Friedhelm Schmitz

Kolpingweg 3
41363 Jüchen
Tel.: 02165/7929


Biografie

Geboren am 25. November 1935 in Mönchengladbach. Als Kind mehrjähriger Aufenthalt in der Evakuierung in Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt; 1948-1957 Besuch des Neusprachlichen Gymnasiums Rheydt, jetzt Hugo-Junkers-Gymnasium, Mönchengladbach; 1957-1962 Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität zu Köln, Abschluss mit 1. philologischer Staatsprüfung; 1963-1965 Referendarzeit in Krefeld und Mönchengladbach; 1965 2. philologische Staatsprüfung in Mönchengladbach; 1965-1994 Lehrtätigkeit in Deutsch, Englisch, Mathematik und Religion, zuletzt als Studiendirektor am Franz-Meyers-Gymnasium in Mönchengladbach-Giesenkirchen; 1973 Umzug nach Jüchen; 1976-1984 Presbyter der Ev. Kirchengemeinde Jüchen. Friedhelm Schmitz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für den Pensionär ist Schreiben eine der wichtigsten Beschäftigungen. Zu seinen literarischen Arbeiten zählen Gebrauchslyrik, Mundarttexte, Kurzprosa, Rezensionen, journalistische Texte und Kreuzworträtsel für verschiedene Publikationsorgane. Seit mehreren Jahren arbeitet er als Rezensent für die literarische Jahreszeitschrift Muschelhaufen, Viersen, und als freier Mitarbeiter in der Mundartforschung beim Amt für rheinische Landeskunde, Bonn, und dem Internationalen Mundartarchiv Luwig Soumagne des Kreises Neuss in Zons. Befragt nach seiner Schreibmotivation, sagt er über sich selbst: "Warum ich schreibe, ist rasch gesagt: aus reiner Eitelkeit." Neben dem Schreiben ist Schmitz auch künstlerisch aktiv; seine Vorliebe gilt dem Zeichnen, der Grafik und der Kalligrafie. So ist seine Anekdotensammlung De Lüschbangk von ihm selbst reichhaltig illustriert worden. Da er auch gern singt, ist er konfessionsübergreifend Mitglied in zwei Jüchener Kirchenchören, für die er regelmäßig Mundartlieder verfasst.


Bibliografie

1995 Buchveröffentlichung "De Lüschbangk" (mit Josef Hintzen), Plattdeutsche Anekdoten aus Jüchen und Umgebung, Herausgeber: Raiffeisenbank Grevenbroich 1997ff. Regelmäßig Rezensionen im "Muschelhaufen" 1997 "Ejedom", Anekdote in Jüchener Platt in "Dialekte und Dialektliteratur in der Euregio Rhein-Maas-Nord" (mit CD). Köln ISBN 3-7927-1678-X 2000 Mitautor des Festbuches "850 Jahre Giesenkirchen", Herausgeber: Heimat- und Verkehrsverein Giesenkirchen-Schelsen 2001 Regelmäßige Beiträge in der Zeitschrift "ZwischenTöne" der Fachhochschule Niederrhein


Leseprobe

Hochdeutsche Limericks
Approximation
Vor Baltrum wohnten zwei Muscheln;
die weibliche wollte gern kuscheln.
Doch sein Fell war zu hart,
und aus seinem Bart
vernahm sie nur unwirsches Nuscheln.

Assumtion
Eine Muschel im Watt vor Cuxhaven,
die träumte von wollweichen Schafen.
Eine Möwe, halbsatt,
nahm sie hoch aus dem Watt,
ließ im Kropfe sie weiter still schlafen.

Migration
Muscheln können bekanntlich nicht laufen.
Ja, was bringt sie denn auf einen Haufen?
Fragst du Welle und Wind:
Wohl dass Surfer sie sind,
surfen leblos noch ohne Verschnaufen.

Xenophobie
Ich bin eine Muschel aus Emden
und brauch weder Hosen noch Hemden.
Ich besitze ein Haus,
doch ich geh niemals aus.
Weil ich hirnlos bin, fürcht' ich die Fremden.

Heroismus
Eine Muschel, ganz hoch aus dem Norden,
war gefangen und hergebracht worden.
Und im Topf auf dem Herd
hat sie brav sich gewehrt,
ließ sich mutig geschlossen ermorden.

Hybris
Eine winzige Muschel aus Friesland
gab stets an, sie stamme aus Island.
Einmal schluckte sie Sand,
seither sieht sie gebannt
sich als Auster im Traumparadiesland.

FAUST
Ein älterer Herr aus Rheindahlen
litt an unerklärlichen Qualen.
Ach, wie es ihn graust'!
Dann erfuhr er von FAUST.
Jetzt kann er in Bildung sich aalen.

Kaffee
Einen alten Studenten aus Waat
ließ im Stich der Kaffeeautomat.
Da mochte er drücken,
neue Markstücke zücken...
Was erst half, war ein freundlicher Rat.

Ein Weg zu mehr Bewegung (nicht nur) im Alter
Ein älterer Knabe vom Land,
der durch FAUST an die FHN fand,
fand kein Plätzchen zum Parken,
doch fängt an zu erstarken.
So viel ist er inzwischen gerannt.

Weg aus der Isolation
Eine ältere Dame aus Heyden,
die begann am Alleinsein zu leiden.
Seit sie Vorlesung hört,
ist sie nicht mehr gestört.
Das Alleinsein lässt sich vermeiden!

Enttäuschung
Ein Prof der Physik aus Bergkamen
war empfänglich für jüngere Damen.
Doch �ne rassige, bunte,
die erwies sich als Tunte.
Da fiel er total aus dem Rahmen.

Astrologie?
Einer älteren Witwe aus Dohr
kam ganz spanisch im Leben viel vor.
Sie misstraute den Sternen,
fing an, Sprachen zu lernen.
Und die Welt ward zum offenen Tor.