Dr. Peter Rumpel-Lobin

Dr. Peter Rumpel-Lobin
Foto: Sigrid Lobin

Klosterbusch 47
41066 Mönchengladbach
Tel. & Fax 02161 / 66 23 74


Biografie

Geboren am 22. November 1944 in Sellin auf Rügen;

1964 - Abitur in Duisburg-Hamborn;
1964 - 1967 Studium der evangelischen Theologie in Marburg und Heidelberg;
1970 - Promotion zum Dr. theol. in Heidelberg mit der Arbeit "Der Schüler im Religionsunterricht";
1969 - 1974 Arbeit als Pfarrer in Heidelberg und Mannheim, währenddessen wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Religionsunterricht;
1974 - 1990 Schulpfarrer in Mönchengladbach;
1975 - zwei Semester Lehrauftrag für Religionspädagogik an der Universität Bonn;
1976 - 1977 Ausbildung zum Schauspieler in Köln, Schule des Theaters;
1977 - 2008 Stückverträge als Schauspieler für Bühne und Fernsehen 1991 - 1993 Ausbildung zum Fotografen
1993 bis heute fotografische und journalistische Tätigkeit
2006 Kabarettprogramm "Come back" als Prof. Njutonowitsch
2008 Kabarettprogramm "Positiv lachen"

Seit 1974 lebt der Autor und Kabarettist in Mönchengladbach; er ist verheiratet, hat fünf Kinder und 3 Enkel. Die zweijährige Schauspielausbildung brachte ihn mit der Welt des Theaters und des Fernsehens zusammen. An den Bühnen in Bochum, Köln, Aachen, Düsseldorf und Dinslaken spielte er wichtige Rollen. Im Fernsehen war er seit 1978 in vielen Rollen zu sehen, die für ihn wichtigsten waren: "Tour de Ruhr", "Psychotherapie einer Prostituierten", "Vor-Urteile", "Juliane Winkler", "Verbotene Liebe", "Fahndungsakte" und "Euroinspektor Walter Kaiser".

Seit 1991 war er freier Mitarbeiter von Radio 90.1, wo er sich als Franz-Rudolf Juffing unter der Überschrift "Sagen Se nix, ich komm drauf" satirisch mit der Mönchengladbacher Wirklichkeit und dem Rest der Welt auseinandersetzte. Von 1997 bis 2002 war Dr. Peter Rumpel-Lobin freier Mitarbeiter bei News 89.4, dem Neusser Lokalsender. Dort heißt seine wöchentliche Sendung "Gucken Se ma".


Preise, Auszeichnungen, Stipendien

1990
Kabarettpreis in Mönchengladbach 1996 Hörfunkpreis des Landes NRW, zusammen mit Radio 90.1


Bibliografie

1992
Kabarettprogramm "Sagen Se nix, ich komm drauf" mit dem gleichnamigen Buch. Eitorf ISBN 3-932623-04-5

1993
Kabarettprogramm "Jezz hab ich et"

1994
Kabarettprogramm "Frauen leben länger"

1995
Kabarettprogramm "Gucken Se ma"

1996
Kabarettprogramm "Rainer ist doof"

1997
dramatisierte Lesung "Hiob - oder wie gehen wir mit dem Leid um?"

1998
Kabarettprogramm "Best of aller Programme"

1999
Kabarettprogramm "Wird schon werden"


Wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Religionsunterricht


1969 Die audiovisuellen Medien im Religionsunterricht 1970 Religionsunterricht in Sekundarstufe II; Zum Religionsunterricht morgen 1971 Religionsunterricht in der Primarstufe 1972 C.G. Jung in der Sekundarstufe II 1973 Buddhismus im evangelischen Religionsunterricht Für den Hörfunk schrieb er zusammen mit seinem Kollegen Armin Dannenhauer die WDR-Satire-Sendung "Im Krieg wird wieder gebetet", die sich mit der Rolle der evangelischen Kirche vor und im Dritten Reich befasste.


Leseprobe

Die schönste Hüpfburg Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das stimmt. Wählen ist wirklich schwer. Nicht für die, die wählen. Sondern für die, die gewählt werden wollen. Als Wähler müssen Sie nur ein bisschen prüfen, welche Partei hat die größten Hüpfburgen? Wessen Parteifreunde machen die schönste Musik? Welche Tanten und Onkel backen für die Kandidaten der Partei die schönsten leckersten Kuchen? Wie heißt die Partei, deren belanglosesten Plakate an den schönsten Stellen kleben? Wer sieht auf den Plakaten so aus, dass Mann oder Frau sie oder ihn im wirklichen Leben nicht erkennen kann? In den letzten Tagen habe ich manchmal vermutet, es geht bei der Landtagswahl wirklich und wahrhaftig um Porträtfotos, Kugelschreiber, Hüpfburgen, Musik und Kuchen. Dabei geht es um viel Ernsteres. Nämlich darum, welche Partei am häufigsten und am wirkungsvollsten in den sogenannten Medien erscheint. Ja! In den Parteibüros wurden die fähigsten Mitarbeiter abgestellt, zunächst einmal Strichlisten zu führen. Wie oft wird die eigene Partei in den verschiedenen Zeitungen, Hörfunkprogrammen und im Fernsehen dargestellt. Aufgrund des hoffentlich umfangreichen Materials muss dann eine Analyse gemacht werden: das Verhältnis von Nennungsquantität zu erhofftem Wählerverhalten. Wissenschaftlich abgesichert unter Berücksichtigung des eigenen Hoffnungsfaktors. Fünfmal in einer Zeitung erwähnt, dreimal im Hörfunk auf Sendung, einmal fast im Fernsehprogramm bringt wieviel Stimmen? Wenn sich das eindeutig aus dem Kaffeesatz des Parteivorsitzenden ergibt, ist eine weitere Analyse angesagt über die Qualität der Berichterstattung. Dabei darf allerdings nicht berücksichtigt werden, welche Qualität das Ereignis selbst hatte. Eine Liveschaltung oder ein Exklusivbericht aus einer übervollen Hüpfburg mit positiver Nennung der Partei und all derer, die darin zu sagen haben oder leider auch nicht, ist qualitativ wertvoll und viel. Viel besser als eine Direktübertragung vom Kuchenessen mit positiver Nennung der Kandidatentante, die den Kuchen gebacken hat oder gerade isst. Es ist natürlich sauschwer, so etwas exakt zu erfassen. Schwerer ist es für die Parteien nur noch, über Jahre eine Politik zu machen, von der die Wähler hinterher sagen, das war gut. Weil das keiner kann, machen Sie in den Parteien lieber Statistiken über die Medien. Und beschweren sich bei den Medien. Über mich können die Parteien sich überhaupt nicht beschweren, weil ich gar keine Parteinamen genannt habe. Zumindest heute nicht... Ihr Peter Rumpel

(aus: Mönchengladbacher Forum, Nr. 5 (2000) S. 15)