Ansgar Fabri

Ansgar Fabri
Fotograf: Martin Müllner

www.ansgar-fabri.de
www.fabri-k.de

Verlag Offenes Atelier Mönchengaldbach e.V.
http://www.oam-ev.de/

Biografie

Ansgar Fabri, geboren 1982, ist Dipl. Sozialpädagoge, Rhetoriktrainer und Hochschuldozent für lösungsorientiertes und kreatives Schreiben, außerdem Referent in der Erwachsenenbildung und der Lehrerfortbildung.
Im Alter von 20 Jahren Beginn journalistischer Tätigkeiten, seit seinem 24. Lebensjahr Romanveröffentlichungen. Außerdem ist er Autor verschiedener Fachmonografien und Herausgeber.
Fabri gehört zu den Gewinnern eines bundesweiten Literaturwettbewerbs von Aktion Mensch und Amnesty International.
Nach Veröffentlichungen bei verschiedenen Verlagen gründete er mit dem Fotografen Martin Müllner und dem Maler und Musiker Heiner Schmidt den "Verlag Offenes Atelier Mönchengladbach e.V.", der zur gleichnamigen Kunst- und Kulturinitiative gehört.

Bibliografie

Romane

2008. Hinter den Ginstertrieben. Waldsolms: Gipfelbuch-Verlag
ISBN 978-3-937591-48-3

2009. Der Saulus-Effekt. Waldsolms: Gipfelbuch-Verlag,
ISBN 978-3937591612

2011. Raptus. Mönchengladbach: Verlag Offenes Atelier Mönchengladbach e.V., ISBN 3-942-95000-8

Veröffentlichungen in Anthologien und ähnlichem

2005. Altagsszene. (Kurzgeschichte) in: Voll die Helden. Annette Wunschel (Hrsg.), Würzburg: Arena Verlag,  ISBN 3-401-02437-X

2009. Schattenteufel. (Kurzgeschichte) in: Angst habe ich keine. Insa Segebade (Hrsg.) Waldsolms: Gipfelbuch-Verlag,
ISBN 978-3937591629

2012. Mitautor eines Kettenkrimis für den „Secret Service“, das Jahrbuch  der Autorengruppe deutschsprachiger Krimiautoren „Syndikat“, Claudia Schmid (Hrsg.), Gmeiner Verlag,  ISBN 978-3839212776

Herausgeber und Mitautor

„Weder noch“ (Kurzgeschichte) in „Weg-Weisungen. Über den Umgang mit Nähe und Distanz“, Engelbert Kerkhoff, Theodor M. Bardmann, Ansgar Fabri (Hrsg.),

Schriften des Fachbereichs Sozialwesen an der Hochschule Niederrhein Mönchengladbach, ISBN 978-3933493231 Herausgegeben anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Forschungsschwerpunktes "Kompetenz im Alter" der Hochschule Niederrhein. 

 „Am Ende steht MUT“ (Kurzgeschichte), erschienen im Straßenmagazin „fiftyfifty“ und dem Generationenmagazin der Hochschule Niederrhein „Zwischentöne“.

Fachmonografien

 „Lösungsorientiert und kreativ schreiben. Wissenschaftliche Hintergründe und praktische Ideen für die Erwachsenenbildung“. (Fachbuch), Saarbrücken: VDM-Verlag Dr. Müller, 
ISBN 978-3639157185

„Die Abschaffung der Menschenrechte im Dritten Reich unter besonderer Berücksichtigung des Euthanasieprogramms für psychisch Kranke“.(Monografie), Norderstedt: Grin-Verlag, ISBN 978-3640326181
 
“Blogger im Dienste der PR. Ein Konzept zur Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit von Bildungseinrichtungen im Web 2.0“. (Monografie), Norderstedt: Grin-Verlag, ISBN 978-3-640-42288-3 

„Projekt Verlagssuche. Für wissenschaftliche Abschlussarbeiten & andere Publikationsvorhaben“. (Kompaktratgeber), Berlin: epubli GmbH / Verlagsgruppe Holzbrink, ISBN 978-3844209983 

Performance-Texte

„Die Farben der Ideen“, vorgetragen bei der Mönchengladbacher Kulturnacht „Nachtaktiv 2009“ im Atelier Achmadow und bei Kunstausstellungen in Willich und Düsseldorf

