Ralf Gnosa

Dessauer Str. 54
41065 Mönchengladbach

E-Mail: kontakt@ralf-gnosa.de

Homepage: www.ralf-gnosa.de

 

 

 

Biografie

geboren 1970 in Mönchengladbach
aufgewachsen in Süchteln am Niederrhein
seit 1985 dichterische Arbeit

nach Abitur und Zivildienst Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Bonn (M.A.)
wissenschaftliche Tätigkeit im Bereich Nachlaßerschließung (u.a. Paul-Ernst-Archiv, UB Regensburg; Nachlaß Walter Höllerer im Literaturhaus Oberpfalz / Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg)

seit 2011 freier Schriftsteller in Mönchengladbach 

Lyrik – Prosa – Nachdichtung – Essay – Edition – Lesung – Vortrag – Handschriften

Bibliografie

a) Selbständige Veröffentlichungen:

2005

(Mithrsg.) Leopold Ziegler: Briefe und Dokumente. Bearb. von Theodor Binder, Manfred Bosch, Ralf Gnosa u.a. (=Leopold Ziegler: Gesammelte Werke in Einzelbänden – Bd. 5), Würzburg: Königshausen & Neumann 2005; darin S. 104-177 als verantwortlicher Hrsg.: Briefwechsel Leopold Ziegler – Paul Ernst (mit Anmerkungen u. Dokumenten).

2009

(Hrsg., mit Michael Peter Hehl) Hans Bender – Walter Höllerer: „Konturen und Akzente des Literaturbetriebs. Briefwechsel 1953-1954" Sulzbach-Rosenberg: Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg 2009.

b) Unselbständige Veröffentlichungen:

1997

Fünf Gedichte und eine Nachdichtung aus dem Englischen, in: Mitteilungsblatt der Paul-Ernst-Gesellschaft Mitte 1997, S. 76-82.

2000

"Paul Ernsts Weg zur neuklassischen Tragödie" Magisterarbeit (masch.) Bonn 2000.

2003

„Paul Ernsts Auseinandersetzung mit Friedrich Hebbel" in: Hebbel-Jahrbuch 2003, S.27-46.

2006

„Paul Ernst heute" – Ansprache zur Eröffnung der Paul-Ernst-Ausstellung am 11.10.2005 in der UB Regensburg, in: Mitteilungsblatt der Paul-Ernst-Gesellschaft 2005-2006, S. 15-28. (auch online erschienen bei: philoSOPHIA online / Marburger Forum – Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart, Jg. 7 (2006), Heft 3
(Link: www.philosophia-online.de/mafo/heft2006-3/Gno_Er.htm).

2012

„Wilhelm von Scholz und die Neuklassik", in: Bosch, Manfred / Kopitzki, Siegmund (Hrsg.): „Der Wettlauf mit dem Schatten. Der Fall (des) Wilhelm von Scholz" Konstanz: UVK (=Kleine Schriftenreihe des Stadtarchivs Konstanz 15) 2012 (im Druck).

2012

„Vom Vergnügen, Anfänge zu studieren. Paul Ernst als Herausgeber von Johann Gottfried Schnabels ‚Im Irrgarten der Liebe herumtaumelndem Cavalier’ (1907)"; in: „Schnabeliana" 10 (Jahrbuch der Johann-Gottfried-Schnabel-Gesellschaft) 2012 (im Druck).

Werkproben

 Frühlingsregen

Kälte. splitter schlagen
Mir ins gesicht gesicht.
Stumm in mir die fragen.
Im eistod fragt sichs nicht.

Nirgends stehen blüten.
Im schwarzgrau stirbt das licht.
Eistod. frühlingsmythen
Ich fühl ich seh sie nicht.

Himmel: graue erze.
Persephones gesicht
Blickt zurück. und schwärze
Versteinert. siehst du nicht?

Himmel mein: zerschlagen.
Zerschlagen mein gesicht.
Eislied. kalte klagen.
Persephone zerbricht.

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Versteinerungen 

Herz: ein trilobit.
Kopf: ein ammonshorn.
Was da noch geschieht?
Nichts. ein jedes glied
Ein versteinter dorn.

Rauh und bröcklig: stein
Ward das fleisch die haut.
Dringt noch etwas ein?
Nein. die litanein
Hallen innen laut.

Geht nichts ein und aus.
Herz: ein koprolith.
Steinern schneckenhaus.
Schallender applaus
Höhnisch es durchzieht.

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Nachdichtung des Gedichts „Flos Lunae"
von Ernest Dowson (1867-1900)

Nie würd ich deine kalten Augen rühren,
Noch unsrer Rede ruhigen Fluß verstörn
Durch Hauch der Leidenschaft, dir jäh zu spüren.
Dein fernes Herz kann niemals mir gehörn:
Nie würd ich deine kalten Augen rühren!

Nie würd ich deine kalten Augen rühren,
Den nie dein Lächeln, nie dein Weinen traf:
Ob auch mein Leben welkend todwärts führen
Stets mehr Sehnsucht nach dir, Sehnsucht nach Schlaf,
Nie würd ich deine kalten Augen rühren.

Nie würd ich deine kalten Augen rühren,
Würd nie dich ändern, stünd's in meiner Macht,
Der meine Lieder weihrauchgleich gebühren,
Tochter der Träume du! mein Mond der Nacht!
Nie würd ich deine kalten Augen rühren.

Nie würd ich deine kalten Augen rühren
Mit Menschenherzens Wirrnis oder Pein:
In ihrem Glanz kann meinen Geist ich spüren,
Ein tief gefrornes Ding, tief fremd, allein;
Nie würd ich deine kalten Augen rühren.