Nachrichten aus der Musikschule

Grußworte des Musikschulleiters Christian Malescov

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern,

endlich ist Leben in unsere Musikschule zurückgekehrt - unsere Schüler kommen wieder zum Unterricht. In den letzten acht Wochen war es auf unseren Fluren und in den Unterrichtszimmern gespenstisch ruhig. Doch wir waren in dieser Zeit sehr aktiv. Alle Lehrer hatten Kontakt zu ihren Schülern. Viele trafen sich fast wie sonst – nur per Videokonferenz oder Handy-Videoanruf. Andere hielten Kontakt über Telefon, Email, Briefe oder sogar beim Freiluft-Unterricht auf einer Apfelwiese.   

Für uns war diese Zeit ein wochenlanger Intensiv-Workshop zum Thema Online-Unterricht. Selbst Lehrer, die bisher nicht mal ein Smartphone bedienen konnten, sind ohne Zaudern ins kalte Wasser gesprungen. Wir sind stolz, wie offen, engagiert und enorm kreativ das Kollegium die Krise gemeistert hat. Eine Folge davon: Es gab während des Lockdowns keine Abmeldungen.

Gar nicht wenige Kinder haben die freie Zeit zum Üben genutzt und einen Sprung nach vorne gemacht. Aber was uns viel wichtiger war: Unsere Schüler haben erlebt, dass ihr Musiklehrer weiterhin für sie da war, dass ein Instrument lernen auch Struktur und Halt gibt. Und dass Musik uns hilft, durch schwere Zeiten zu kommen.

Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, dass wir in der Musikschule bald Wlan haben. Bisher muss jeder Lehrer privat von Wohnzimmer zu Wohnzimmer unterrichten. Online-Unterricht ist nicht nur distanzierter, sondern dadurch auch intimer. Wir lernten Geschwister, Playmobil-Sammlungen und Hamster im Klavier kennen. Und beim Theaterkurs durften auch die Haustiere mitspielen.

Diese wilden Wochen sind nun vorerst vorbei.  Ab sofort gibt es wieder Präsenz-Unterricht. Unser Fazit: Online-Unterricht ist ein tolles Hilfsangebot. Und wenn die Leitung steht (was nicht immer der Fall war ☹), dann sind wir jetzt fit dafür. Wir werden auch intensiv über alternative Unterrichtsformate nachdenken. Aber vor allem haben wir eines neu schätzen gelernt: den Präsenzunterricht, der durch nichts zu ersetzen ist. Weil sich im Geigenunterricht die Supinationsbewegung des Unterarms beim Bogenziehen nun mal schwer online vermitteln lässt. Weil wir technisch noch weit davon entfernt sind, online differenziert auf klangliche Phänomene einzugehen. Und auch weil Lernen viel mit Beziehung zu tun hat. Dafür brauchen Schüler einen Menschen, der ihnen unmittelbar in die Augen schaut, dessen Präsenz sie körperlich spüren. Wir freuen uns sehr, dass diese Begegnungen nun wieder möglich sind, weil sie unseren Beruf ausmachen.

Ich danke allen Lehrern, Schülern und Eltern für ihren enormen Einsatz, ihre Bereitschaft, ungewöhnliche Wege zu gehen und ihre Geduld, wenn mal etwas nicht lief.

Herzliche Grüße

Christian Malescov (Musikschulleiter)