Text für das Kulturprogramm anlässlich der Frauenfußballweltmeisterschaft 2011 (gefördert durch den DFB), gelesen im Kulturzentrum BIS Mönchengladbach 

Leseauftritte (Auszug)

Leipziger Buchmesse

„Respect our future“ – nicht-kommerzielle Jugendmesse der Aktion Mensch, Duisburg

Criminale in Mönchengladbach

Internationaler Krimitag Köln

Mönchengladbacher Kriminacht im Kulturzentrum BIS Mönchengladbach

Blaues Haus des Offenen Ateliers Mönchengladbach

Stadtteilbibliothek Mönchengladbach-Rheydt

Hochschule Niederrhein

Goethe Institut Düsseldorf

Pressestimmen (Auszug)

„Wenn Ansgar Fabri einen Krimi schreibt, dann kommt am Ende irgendwie immer mehr als ein Krimi dabei heraus. Stets liefert der Mönchengladbacher eine psychologische Dimension mit."

Rheinische Post, "Extra-Beilage zur Criminale 2011"

Über den Roman „Raptus“:

„Packend, aufreibend, tiefschürfend und lehrreich geht es zu im neuen Roman des Gladbacher Autors Ansgar Fabri.“
Christian Hensen, Rheinische Post.

„Ansgar Fabri schreibt Psychothriller, die unter die Haut gehen.“Jörg Tomzig, Niersradio.

"Ansgar Fabri setzt sich in seiem Psychothriller auf spannende und mitreißende Weise mit der Thematik der posttraumatischen Belastungsstörung und ihren verheerenden Ausmaßen auseinander.“ Martin Huth, Magazin HINDENBURGER

Leseprobe

aus "Raptus", einem Psychothriller über das Phänomen der Kriegstraumatisierung vor der Kulisse des NATO-Stadtteils "JHQ" in Mönchengladbach

