zu machen. Und dafür gab es dann nicht einmal Provision.
Wenn er doch nur eine der begehrten Stellen beim Feuersee bekommen hätte. Oder wenigstens irgendeine Aufgabe in der Abteilung für Vorab-Auspeitschungen. Dann wäre er doch schon zufrieden gewesen. Stattdessen durfte er hier endlos Liste um Liste erstellen. Über die Verteilung der Seelen in die unterschiedlichen Verfehlungskategorien, wie viele Neuanmeldungen es in diesem Jahrhundert gegeben hatte oder wie ausgelastet die Bestrafungsräume seien. Manchmal fragte sich Asmodius Pimpam ernsthaft, wer hier eigentlich mehr bestraft wurde, die Seelen der Verdammten oder er.
„Wie zur Hölle soll ich so die Statistiken für den Boss fertig stellen?“, brüllte Asmodius verärgert, begleitet von einem weiteren Flammenstoß. „Und natürlich wieder keiner in der Nähe, der sich mit diesen Dingern auskennt. Verdammt, es ist zum aus der Haut fahren.“ Sein ungezügeltes Fluchen ließ einige, auf dem Gang vor seinem Büro vorbeihuschende Seelen erschrocken zusammen zucken. „Wo ist nur wieder die Nummer vom Kundendienst?“ Nach dem letzten Absturz hatte er wohlweißlich die Nummer der Service-Hotline in einer kleinen Notiz festgehalten. Diese schien sich jedoch gerade ähnlich unauffindbar zu machen, wie das Adressverzeichnis in seinem reaktionslosen PC.