Hubertine Nebel

Tel: 0 21 61 / 65 13 33



Biografie

Geboren 1938 in Mönchengladbach, schreibt Hubertine Nebel seit frühester Jugend. 1960 besuchte sie den Lehrgang "Die Kunst des Schreibens" an einem Institut für Fernunterricht.
Frau Nebel ist Mitglied der Autorengruppe Federspur.



Bibliografie

1988
Veröffentlichung in der Zeitschrift "Katzen extra"
ISSN: 0176-4853

1989
Teilnahme am Literaturwettbewerb der Stadt Nettetal

1990
Veröffentlichung in der Zeitschrift "Reisen in die UdSSR" ISSN: 0134-3424

1991
Veröffentlichung im Magazin "Eltern"
ISSN: 0046-1849

1990/1992
Veröffentlichungen in der Zeitschrift "Für Sie" ISSN: 0016-2450

1997
Veröffentlichung im Rahmen der Mönchengladbacher Literaturtage

1998
Lesung im lokalen Rundfunksender "Radio 90,1" (Krimis und Weihnachtsgeschichten) durch die Schauspielerin Regine Andratschke

1999
Veröffentlichung in der Anthologie "Zwischen Heine und Altbier".
SeitenWind Verlag. ISBN 3-9806290-1-5


In Arbeit

"Menschenbilder", Lyrische Betrachtungen von Menschen, Träumen und Visionen



Leseprobe

Die Anmaßung

"Am wichtigsten bin ich!" sagte das E und blickte selbstbewusst in die Runde. "Ohne mich gäbe es so wichtige Wörter nicht wie Ehre, Leben, Mensch und Welt."

"Das stimmt zwar", meinte das O, "aber was ist mit folgenden Begriffen: Sonne und Mond, Gold, Orgel und Gottes Wort? Ohne mich wären sie nicht möglich."

"Hi Hi!" kicherte das I. "Du, E, mit deinem Herz-Schmerz, und du, O, mit rollendem Donner! Ohne mich wäre ein Witz undenkbar, die Kinder würden nicht spielen, es gäbe kein Ziel. Und die Liebe - sie wäre eine Illusion!"

"Nun muss ich unbedingt etwas loswerden", murmelte das U. "Was sollen die Schauspieler ohne mich tun, wenn sie nicht mehr üben können: Dunkles, gruftdunkles U, Wunde, unüber-wunden - auf die Betonung kommt es an! Es gäbe keine Kunst und keine Muse, auch keine Lust und keinen Kuss."

"Aber ich", ließ sich das A vernehmen, "ich sage, was Sache ist. Klar und markant setze ich Maßstäbe und präge Wörter wie Anstand, Achtung, Arbeit und Anerkennung. Am Anfang steht also das A!"

Da meldete sich das S zu Wort. "Hört mir zu, ihr Vokale! Was ihr gesagt habt, mag ja stimmen. Ihr seid wichtig, ihr seid einmalig. Doch was wäret ihr ohne uns? Ohne die vielen Konsonanten? Ohne uns seid ihr wertlos. Ihr bildet nur eine sinnlose Reihe, denn ohne uns bringt ihr kein vernünftiges Wort zustande. Deshalb sind wir, das Buchstabenvolk, am wichtigsten!"

Liebe Leserin, lieber Leser! Sie können sich freuen, keiner der Buchstaben ist in den Streik getreten. Nun liegt es an den Literaten und Schriftstellern, an den Autoren und Journalisten, die Reihenfolge der Vokale und Konsonanten zu bestimmen. Wichtig sind sie alle, und in einer ganz bestimmten Zusammensetzung bringen sie uns zum Lachen und zum Weinen.

 
Rückreise

Ein Plan von Samarkand
hängt hier in meinem Zimmer,
in bunt markierte Viertel eingeteilt.
Such mich nicht!
Ich bin in dieser fernen alten Stadt.
Dort, wo die Gaukler waren,
wart ich auf dich.

Spektrum

Lautlos enteilen die Jahre
heiter und leicht in der Kindheit.
Der rote Reigen ist vorbei
und erstes Schweigen folgt.
Von ferne harmlos ein Flügelschlag.
Wind weht auf grünem Gipfel
lässt frösteln.
Langsam der Abstieg
noch sicher der Schritt.
Das erste Straucheln im Nebel
der Blau zu Asche werden lässt.
Dort in der Tiefe graue Schatten.
Schwarze Stille fängt uns ein.
Lautlos enteilen die Jahre.

Sommernarben

Lächelnd hinterlässt der Sommer Spuren.
Trocknet Sonne auf weißer Haut.
Lässt Brennnesseln um schlanke Beine schlagen
und junge Hunde Probebisse tun.
Unter Fingernägeln süß und dunkel
klebt Holundersaft.
Wunde Füße suchen Kühlung,
geblendete Augen Dunkelheit.
Aus Kisten kramt man luftige Fächer,
sonst nur im Fasching genutzt.
Beim Ernten kratzen Kirschbaumzweige
über schmale Nacken
und blaue Flecken holen Kinder sich
beim Klettern.
Am Zaun lehnt verlassen ein weinendes Mädchen.
Herbst wird kommen und