Prolog

Die Gefahr lag in der Luft, irgendetwas hatte sich in der vergangenen Nacht verändert, das spürte Bob Garrison. Er trat von der olivgrünen Panzertür des Militär-LKW zurück und nickte dem britischen Soldaten zur Verabschiedung zu, ein Gruß, der auch „Sei wachsam!“ hieß.
Die Unruhe, die Anspannung der Soldaten begegnete Garrison überall - in den Kasernen, den Kantinen, den Höfen.
Auch sein Kamerad Moldoon, mit dem er an diesem sonnigen, so unbekümmert wirkenden Mittag Wache am Checkpoint schob, wirkte nervös. Vielleicht sogar nervöser als die meisten anderen und das nicht ohne Grund: Moldoon war neu hier im NATO-Hauptquartier in Mönchengladbach, einem Stützpunkt, in dem Menschen aus sechzehn Nationen stationiert waren. Eine Militärbasis, die die britischen Streitkräfte dominierten und mit ihren 1126 Wohnhäusern für verheiratete Soldaten und deren Familien als größtes britisches Dorf außerhalb des englischen Königreiches galt. Ein Militärstadtteil, eingebettet in weite Wälder des ländlichen Niederrheins in Deutschland.
Sicher hat er Angst, weil er Amerikaner ist, spekulierte Garrison, während er das Gewicht der Maschinenpistole in seinen vor Anstrengung schmerzenden Armen verlagerte. Ja, Moldoon ist amerikanischer Soldat, ebenso wie der arme Kerl, den dieser unheimliche Soldatenmörder vorgestern früh getötet hat.
Ich habe gehört, der Ermordete habe bei einem Auslandseinsatz Kontakt zu Al-Qaida-Sympathisanten gehabt!“, rief ihm Moldoon herüber, der hinter einem schulterhohen Sandsackwall stand, der ihn gegen Schüsse schützen sollte. Garrison sagte nichts. Gerüchte kursierten wie eine Seuche in den Kasernen. Dieses war wohl offensichtlich falsch, das wusste Garrison. Garrison wusste ohnehin mehr als die meisten anderen, arbeitete er doch mit einem ranghohen Presseoffizier des Hauptquartiers eng zusammen. Nein, der ermordete Wes Stewart war ein amerikanischer Offizier mit einflussreicher Familie gewesen: Sein Vater ein berühmter Anwalt in New York, sein Bruder Konsul in der amerikanischen Botschaft in Kapstadt. Wes Stewarts gewaltsamer Tod und dessen mysteriöse Umstände sollen – soweit war Garrison informiert - jenseits des Atlantiks für Wirbel in höchsten Kreisen gesorgt haben. Die ganze Geschichte war irgendwie merkwürdig.
Garrison blinzelte die lange, schnurgerade Zufahrtsstraße hinunter. Zwei geräumige Geländewagen mit Mönchengladbacher Kennzeichen rollten auf seinen Checkpoint zu, baugleiche Fahrzeuge, deren dunkler Lack im hellen Sonnenlicht glänzte. Garrison streckte die Hand aus und gebot den Fahrern zu stoppen. „Bitte steigen Sie alle aus und öffnen Sie die Kofferräume!“, verkündete er mit lauter Stimme. Die Türen klappten auf, der Fahrer des ersten Geländewagens stieg steifbeinig heraus und richtete sich auf. Garrison erkannte den schlanken Zwei-Meter-Mann im Nadelstreifenanzug sofort, ebenfalls nahezu alle anderen Fahrgäste, die ihre Dienstausweise zückten. Garrison wusste: Wegen der Brisanz des Falls waren kurzfristig Sondergenehmigungen an die deutsche Polizei erteilt worden. Das war sehr ungewöhnlich, denn im Nato-Hauptquartier war selbstverständlich auch die britische Militärpolizei stationiert. Bei diesem Genehmigungsverfahren hatte der Mann eine wichtige Rolle gespielt, der gerade vor Garrision aufragte: Mönchengladbachs Oberstaatsanwalt Dr. Rupert Sternberg, ein als hochtalentiert geltender Jurist. Mit ihm war in den zwei schwarzen Wagen die Polizeiprominenz aus Mönchengladbach angerückt: Günter Stern, ein Mann mit dem telegenen Charisma eines Nachrichtensprechers, der nicht nur ermittelte, sondern auch als Pressebeauftragter der Polizei auftrat. Links von ihm stand Tom Declare, ein junger Kerl, beinahe schmächtig neben dem breitschultrigen, farbigen Polizisten, der Cabera hieß. Der Farbige mit dem kahl geschorenen Schädel und dem seelenruhigen Blick galt als ausgezeichneter Psychologiefachmann, wie Garrison bekannt war. So als kenne er die Beamten nicht, kontrollierte er die Polizeiausweise, während Moldoon die Autos untersuchte. Die schicken wohl wirklich ihre besten Ermittler, dachte der Soldat, als er den Ausweis eines Mannes mit Dreitagebart und kariertem Baumfällerhemd entgegennahm: Oskar Pelzer, erst dreißig Jahre alt und schon Leiter der ermittelnden Kommission. Den letzten Mann kannte Garrison nicht. Es war ebenfalls ein groß gewachsener, einer mit geschäftsmännischem Kurzhaarschnitt, grauem Anzug und schmaler Sonnenbrille. „Ihr Ausweis, Sir!“, forderte Garrison mit rauer Stimme. „Sehr gerne!“, antwortete der Anzugträger mit breitem amerikanischem Akzent. Garrison zuckte perplex mit dem Kopf zurück. Der Mann streckte ihm einen FBI-Ausweis entgegen! Stimmte es also doch, bemerkte Garrison, während er den Ausweis überprüfte. Jenseits des Atlantiks vermutete man einen politisch motivierten Hintergrund bei dem Mord an Wes Stewart. Nun wollten die US-Behörden selbst ermitteln und hatten offensichtlich einen eigenen Mann in die Bundesrepublik geschickt, der hier mit den deutschen Kollegen zusammenarbeiten sollte. Der FBI-Agent hieß Gordon Northborn, wie Garrison dem Dienstausweis entnahm. Er nickte und gab ihn dem Special Agent zurück.
Als sich die dunklen Geländefahrzeuge vom Checkpoint entfernten und hinter einer Kurve verschwanden, schüttelte Garrison fassungslos den Kopf. Was für eine Geschichte begann hier nur?